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Telo: Der Pick-Up-Truck im Mini-Format

Auf gut 3,86 Metern Gesamtlänge soll der Telo Platz wie ein VW Amarok bieten.

Auf der Webseite wirbt Telo mit den 152 inch Länge, das sind gut 3,86 Meter. | Foto: Telo
Auf der Webseite wirbt Telo mit den 152 inch Länge, das sind gut 3,86 Meter. | Foto: Telo
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Gregor Soller

Jason Marks, Forrest North und Yves Béhar wollen den US-Amerikanern einen Vernunft-Pick-Up bauen, zumindest, was die Abmessungen angeht. Im Gegensatz zu vielen anderen Start-Ups scheint der Telo aber wie ein kalifornischer Wein, nun ja, nicht im Fass, sondern in einer Garage zu reifen. Und nimmt jetzt konkrete Formen und Verkaufspreise an. Marks und North gelten als „Mitgründer“ der US-EV-Szene und kennen Tesla noch als Garagenprojekt auf Lotus-Elise-Basis. Das ist deshalb erwähnenswert, als ihre Garage in San Carlos im Silicon Valley nur fünf Blocks entfernt stehen soll von der Werkstatt in der Bing Street, in der die ersten Lotus Elise zu Tesla Roadstern transformiert wurden.

Jetzt soll also der Pick-Up transformiert werden: Indem man den Motor weglässt respektive ins Untergeschoss verlegt, fällt die lange Motorhaube weg und damit rund ein Meter Bauraum und damit Länge. Den zweiten Meter gegenüber Amarok und Co. holt man, indem man – mittlerweile ein gängiger, aber viel zu selten genutzter Trick, die Rückwand der Kabine so wegklappt, dass die noch Teil der Pritsche wird. Für Europa interessant würde das Konzept durch die Option, aus der Pritsche eine dritte Bank auszuklappen, drüber ein Dachmodul zu stecken und so einen siebensitzigen Minibus aus dem Telo zu machen.

Verzichten muss man jedoch auf den Frunk, stattdessen gibt es einen Gear-Tunnel wie bei Rivian, in den man jegliches Equipment quer zur Fahrtrichtung unter die Rückbank schieben kann, der Boden ist ja eben.

Typisch USA: Mörder-Power und Riesenakku

Kein Verzicht gibt es bei der Motorleistung und Reichweite: Zwei E-Maschinen stemmen bis zu 368 kW oder 500 PS, was den Zwerg in unter vier Sekunden auf 100 km/h schießen kann. Und da EV in den USA bis auf Tesla eher „regional“ heißt, klotzt der Zwerg auch mit einem Monster-Akku, der dem entgegenwirken soll: Der 106-kWh-Klotz soll bis zu 300 Meilen respektive rund 560 km Reichweite bringen. Und dank ordentlich Ladeleistung (250 bis 300 kW sollten im Peak drin sein) soll die Batterie in 20 Minuten von 0 auf 80 Prozent geladen sein. Wer die Zellen baut, wurde noch nicht genannt.

Auch die Crashtests wurden jetzt absolviert, die elektronischen Sicherheitsassistenten kauft Telo einfach bei Zulieferern ein. So eit, so gut. Mittlerweile steht ein fahrbereites Chassis und das Design der Hülle, aber in die Serie ist es ein weiter Weg – und der Telo wird sich vom Start weg eher nicht gleich über 700.000 Mal verkaufen wie der Ford F-150…zumal es in den USA ein weiträumiges Vertriebs-und Servicenetz braucht, auch wenn die Kunden hier viel lieber online ordern.

Aussagen in diesem Video müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

Ab 5.000 Einheiten profitabel

Deshalb haben Marks und seine Partner und Paten aus der Autoindustrie so konservativ geplant, dass das Unternehmen schon bei einem Verkauf von 5.000 Telos im Jahr kostendeckend arbeiten könnte. Sollte zu schaffen sein. Derweil „reift“ das Projekt in der Garage weiter: Marktstart ist 2025 geplant.

Erster Erfolg: An den ersten drei Tagen nach der Weltpremiere sollen bereits rund 1.000 Interessenten eine Anzahlung auf den avisierten Kaufpreis von 49.999 Dollar geleistet haben. Die beträgt schräge 152 Dollar, die Marks ganz schlüssig erklärt:

„Einen Dollar für jedes Inch der Fahrzeuglänge.“

Auch damit bleibt der Telo „klein“ im besten Sinne.

Was bedeutet das?

Tolles Multitool, das aufgrund der Größe auch in der EU funktionieren könnte. Mit 50er-Akku und einem Motor für weit unter 30.000 Euro wäre es aber noch spannender. Trotzdem ein ganz toller Ansatz in Sachen Raumeffizienz!

 

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