Tazzari rollt neues Programm aus

Auf der Eicma, einer der größten Zweiradmessen in Europa, die vom 25. Bis 28.11. in Mailand stattfindet, tritt Tazzari mit drei neuen Elektrobaureihen an.

Auf der Eicma wird Tazzari drei komplett neue Baureihen präsentieren - vom Lieferwagen bis zum Buggy. | Foto: Tazzari
Auf der Eicma wird Tazzari drei komplett neue Baureihen präsentieren - vom Lieferwagen bis zum Buggy. | Foto: Tazzari
Gregor Soller

Politik und Geschäfte in Italien sind für Außenstehende nicht immer einfach zu verstehen. So auch bei Tazzari, wo man eigentlich den Microlino bauen wollte, diesen Geschäftsteil aber dann abgab, auch um E-Auto-Entwicklungen in der Mittelklasse für Drittkunden voranzutreiben – womit man das Kleinstwagensegment verlassen hätte.

Jetzt die Rolle rückwärts: Zum Jahresende präsentieren die Italiener einen bunten Blumenstrauß diverserer Neuentwicklungen, die aber alle im Kleinstwagen- und Freizeitsegment angesiedelt sind plus einer Cargoversion.

Beim bereits in Produktion stehenden "Open Sky" ist der Name Programm

In Halle 24 auf Stand E78 werden gleich drei ganz neue Produktlinien stehen, unter anderem der elektrische „Buggy“, der auf die Käfer-Umbauten der 1960er-Jahre verweist und vor allem für Küstengebiete und Inseln mit warmem Klima gedacht ist. Das Ganze modern interpretiert der „Open Sky“, der ebenfalls erst 2021 präsentiert wurde. Das auf 45 km/h limitierte Leichtfahrzeug hat einen 5 oder 9 kWh-Akku für bis zu 75 oder 137 Kilometer Reichweite und startet ab 14.990 Euro brutto, das sind 12.600 Euro netto – in dem Fall ohne Scheiben, Türen und Überrollbügel.

Ganz neu sind die geschlossenen Minimax-45 und Minimax-80-Modelle, von denen Tazzari auch „Cubo“-Versionen für den kommerziellen Einsatz abgeleitet hat, die als Pick-up und Van angeboten werden. Der Cubo kann Europaletten aufnehmen und bietet 110x125 cm Ladefläche bei nur 120 cm Gesamtbreite. Für ihn gibt es drei Akkugrößen, die als „Standard“, „Big“ und „Pro“ bezeichnet werden, Letztere soll bis zu 300 km Reichweite bieten – genug für einen Arbeitstag oder gar eine Arbeitswoche. Auch hier kommt die Basisversion „nackt“, heißt ohne Türen für schnellen Ein- und Ausstieg.

Der Minimax kommt als leichter L6e mit 45 km/h Topspeed und als L7e mit 80 km/h Höchstgeschwindigkeit. Auch er baut 1,2 Meter schmal. Auch er kann offen ohne Türen, aber auch geschlossen mit Heizung geliefert werden und bildet die „Basis“ für den Cubo – der hinter dem Passagierabteil einen längeren Radstand sowie die Pritsche und Box anbietet.

Was bedeutet das?

Nach längerer Ruhephase rollt Tazzari gleich vier neue Modelle aus: Neben dem schon in Serie laufenden „Open Sky“ komplettieren Minimax, Minmax Cubo und der Buggy das Portfolio – womit Tazzari seinen Fächer im Leichtfahrzeugsegment ganz weit aufspannt. Das allerdings zu nicht ganz günstigen Preisen und mit Fokus auf warme und sonnige Nationen. Um den für ganz Europa interessanten „Cubo“ auch in Deutschland zu etablieren, bräuchte es ein dichtes und professionelles Servicenetz.

 

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