Tesla: Elon Musks Pläne für die nächsten fünf Jahre

Der Tesla-Manager Martin Viecha erläuterte auf einer Goldman Sachs Tech-Konferenz in San Francisco die Strategie des amerikanischen E-Fahrzeugbauers für die nächsten Jahre. Demnach plane Tesla, vor allem die Herstellungskosten pro Fahrzeug weiter zu reduzieren und ein preisgünstigeres Model auf den Markt zu bringen.

Platz vier der Zulassungszahlen 2022 in Deutschland: Model Y.| Foto: Tesla
Platz vier der Zulassungszahlen 2022 in Deutschland: Model Y.| Foto: Tesla
Thomas Kanzler

Martin Viecha, Leiter der Abteilung Investor Relations bei Tesla, führte die Investoren durch die nächsten fünf Jahre des Unternehmens. Er erläuterte, welche Trends und Kennzahlen am wichtigsten sind und was in Bezug auf ein billigeres Elektrofahrzeug, einen Robo-Taxi-Service und andere potenzielle zukünftige Produkte zu erwarten ist. Viecha konzentrierte sich zunächst auf zwei große Themen, die für Tesla und die Elektroautoindustrie in den nächsten fünf Jahren von entscheidender Bedeutung sind: Batterieversorgung und -technologie sowie die Kosten für die Herstellung von Fahrzeugen. Der Tesla Manager erläuterte, dass er das Angebot an Batterien für den limitierenden Faktor beim Wachstum der Automobilbranche halte. Dies wirke sich auch auf den Bau von Zellen und Batteriepacks, aber auch auf das Batteriedesign und den Abbau und die Veredelung von Lithium, Nickel und anderen Rohstoffen aus.

Herstellungskosten eines Tesla in fünf Jahren mehr als halbiert

Die wichtigste Kennzahl im Automobilbau sei nach Viechas Worten, die Herstellungskosten pro Fahrzeug. Es wäre der entscheidende Faktor, wie viele Autos ein Unternehmen herstellen und wie groß es werden kann.

Tesla habe in diesem Bereich enorme Fortschritte gemacht. Im Jahr 2017 kostete Tesla die Herstellung eines Autos 84.000 US-Dollar. In den letzten Quartalen sind diese Kosten auf 36.000 Dollar pro Fahrzeug gesunken, so der Vizepräsident. Fast nichts von diesen Einsparungen kam von günstigeren Batteriekosten. Stattdessen profitierte Tesla von einem besseren Fahrzeugdesign, um die Herstellung so einfach wie möglich zu gestalten, und von einem neuen Fabrikdesign.

Die erste Fabrik von Tesla in Fremont, Kalifornien, in der Nähe des Silicon Valley, sei kein guter Ort, um Autos zu bauen, fügte Viecha hinzu und wies darauf hin, dass es billigere Orte wie Shanghai und Berlin gebe. Tesla hat zwei neue Fabriken an diesen Standorten sowie eine weitere in Austin, Texas. Das Unternehmen wolle diesen Weg fortsetzen und die Kosten für die Herstellung eines Elektrofahrzeugs immer weiter reduzieren.

Dritte Revolution im Automobilbau

Auf das Werk in Fremont entfällt etwa die Hälfte der Produktion von Tesla. Wenn die neuen Anlagen mehr Autos produzieren, werden sie in der Lage sein, jedes Fahrzeug für weniger als 36.000 Dollar herzustellen, was sich positiv auf die Rentabilität von Tesla auswirken dürfte.

In der 120-jährigen Geschichte der Automobilindustrie habe es nach Viechas Worten nur zwei große Revolutionen in der Fertigung gegeben. Die eine war das Ford Model T und die andere war Toyotas billigerer Produktionsansatz in den 1970er Jahren, erklärte er.

"Die EV-Architektur unterscheidet sich so sehr von der eines Verbrennungsmotors, dass sie eine dritte Revolution in der Automobilherstellung ermöglicht", sagte Viecha.

Wann kommt ein billiger Tesla?

Zudem solle in absehbarer Zeit ein erschwingliches E-Fahrzeug von Tesla auf die Straße gebracht werden. Wenn ein Unternehmen ein großvolumiger Autohersteller sein will, braucht es ein breites Portfolio, und Tesla braucht ein billigeres Angebot, bevor sein firmeneigener Robotaxi-Service auf den Markt kommt, erklärte er. Die Nachfrage nach den Modellen 3 und Y sei wesentlich stärker als erwartet und habe somit die Entwicklung eines kleinen, preisgünstigeren Modells verzögert.

"Das Model Y wird im nächsten Jahr das meistverkaufte Fahrzeug aller Zeiten auf der Welt werden", sagte Viecha auf der Technik Konferenz.

Wobei der Tesla Manager anmerkte, dass der amerikanische Automobilhersteller bisher kaum auf Leasing gesetzt hätte.

"Dies ist ein wichtiger Verkaufshebel, den wir noch nie angefasst haben, aber in Zukunft werden wir die Nachfrage vielleicht auf diese Weise ankurbeln", ergänzte Viecha.

Teslas Full Self-Driving Software

Das "überwachte" FSD, bei dem Fahrer und Software eingreifen können, werde nach Viechas Worten auf US-Stadtstraßen bereits von etwa 100.000 Menschen genutzt. Basierend auf den Daten, die Tesla sieht, könne das überwachte FSD bis Ende dieses Jahres auf die gesamte Tesla-Flotte in den USA ausgeweitet werden. Er wies ausdrücklich darauf hin, dass es sich hierbei um eine „überwachte Autonomie" handle und die Fahrer weiterhin aufmerksam sein müssten, da sie sonst Gefahr laufen würden, den Zugang zu diesem Dienst zu verlieren.

Sobald Tesla mehr Daten gesammelt habe, werde das Unternehmen anstehende Probleme angehen und Software-Updates einführen, um das System zu verbessern. Dieser iterative Prozess werde Tesla letztendlich zur vollständigen Autonomie führen, fügte er hinzu.

"Wir sind der festen Überzeugung, dass die massenhafte Sammlung von Daten und KI der einzige Weg ist, um eine generelle Autonomie zu erreichen", sagte Viecha.

Was bedeutet das?

Nichts weniger als die dritte Automobile Revolution sei nach Viechas Worten der Umstieg auf die E-Mobilität. Tesla treibt hier die etablierten Automobilhersteller vor sich her.

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