Tesla: 3. Quartal wieder stark

Für das dritte Quartal 2022 meldet Tesla 365.923 montierte Autos, von denen 343.830 Exemplare ausgeliefert wurden –womit der Konzern nach einem eher schwachen zweiten Quartal wieder weiter wächst.

Nach der großen Eröffnung soll Brandenburg mittlerweile 2.000 Model Y pro Woche produzieren. | Foto: Tesla
Nach der großen Eröffnung soll Brandenburg mittlerweile 2.000 Model Y pro Woche produzieren. | Foto: Tesla
Gregor Soller

Erst letzte Woche verkündete man in Grünheide stolz, mittlerweile 2.000 Model Y pro Woche zu montieren – womit auch die deutsche Fabrik ein solide Stückzahl erreicht, die für 100.000 Einheiten in 2023 gut wäre. Mit knapp 366.000 Autos ist Tesla zurück bei starken Quartalszahlen, nachdem die wegen Probleme mit den Lieferketten und der vorübergehenden Werksschließungen in Shanghai im zweiten Quartal auf knapp 260.000 Autos absanken. Entsprechend steuerte Tesla gegen, so dass das aktuelle dritte Quartal 2022 einen neuen Rekord in Sachen Produktion und Auslieferung darstellt.

Nach wie vor die meisten Fahrzeuge stellen Model 3 und Y mit 345.988 gebaute und 325.158 gelieferten Einheiten. Doch auch Model S und X kommen wieder auf ein ordentliches Niveau von 19.935 Model gebauten und 18.672 ausgelieferten Fahrzeugen.

Teilenachschub und Produktion laufen, dafür klemmt es jetzt bei der Logistik

Interessant: Nachdem man die Produktion und Teile jetzt wieder im Griff hat, scheint es bei der Logistik zu haken. Im Bericht steht zu lesen: „Da unsere Produktionsvolumina weiter steigen, wird es zunehmend schwieriger, in diesen Wochen der Spitzenlogistik Fahrzeugtransportkapazitäten zu angemessenen Kosten zu sichern“. Deshalb habe man im dritten Quartal damit begonnen, einen gleichmäßigeren regionalen Mix der wöchentlich gebauten Fahrzeuge zu fahren, was zu einem Anstieg der Fahrzeuge im Transit am Ende des Quartals führte. Heißt: Diese Fahrzeuge wurden weltweit bestellt und werden nach ihrer Ankunft am Zielhafen/-ort an die Kunden.

Was nicht immer ganz so reibungslos klappte und dieses Mal zu einem ungewöhnlich hohen Delta von über 20.000 Fahrzeugen führte, die im dritten Quartal mehr produziert als ausgeliefert wurden. In der Regel liegt die Differenz eher zwischen 4.000 bis 5.000 Autos, die zwar montiert wurden aber noch nicht beim Endkunden geliefert sind. Generell punktet Tesla weiter mit einer guten Liefersituation und Elon Musk betont immer wieder, dass eigentlich nicht das Produkt, sondern dessen schlanke Fertigung eigentlich die Marke ausmachten.

Die Gigafactory für Akkuzellen könnte erweitert werden

Hinter den Kulissen erweitert man die Kapazitäten: Laut dem US-Portal electrek soll die von Tesla und Panasonic gemeinsam betriebene Gigafactory in Nevada erweitert werden. Bisher seien nur rund 30 Prozent der ursprünglich angedachten Werksfläche in Betrieb. Jetzt soll der sogenannte C-Teil des Komplexes ausgebaut werden. Electrek beruft sich dabei auf Insider. Der neue Gebäudekomplex solle für die Herstellung von Akkuzellen genutzt werden. Einen genauen Zeitplan gibt es aber offenbar noch nicht – ebenso wie man sich beim „Semi“ und Pick-Up „Cybertruck“ mit genauen Daten aktuell zurück hält.

Was bedeutet das?

Tesla verbindet mit Apple der Grundsatz, ein „geschlossenes“ System zu fahren, was für Produktion und Ladeinfrastruktur gilt. Letztere wird gerade aufgebrochen, bei Ersterem hat man den Vorteil, vieles selbst in der Hand zu haben, wodurch Tesla vergleichsweise lieferfähig bleibt – gleichwohl Shanghai (geschlossen wegen Corona) und Grünheide (Umweltauflagen) für Musk nicht ganz so einfach zu händeln sind wie die US-Werke.

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