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Tesla Masterplan 3: Der Kompakte kommt!

Bereits beim „Investors Day“ gab Tesla Auszüge aus dem Masterplan bekannt – jetzt gibt es weitere Details. Die wichtigsten: das neue Kompaktmodell und die Gigafactory in Mexico

Tesla steuert in eine noch stückzahlenstärkere Zukunft. | Foto: Marvin Meyer/Unsplash
Tesla steuert in eine noch stückzahlenstärkere Zukunft. | Foto: Marvin Meyer/Unsplash
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Gregor Soller

Auf den Plattformen Teslarati.com und Teslamag.de steht viel Neues für 2023: Der Masterplan 3 enthält tabellarische News zum künftigen Modellprogramm, in dem der Roadster interessanterweise nicht mehr aufgeführt wird. Gestartet werden soll künftig mit einem Kompaktmodell, das einen 53 kWh-LFP-Akku erhalten soll. Darüber rangiert das „Midsize“-Segment mit Model 3 und Model Y, das perspektivisch auch in den Long-Range-Modellen auf LFP-Zellen wechseln dürfte – hier gibt Tesla 75 kWh Kapazität an. Nur noch die „Large Sedans, SUVs & Trucks“ erhalten eine rund 100 kWh große NMC-Batterie mit hohem Nickelanteil. Beim Kompakten will Tesla auch wieder preisaggressiv auftreten: Dank einer neuen, extrem günstig zu fertigenden Plattform, auf der jährlich bis zu vier Millionen Einheiten gebaut werden können.

Auch Vans und Busse sind in der Tabelle enthalten – der Roadster nicht mehr

Interessant: In dieser Tabelle nennt Tesla auch ein „Commercial/Passenger Van sowie einen Tesla Bus: Der Van soll die gleiche Batterie wie die „Large Sedans, SUVs & Trucks“ nutzen, für einen Bus wird eine 300 kWh große LFP-Batterie angegeben.

In den USA hat Tesla außerdem einmal mehr die Preise für alle Modelle gesenkt. Für das Model Y ist im US-Konfigurator sogar eine neue Einstiegsversion erhältlich. Bei dieser wird vermutet, dass sie mit einem Akku aus Tesla-eigenen 4680-Zellen ausgestattet ist. Mit einer Beschleunigung von 5,0 Sekunden auf 60 mph (96 km/h) liegt das neue Basis-Model-Y fast auf dem Niveau eines Long Range. Mit 279 Meilen EPA-Reichweite (449 Kilometer) entspricht die Reichweiten-Angabe genau jenem „Model Y AWD“, das Tesla im März 2022 bei der EPA gemeldet hatte. Eingepreist ist es mit 49.990 Dollar und damit 3.000 Dollar günstiger als die Long-Range-Variante, die in den USA nach der aktuellen Preissenkung bei 52.990 Dollar startet.

Beim Model 3 gibt Tesla im US-Konfigurator an, dass es ab dem 18.4.2023 aufgrund der neuen Förder-Regeln nur noch 3.750 statt 7.500 Dollar Steuergutschrift gibt – da der Akku aus China stammt. Beim Model Y Long Range fehlt dieser Hinweis, weshalb die Akkuzellen des Model Y aus den USA stammen dürften. Womit das Fahrzeug mit den Tesla-eigenen 4680-Zellen wohl weiter die vollen 7.500 Dollar Steuergutschrift erhalten dürfte.

Warum Tesla die Preise in den USA abermals gesenkt hat, geht aus den Berichten nicht hervor. Fest steht: Die Produktion der Fahrzeuge ist deutlich günstiger (wenn auch nicht nachhaltiger) als bei der Konkurrenz und Tesla könnte so Marktanteile „kaufen“, indem man die sinkenden Kosten an die Kunden weitergibt. Aktuell scheint die Nachfrage stabil und die Produktion des Model Y soll im Laufe des zweiten Quartals 2023 sowohl in der Giga Texas in Austin als auch in Grünheide weiter erhöht worden sein: In Grünheide baut Tesla inzwischen 5.000 Fahrzeuge pro Woche, in Texas sind es noch rund 4.000 Einheiten pro Woche, aber dort soll ebenfalls auf 5.000 Fahrzeuge erhöht werden.

Das Topmanagement wird dezent umgebaut

Zudem gibt es Neuerungen im Top-Management: China-Chef Tom Zhu wird in den Unterlagen für die im Mai stattfindende Hauptversammlung, als Senior Vice President Automotive betitelt – unter den Executive Officers ist Zhu dort als viertes Mitglied der Führungsspitze aufgeführt. Damit ist er nicht mehr nur für China, Beschafung und Produktion verantwortlich, sondern für alle Pkw-Werke und -projekte. Außerdem soll der Mitgründer und frühere Chief Technology Officer (CTO) von Tesla, JB Straubel, in das Board of Directors einziehen. Er wurde für diesen Posten nun nominiert, offiziell muss er von der Hauptversammlung in das Gremium gewählt werden. Straubel ist CEO von Redwood Materials und beliefert über die Partnerschaft mit Panasonic Tesla indirekt mit recycelten Kupferfolien für die Anodenherstellung in der Giga Nevada.

Was bedeutet das?

Tesla konsolidiert sich, baut dezent um und scheint den Kompaktwagen massiv voranzutreiben. Nach den holprigen Starts der Modelle und Fabriken läuft die Produktion jetzt auf vollen Touren und das günstiger denn je. Mit dem Nachteil für die Kunden, dass Tesla riesige Baugruppen zusammenfasst (kompletter Hinterwagen des Model Y aus einem Gussteil, 4680er-Zellen verklebt und damit einzeln nicht tauschbar), was die Versicherungen nicht honorieren. Klar ist: Tesla will zu den ganz Großen im Automotive-Sektor aufsteigen – wozu das Kompaktmodell unabdingbar ist. Ob die extrem schlanke Produktion langfristig von Vorteil ist, darf bezweifelt werden, denn reparabel sind defekte Teslas mit ihren „Giga-Baugruppen“ nur schwer.

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