Tesla-Börsenpläne: Musk macht die Rolle rückwärts

Nach negativen Reaktionen von Anlegern gibt der Tesla-Chef den Plan auf, den Hersteller von der Börse zu nehmen.

Rein oder raus? Tesla-Boss Elon Musk hat die Pläne für einen Börsenrückzug offenbar wieder ad acta gelegt. | Foto: Tesla
Rein oder raus? Tesla-Boss Elon Musk hat die Pläne für einen Börsenrückzug offenbar wieder ad acta gelegt. | Foto: Tesla
Johannes Reichel

Nach negativen Rückmeldungen von Anlegern zu den vor drei Wochen per Tweet angekündigten Plänen des Tesla-Chefs Elon Musk, den E-Fahrzeughersteller von der Börse zu nehmen, hat der E-Auto-Pionier einen Rückzieher gemacht. Zudem hätte das Vorhaben einen zu große Ablenkung in der heißen Phase des Serienanlaufs für das Model 3 gewesen, heißt es weiter in einer persönlichen Mitteilung von Musk. "Wir müssen uns darauf fokussieren, das Model 3 zu launchen und profitabel zu werden", formulierte der Firmengründer. Man werde das Ziel, nachhaltige Energien voranzubringen nur erreichen, wenn man ökonomisch nachhaltig sei, so Musks Überzeugung. Einige Anteilseigner hätten auch geltend gemacht, sie seien in ihrem Investment in eine dann private Firma beschränkt aufgrund von Compliance-Regulierungen. Im Kern hätten die meisten Investoren gebeten "Tu das nicht", selbst wenn sie Tesla auch als privates Unternehmen unterstützt hätten, resümiert Musk weiter. Der Elektro-Visionär hatte am 7. August verkündet, er überlege, Tesla für 420 Dollar von der Börse zu nehmen. Damit wollte er 70 Milliarden Dollar erlösen und die Finanzierung weiterer Pläne sichern. Nun erklärte der Chef, seine Überzeugung, dass genug Geld für einen Börsenrückzug vorhanden sei, habe sich in den letzten Wochen gefestigt. Dennoch seien die meisten Anteilseigner der Ansicht, Tesla wäre besser aufgestellt als börsennotierte Firma. Die US-Börsenaufsicht ermittelt in dem Zusammenhang, ob etwa Informationspflichten im Kontext mit dem spektakulären Tweet verletzt wurden. Einige Investoren hatten Tesla verklagt. 

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