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Tesla Model 3 gewinnt ersten Vergleichstest in den USA

Das Magazin Motor Trend hat das Model 3 erstmals gegen Chevrolet Bolt (Opel Ampera e) und den neuen Nissan Leaf verglichen. Da setzte sich das Model 3 ganz gut in Szene.

Teslas Model 3 erzielt bei einem Vergleich einen ersten Achtungserfolg. | Foto: Tesla
Teslas Model 3 erzielt bei einem Vergleich einen ersten Achtungserfolg. | Foto: Tesla
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Gregor Soller

Noch immer tröpfelt Teslas Model 3 nur in homöopathischen Dosen auf den Markt – doch die Kollegen von Motor Trend hielt das nicht von einem ersten Vergleich gegen den neuen Nissan Leaf und Chevrolet Bolt ab, der in Deutschland als Opel Ampera e verkauft wird. Das Ergebnis ist interessant: Nach Aussage der Autoren fährt der Tesla seinen Konkurrenten davon, gefolgt vom Bolt und dem Leaf. Veröffentlicht wurde der Test in der Februar-2018-Ausgabe von Motor Trend.

Begründet wird das Ergebnis mit dem deutlich agileren Fahrverhalten des Tesla, der sich tatsächlich eher am BMW 3er als an Golf und Co. orientiert. Unterstrichen wird das laut Aussage der Autoren durch ein deutlich moderneres Innenraumkonzept (mit riesigem Screen) und höherwertigeren Materialien. Leider liegt das getestete Model 3 auch preislich viel höher: Zwar liegen die Basispreise in den Staaten mit 36.000 Dollar für das Model 3 bis zu 41.780 Dollar für den Bolt in etwa gleich, doch während Nissan und Chevy auf 37.915 respektive 43.905 Dollar Testwagenpreis kamen, schlug das Model 3 mit 60.500 Dollar zu Buche – in dem Fall „als Pizza mit allem“ samt großem 75-kW-Akku und „Auto Pilot“. Auch beim Gewicht toppt der Tesla die Konkurrenten: Er wiegt rund 175 respektive 200 Kilo mehr als Bolt und Leaf, hat aber vor allem auf Langstrecken einen Aerodynamikvorteil gegenüber den höher bauen den Konkurrenten: Sein cW-Wert liegt mit 0,23 deutlich unter den 0,31 des Bolt und 0,28 des Leaf.

Auch bei den Fahrwerten lässt das Model 3, das mit 202 kW deutlich über den 109 kW des Leaf und den 149 kW des Bolt liegt. In gut 4,8 Sekunden hat er die 60 Meilen erreicht, wo der Bolt 6,3 und der Leaf 7,5 Sekunden brauchen, was per se auch schon schneller als genug ist. Viel wichtiger: Auch beim Bremsen ist das Model 3 trotz Mehrgewicht besser: Aus 60 Meilen (knapp 100 km/h) steht es in gut 36 Metern, wo sich Bolt und Leaf gut 39 Meter nehmen.

Auch bei der Auflösung des Displays und bei dessen Grafik sehen die Tester von Motor Trend das Model 3 vor den Konkurrenten, wie überhaupt das Package konsequenter auf einen reinen Elektrobetrieb ausgelegt sei. Gleiches gilt für das Pedalgefühl auf der Bremse, das bei höheren Tempi Regeneration und Bremswirkung kombinieren muss, was gern zu ehr synthetischen Pedalgefühlen führt. Auch hier haben die Tester von Motor Trend ihre Messgeräte angehängt und für das Model 3 das homogenste Pedalgefühl ermittelt, während sich der Bolt etwas indifferent anfühlt, während der Leaf nach Meinung der Tester am Anfang einen vergleichsweise großen „Leerweg“ aufweist.

Beim Fahrkomfort fährt der Leaf vorweg, der am Leisesten ist und dessen Federung laut der Messgeräte der Tester am Meisten wegdämpft. Dazu bewegte die Motor Trend-Truppe die drei Probanden unter anderem auf extra schlechten US-Straßen und maß auch hier wieder mit Frequenzmessern exakt nach. Der Bolt arbeitet deutlich mehr in den Federwegen, während beim Model 3 vor allem die Rad-Reifenkombination einige Erschütterungen durchlässt. 

Keinen Vorsprung fährt Teslas Neuer beim Stromverbrauch ein: In der Stadt benötigte er laut den Testern 37,5 Kilowattstunden für 100 Meilen, auf dem Highway genügten dann 26,2 Kilowattstunden. Dem Bolt genügten dagegen in der Stadt 28,6 kWh, während ihm über Land seine Aerodynamik zu schaffen machte und er bei 26,3 kWh landete. Nissans Leaf wurde (noch) nicht getestet, sein Datenblatt weist aber ähnliche Verbräuche wie der Bolt aus.

Was bedeutet das?

Auch wenn die Tester hier zugeben, ein Stück weit „Äpfeln mit Birnen“ verglichen zu haben, gibt das Model 3 einen Einstand nach Maß. Dank des fahraktiven Packages und dem modernen und wertigen Innenraum fährt es unter den „Mittelklasse“-Elektrikern nach vorn und bietet echtes Premium-Ambiente. Das hat allerdings auch einen Premium-Preis. Keine Maßstäbe setzen kann der „kleine Tesla“ leider hinsichtlich Gewicht und Verbrauch. Man darf gespannt sein, wie lange der dünne Vorsprung des Newcomers anhält und wann Tesla die ersten Updates auf sein Model 3 spielen wird oder muss.    

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