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T&E-Analyse: Leasingfirmen könnten E-Auto-Gebrauchtmarkt beflügeln

Elektrifizieren Leasinganbieter ihre Flotten ab 2024 schneller, würden in Deutschland zusätzlich 4,5 Millionen günstige E-Autos am Gebrauchtmarkt bereitstehen, rechnet die NGO vor. Elektrifzierung schleppend.

Schneller anstöpseln: Leasingfirmen könnten für einen Schub am Gebrauchtmarkt sorgen, so sie denn flotter elektrifizieren. | Foto: Uscale/Adobe
Schneller anstöpseln: Leasingfirmen könnten für einen Schub am Gebrauchtmarkt sorgen, so sie denn flotter elektrifizieren. | Foto: Uscale/Adobe
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Johannes Reichel

Stellt der Leasingsektor ab 2024 schneller auf E-Autos um, dann könnten in Deutschland zusätzlich 4,5 Millionen erschwingliche E-Autos bis 2035 auf dem Gebrauchtwagenmarkt zur Verfügung stehen. Das ist das Ergebnis einer neue Studie der europäischen Umweltdachorganisation Transport & Environment (T&E). Daraus resultierte ein Anstieg um rund 50 Prozent gegenüber der aktuellen Elektrifizierungsrate. Bleibe diese gleich, würden in Deutschland alle ab 2024 neu zugelassenen vollelektrischen Pkw nur zu 9,3 Millionen E-Autos auf dem Gebrauchtwagenmarkt bis 2035 führen.

Beschleunigt der Leasingsektor, wären es im selben Zeitraum 13,9 Millionen E-Autos. Der Leasingsektor sei damit ein entscheidender Zulieferer für den Gebrauchtwagenmarkt. Vier von zehn Autos, die jedes Jahr in der EU auf den Gebrauchtwagenmarkt kommen, stammen aus dem Leasing. Deshalb fordert die NGO die sieben größten europäischen Leasingfirmen auf, sich zu verpflichten, ab 2028 keine Autos mit fossilen Brennstoffen mehr anzubieten, sondern nur noch batterieelektrische Fahrzeuge (BEVs). Der Sektor als Ganzes sollte dies bis 2030 tun, so der Appell.

 

Sieben von zehn kaufen einen Gebrauchten

Heute kaufen fast sieben von zehn deutschen Autofahrer:innen ihr Auto aus zweiter Hand - EU-weit sind es sogar acht von zehn, so die Analyse weiter. Davon kaufen rund 90 Prozent der unteren und mittleren Einkommensgruppen ihr Auto auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Selbst bei den höheren Einkommensgruppen ist der Anteil laut T&E noch hoch (62 Prozent). E-Autos haben gebraucht wesentlich niedrigere Betriebskosten als Verbrenner, wie eine Studie des Europäischen Verbraucherverbands BEUC ergab. Haushalte in Deutschland können über einen Zeitraum von sieben Jahren fast 7.700 Euro sparen, wenn sie ein E-Auto statt eines Benziners kaufen. Deshalb ist ein stetiger Nachschub an E-Autos für den Gebrauchtwagenmarkt wichtig für Haushalte, die Kosten sparen wollen, so T&E.

"Wenn Deutschland seine Klimaziele erreichen und bis zum Ende des Jahrzehnts 15 Millionen Elektroautos auf die Straße bringen will, müssen wir das Angebot an erschwinglichen E-Autos im Gebrauchtwagenmarkt stärken. Nur so können sich die meisten Menschen in Deutschland auch wirklich ein E-Auto leisten", plädiert Friederike Piper, Referentin E-Mobilität bei T&E Deutschland.

Sie sieht hier den Leasingsektor als zentral an, weil dieser meist neue Autos anbietee und diese nach wenigen Jahren an den Gebrauchtwagenmarkt weitergebe.

"Je schneller der Leasingsektor elektrifiziert wird, desto schneller gibt es E-Autos für die breite Bevölkerung statt für wenige Privilegierte ", meint Piper weiter.

Analysen von T&E hätten gezeigt, dass Leasingfirmen trotz ihres Anspruchs auf eine grüne Vorreiterrolle den Übergang zu Elektroautos nicht schnell genug vollziehen. So hat beispielsweise keine der größten europäischen Leasingfirmen ein Datum für den Ausstieg aus fossilen Verbrennern festgelegt, und ihr Einsatz von batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen entspricht lediglich der Entwicklung des Gesamtmarktes.

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