Tank & Rast: Erste fossil-elektrische Tankstelle eröffnet

Der Betreiber und EnBW nehmen Schnellladesäulen in Werratal Süd in Betrieb. Erstmals gibt es an einer deutschen Autobahn Ladepunkte neben Zapfsäulen. Neue Raststätte verknüpft mit Photovoltaikanlage.

Unter einem Dach: Zur Eröffnung gab sich Verkehrsstaatssekretär Steffen Bilger (re.) die Ehre. Er sieht darin ein Symbol, dass die E-Mobilität vom Stellenwert aufschließt. | Foto: Tank & Rast
Unter einem Dach: Zur Eröffnung gab sich Verkehrsstaatssekretär Steffen Bilger (re.) die Ehre. Er sieht darin ein Symbol, dass die E-Mobilität vom Stellenwert aufschließt. | Foto: Tank & Rast
Johannes Reichel

Der Raststättenbetreiber Tank&Rast hat erstmals an der Autobahn E-Ladesäulen eröffnet, die neben den konventionellen Zapfsäulen platziert sind. An der neuen Tank- und Rastanlage Werratal Süd sollen E-Autofahrer damit einfach an die Tankstelle fahren. Die High Power Charger (HPC) wurden in Kooperation mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, dem Hessischen Ministerium für Verkehr, Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen sowie dem Kooperationspartner EnBW errichtet. Damit sei Werratal Süd der erste deutsche Standort an der Autobahn, an dem alle Antriebsarten unter einem Tankstellendach vereint sind, wie der Betreiber wirbt. EnBW stellt in Werratal Süd vier Schnellladestationen mit insgesamt acht Ladepunkten bereit, die alle mit Ökostrom betrieben sind. Sie verfügen über eine Leistung von bis zu 300 kW, wodurch das Laden des Akkus für 100 Kilometer Reichweite je nach Fahrzeug lediglich fünf Minuten dauern soll.

„Die Elektroladestationen in Werratal Süd zeigen deutlich, dass die Elektromobilität zunehmend den Stellenwert der klassischen Antriebsarten erreicht. Das ist ein wichtiges Signal für all diejenigen, welche auf die Elektromobilität umsteigen wollen", meint Steffen Bilger, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI).

Durch die langjährige Zusammenarbeit mit Tank & Rast sei eine flächendeckende Ladeinfrastruktur auf der Autobahn entstanden.

„Die Vereinigung von Schnellladestationen und der klassischen Tankstelle unter einem Dach funktioniert. Wir freuen uns sehr, dass die erste Anlage solcher Art in Hessen in Betrieb genommen wurde", erklärte Martin Weber, Abteilungsleiter Straßen- und Verkehrswesen im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen. 

„Wir haben bereits vor Jahren erkannt, dass eine flächendeckende Ladeinfrastruktur entlang der Autobahnen wichtig für die Akzeptanz und damit den Erfolg der Elektromobilität ist", ergänzte Peter Markus Löw, Stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Tank & Rast Gruppe. Er sieht darin den nächsten logischen Schritt, um Elektromobilität attraktiver anbieten zu können. Aus Sicht von EnBW ist das Schnellladenetz für die Langstrecken maßgeblich. Man woll mit dem Partner Tank & Rast die flächendeckende Ladeinfrastruktur weiter ausbauen.

"So vernetzen wir gemeinsam in Deutschland wichtige Verkehrskorridore, heben die Grenzen in der Versorgung mit Elektroladestationen zwischen Stadt und Autobahn auf und machen Elektromobilität damit langstreckentauglich“, glaubt EnBW-Vertriebschef Timo Sillober.

Neben EnBW sind E.ON, E-WALD, innogy und IONITY Kooperationspartner von Tank & Rast. Entstanden sei bereits jetzt ein flächendeckendes Schnellladeinfrastrukturnetz, das man im europäischen Vergleich auf der Autobahn für solitär hält. Zurzeit sind zirka 360 Standorte mit Schnellladestationen ausgestattet, weitere sind in der Planung. Im gesamten Servicenetz von Tank & Rast stehen Kunden aktuell 790 Ladesäulen mit Leistungskapazitäten von 50, 150 und 350 kW Ladeleistung zur Verfügung.

Die neue Raststätte Werratal Süd verfügt zudem über auf dem Tankstellendach installierte und rund 300 Quadratmeter große Photovoltaikanlage. Sie deckt an einem sonnigen Tag zirka 25 Prozent des Stromtagesbedarfs der Raststätte im Normalbetrieb. Außerdem können Kunden einen frei zugänglichen Fitnessraum mit Dip-Station, Laufband und Fitnessfahrrad oder den Outdoor-Fitnessparcours nutzen. .

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