Tesla kippt Model S Plaid Plus

Das Model S Plaid sei bereits so gut, dass es einen "Plus" nicht brauche, argumentiert Tesla-Chef Elon Musk.

Plaid erübrigt Plus: Tesla streicht die avisierte S Plaid+ Variante der großen Reiselimousine, mit Rückwirkung auf Semi-Truck und Roadster. | Foto: Tesla
Plaid erübrigt Plus: Tesla streicht die avisierte S Plaid+ Variante der großen Reiselimousine, mit Rückwirkung auf Semi-Truck und Roadster. | Foto: Tesla
Johannes Reichel

Mittels einer Twitter-Meldung hat Tesla-Chef Elon Musk noch vor dem Start einen Schlussstrich unter das für September 2021 avisierte, dann auf Mitte 2022 verschobene Model S Plaid in der Plus-Version gezogen. Die Variante, die 1.100 PS und 840 Kilometer Reichweite bieten sollte, werde ausgesetzt. Der Grund: Schon das Model S Plaid sei einfach so gut. Für das Topmodell, das Ende 2021 auf den Markt kommen soll, hat der kalifornische E-Auto-Pionier eine Reichweite von 628 Kilometer angekündigt, bei ebenfalls üppigen 1.020 PS und einer Performance aus drei E-Motoren von 2,1 s von 0-100 km/h. In Anbetracht dieser Daten erscheint der Mehrwert des "Plus" eher akademisch.

Auswirkungen auf den Baukasten des Herstellers hat die Stornierung aber in anderer Hinsicht. Denn im "Plus" sollten die großen Akkus verbaut werden mit den größeren 4680-Zellen statt der Standard-Speicher 18650. Diese könnten fünfmal mehr Energie speichern, hieß es und damit die Reichweite massiv steigern. Die Rede war zudem von einer bis zu sechfach schnelleren Ladezeit und um 14 Prozent niedrigeren Produktionskosten. Im Materialmix will man durch die Verwendung von Grafit statt Silikon sowie einer kobaltfreien Kathode. Offenbar scheint aber die massenhafte Produktion dieser neuen Akkus schwierig. Sie wären aber auch für den geplanten Semi-Truck sowie den Tesla Roadster essentiell, über deren Entwicklungszeitplan nun auch ein Fragezeichen schwebt.

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