Talako: Erste kabellose Ladespur für Taxis startet in Köln

Taxi-Wartezeiten sollen künftig zu Ladezeiten werden, wenn sich die E-Mobilität zunehmend durchsetzt.

Groß war das öffentliche Interesse zur Eröffnung von Deutschlands erster kabelloser Ladetaxiwartespur in Köln. (Foto: Intis Integrated Infrastructure Solutions GmbH)
Groß war das öffentliche Interesse zur Eröffnung von Deutschlands erster kabelloser Ladetaxiwartespur in Köln. (Foto: Intis Integrated Infrastructure Solutions GmbH)
Johannes Reichel
von Claus Bünnagel

Mit der Eröffnung von Deutschlands erster kabelloser Taxiladespur in Köln hat das von mehreren Projektpartnern getragene und vom Bund geförderte Projekt Talako seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Sechs Fahrzeuge und sechs Ladestationen am Hauptbahnhof in der Domprobst-Ketzer-Straße in Köln wurden vom Spezialisten Intis mit kabelloser Ladetechnik ausgestattet.

Ladevorgang per Knopfdruck starten

Ein von Intis implementierter Ortungsassistent startet automatisch, wenn sich das Fahrzeug in der Nähe der Ladestationen befindet und unterstützt den Fahrer beim Einparken über die in die Straße eingelassene Spule. Während des Wartens auf Fahrgäste kann der Ladevorgang des Taxis per Knopfdruck gestartet werden. Wartezeiten werden somit zu Ladezeiten. Der Ladevorgang kann auch durch erneutes Drücken einer Taste auf dem HMI gestoppt werden, woraufhin der Fahrer das Fahrzeug zur nächsten Ladestation bewegen kann.

Der Ladewirkungsgrad beträgt mehr als 90 % bei Nennstromübertragung. Unterstützt wird der Ortungsassistent von Intis durch ein Fahrzeuglokalisierungssystem mit Kamera und Mustererkennung, das von der Universität Duisburg-Essen NES entwickelt und bereitgestellt wurde.

Robustes Spulensystem

Ein Spulensystem mit einer Ausrichtungstoleranz von 60 cm in Fahrtrichtung wurde bereits implementiert und trägt der Intis-Roadmap zu semidynamischen Wireless-Charging-Lösungen Rechnung. Die straßenseitigen Spulen sind sehr robust, mechanische Belastungen durch Schwerlastkraftwagen bis zu 40 t verursachen keine Schäden. Die Magnetfelder liegen weit unter den ICNIRP-Referenzwerten, die für öffentliche Bereiche gelten.

Über Intis

Die Intis Integrated Infrastructure Solutions GmbH wurde im Jahr 2011 gegründet. Sie ist eine 100-%-Tochtergesellschaft der IABG mbH. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Hamburg. Alle Entwicklungseinrichtungen, Labore und Werkstätten sind auf dem Gelände der ehemaligen Transrapid-Versuchsanlage Emsland (TVE) in Lathen, Emsland, eingerichtet. Intis ist spezialisiert auf die Entwicklung und den Vertrieb von integrierten Lösungen für die Energieversorgung von Fahrzeugen mit elektrischem Antrieb. Einer der Schwerpunkte sind berührungslose, kabellose Energieübertragungssysteme (Ladegeräte) für Straßenfahrzeuge, Mikromobilitätsfahrzeuge (E-Bikes, Lastenräder, E-Scooter), Industriefahrzeuge und maritime Anwendungen.

Für Entwicklungsarbeiten, prototypische Realisierungen, experimentelle Validierungen/Tests, Produkttransfer und Qualifizierung sowie für Beiträge zur Normung induktiver Energieübertragungssysteme stehen den Intis-Experten eigene Simulationswerkzeuge, Testanlagen und Werkstätten zur Verfügung. Darüber hinaus kann das Unternehmen auf das Entwicklungs-Know-how und die Prüfeinrichtungen der Muttergesellschaft (IABG mbH) zurückgreifen.

Seit 2012 wurde eine Vielzahl von Systemen zum induktiven Laden von Fahrzeugen ausgeliefert. Das Leistungs- und Lieferportfolio umfasst neben stationären Energieübertragungslösungen (kabelloses Laden für Fahrzeuge auf Parkplätzen) auch Lösungen für das Laden von Fahrzeugen während der Fahrt sowie das kombinierte Laden (kabelgebundenes und kabelloses Laden in einer Ladestation).

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