Tesla: Künftig weniger Akkuvielfalt

Laut der Plattform „electrive.net“ sollen einige Aussagen von Elon Musk darauf hinweisen, dass Tesla künftig nur noch auf zwei verschiedene Akku-Typen setzen will.

Tesla arbeitet aktuell an Kostenreduktionen - auch bei den Akkus. | Foto: Tesla
Tesla arbeitet aktuell an Kostenreduktionen - auch bei den Akkus. | Foto: Tesla
Gregor Soller

Aktuell verbaut Tesla mehrere Arten von Zelltypen. Dabei setzen die Amerikaner bevorzugt auf Rundzellen in den Formaten 18650, 2170 und 4680. Allerdings gibt es auch zwischen den einzelnen Formaten Unterschiede: Das Model 3 nutzt Rundzellen von Panasonic und von LG Energy Solution – mit je leicht unterschiedlichen Eigenschaften und Chemien - NCA bei Panasonic und NMC bei LGES. Außerdem nutzt Tesla noch die LFP-Zellen von CATL für das Standard-Range-Model-3 aus China, wobei hier keine Rundzellen zum Einsatz kommen.

Ende Juli gab Elon Musk eine Telefonkonferenz, wo er andeutet, diese Vielfalt zu reduzieren: Im Idealfall mit zwei, maximal drei Akku-Typen und idealerweise nur noch zwei Zelltypen, was Musk so erklärt:  „Nur eine Nickel-Chemie und eine Eisen-Chemie, damit wir uns nicht um so viele Varianten kümmern müssen“. Zwei Drittel aller Tesla-Modelle sollen künftig eine „Eisen-Chemie“ – also LFP-Zellen – bekommen, nur ein Drittel „für die anspruchsvollen Anwendungen“ wird mit einer Nickel-lastigen Chemie geplant.

Eisen ist besser verfügbar als Nickel

Auch die Stationärspeicher wie die Powerwall und die Megapacks für große stationäre Stromspeicher sollen auf die LFP-Zellen umgestellt werden, laut Tesla unter anderem wegen der Verfügbarkeit von Eisen. Das seltenere Nickel sieht Musk dagegen eher im „Straßentransport über weite Strecken, Schiffen und Flugzeugen“.

Die High-Performance-Zellen mit Nickel sollen dabei im 4680er-Format in die Fahrzeuge integriert werden. 4680-Zellen mit LFP-Chemie sind laut Musk nicht unmittelbar geplant – werden aber auch nicht explizit ausgeschlossen. Hier hält sich Musk alle Türen offen: „Ich sehe eine Konsolidierung um ein strukturelles 4680-Paket auf Nickel-Basis für Fahrzeuge mit großer Reichweite und zusätzlich nicht unbedingt ein 4680-Format, sondern irgendein anderes für eisenbasierte Zellen.“

Was bedeutet das?

Die 4680-Zelle, die bei ihrer Vorstellung als der große Hoffnungsträger zur Kostensenkung bei den Akkus präsentiert wurde, nicht den Großteil der künftigen Tesla-Batterien ausmachen. Denn Tesla hat die 4680-Produktion noch nicht vollständig ans Laufen gebracht. So hat Musk laut „electrive.net“ für das Model Y aus Grünheide einen Backup-Plan mit 2170-Zellen bestätigt. Denn Tesla kann bereits heute mit LFP-Zellen große Kosteneinsparungen schaffen – vor allem bei den Volumenmodellen, nicht unbedingt beim Model S Plaid. Man darf gespannt sein, für welche Formate und Zusammensetzungen sich Musk am Ende entscheiden wird.

Printer Friendly, PDF & Email