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Tesla baut in Berlin

Bei der Verleihung des „Goldenen Lenkrads“ kündigte Tesla-CEO Elon Musk an, dass die europäische Gigafactory von Tesla bei Berlin entstehen soll. Der hohe Anteil regenerativer Energien gab wohl den Ausschlag.

Analog zur Gigafacotry 2 (im Bild) und 3 soll bei Berlin die vierte fabrik von Tesla entstehen. | Foto: Tesla
Analog zur Gigafacotry 2 (im Bild) und 3 soll bei Berlin die vierte fabrik von Tesla entstehen. | Foto: Tesla
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Gregor Soller

Immer wieder war über eine Tesla-Gigafactory in Deutschland spekuliert worden. Jetzt scheint es, dass diese Realität werden könnte – und zwar südöstlich der Hauptstadt nahe dem künftigen Flughafen Berlin-Brandenburg. Medienberichten zufolge soll es sich um eine potenzielle Industriefläche im brandenburgischen Grünheide handeln, das im Landkreis Oder-Spree liegt. Dort war einst überlegt worden, eine BMW-Fertigung zu bauen, weswegen der Bau schnell gehen könnte, weil das Areal weitgehend erschlossen ist.

Die europäische „Gigafactory“ soll ab Ende 2021 das Model Y montieren, außerdem Akkus und Antriebsstränge. Außerdem soll laut Musk in Berlin auch ein Design- und Engineering-Center entstehen. Das wäre ein Ritterschlag für den Standort Deutschland, dessen heimische Autohersteller aktuell massiv sparen: Vor allem Audi und Daimler haben zuletzt massive Sparprogramme speziell für die deutschen Standorte angekündigt. Bereits letzte Woche hat US-Analyst Adam Jones für eine Investmentbank Deutschland als „logische Wahl“ für das europäische Tesla-Werk bezeichnet. Deutschland sei das  Zentrum des globalen Luxus-Automobilmarktes. Die Wirtschaft sei (noch) von der Verbrennungstechnologie abhängig aber die Regierung konzentriere sich auf den Klimawandel.

Ministerpräsident: Können Klimafreundliche Produkte klimafreundlich produzieren

Nachdem anfangs auch Standorte in Niedersachsen und im Saarland diskutiert wurden (auch wegen der Nähe zu Rotterdam und den Beneluxmärkten), scheint auch Musk von Berlin begeistert zu sein. Noch wichtiger ist aber die Nähe zu potenziellen Akku- respektive Zell-Zulieferern, falls Tresla die Zellen zukaufen möchte.  Sowohl das Werk von LG Chem im polnischen Breslau als auch die neue Zellfabrik von CATL bei Erfurt liegen nicht weit weg. In China wird LG die Zellen für das neue Tesla-Werk in der Nähe von Shanghai produzieren. Entsprechend könnte LG Chem auch sein Werk in Breslau für die Tesla-Zellen aufstocken.

Auch eine Rolle gespielt hat offenbar der hohe Anteil an Windkraft und regnerativer Energie in dem Bundesland, wie der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) erklärte: Man sei Spitzenreiter bei erneuerbaren Energien und könne klimafreundliche Produkte auch klimafreundlich produzieren. Das sei ausschlaggebend gewesen bei den Verhandlungen, die von einem Team von 30 Leuten seit sechs Monaten vorangetrieben wurden, unter absoluter Vertraulichkeit, wie es bei einer Pressekonferenz hieß. Woidke und Tesla-Chef Musk hatten am Dienstag im Hotel Adlon in Berlin eine Absichtserklärung unterzeichnet. In der Landesregierung hofft man auf die Ansiedlung von 7.000 Arbeitsplätzen.

Bleibt zuletzt abzuwarten, wie schnell sich der Fabrikbau in Deutschland umsetzen lässt: Die chinesische Gigafactory 3 bei Shanghai stampften die Amerikaner in gut zwei Jahren aus dem Boden. Doch Musk weiß, wo er ansetzen muss: Bereits kurz vor der Bekanntgabe des Standorts schaltete Tesla auf seiner Homepage am 12.11. sofort Stellenanzeigen für die „Gigafactory Berlin“. (gs/jr)

Was bedeutet das?

Tesla kommt nach Deutschland. Damit verbindet Musk mehrere clevere Schachzüge: So hofft er sicher darauf, Profis von den Premiumherstellern abzuwerben, die gerade Sparprogramme auflegen. Die Qualität von Tesla könnte das massiv steigern. Außerdem hat er damit kurze Wege im EU-Markt und Zugang zu Zellherstellern – in der eher strukturschwachen Region dürfte sein Vorhaben viel Anklang finden.  

 

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