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Tesla bleibt auch im zweiten Quartal „rot“

Tesla hat auch im zweiten Quartal 2019 wieder einen Verlust ausweisen müssen.

Rot ist nicht nur das Model 3 auf dem Bild, sondern auch der Verlust im zweiten Quartal. | Foto: Tesla
Rot ist nicht nur das Model 3 auf dem Bild, sondern auch der Verlust im zweiten Quartal. | Foto: Tesla
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Gregor Soller

Tesla kommt nicht aus den roten Zahlen: Der Umsatz lag mit 6,35 Milliarden Dollar zwar wieder klar über den schwachen 4,5 Milliarden Dollar des ersten Quartals, doch die Rekordwerte der zweiten Jahreshälfte 2018 (da waren es 6,8 und 7,2 Milliarden Dollar) schaffen die Amerikaner trotzdem nicht mehr. Eigentlich plante Musk eine Rückkehr in die schwarzen Zahlen, doch stattdessen wurden nur die Verluste verringert – auf 408 Millionen Dollar. Im ersten Quartal verbrannte Tesla noch gut 702 Millionen Dollar. Zum Jahresbeginn sollen die Auslieferungen des Model 3 nach Europa und China die Margen belastet haben, außerdem musste Tesla eine Anleihe in Höhe von 920 Millionen Dollar zurückzahlen. „Einmaleffekte“, die den Verlust teils begrünen konnten, doch jetzt?

Könnte der neue Auslieferungsrekord das Ergebnis gedrückt haben – immerhin konnte man zwischen Anfang April und Ende Juni 95.200 Elektroautos an Kunden übergeben – der bisherige Rekord im vierten Quartal 2018 mit 90.700 Autos wurde damit geknackt. Davon waren allerdings 77.550 Auslieferungen das margenschwächere Model 3. Von den Modellen S und X wurden zusammen 17.650 Exemplare übergeben.

Einige Analysten folgern daraus, dass das Model 3 immer noch zu margenschwach sind und Tesla die Auslieferungen zu stark gepusht hat. Dazu kommt die neue Gigafactory in Shanghai, bei der Musk ebenfalls Gas gibt. Mit dieser Fabrik sollen auch günstigere Produktionskosten und höhere Stückzahlen umgesetzt werden. Man habe bereits Maschinen und Anlagen in den Hallen installiert, um noch in diesem Jahr eine „kostengünstigere“ Version des Model 3 zu fertigen, was den Margen natürlich auch nur bedingt hilft, aber auch dem chinesischen Markt geschuldet ist. Außerdem muss Musk so schnell wie möglich das Model Y vorantreiben, was weitere Gelder kostet.  

Wobei wir bei der Prognose für das restliche Jahr wären: Denn 2019 plant Tesla 360.000 bis 400.000 Autos, lieferte im ersten Halbjahr aber nur knapp 160.000 aus. Entsprechend müssten die Auslieferungen in den folgenden beiden Quartalen nochmals massivst steigen. Gesteigert werden sollen auch die Stationen im Supercharger-Ladenetz, außerdem werden viele Stationen auf die V3-Supercharger mit mehr Ladeleistung umgestellt. Doch auch hier fordern die Kunden mehr: Im Idealfall smarte Ladestationen, die ins bestehende Netz integriert werden können und die Ladeleistung bedarfsgerecht steuern.

Was bedeutet das?

Für einen echten Newcomer hat Tesla tatsächlich extrem schnell extrem viel erreicht – doch in der Autoindustrie ist das immer noch nicht genug, wenn man gegen Stückzahlenmillionäre antritt – zumal diese aktuell selbst teilweise ins Straucheln geraten.

 

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