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T&E-Analyse: Drastische Reduktion fossiler Fahrzeugkilometer nötig für Klimaziele

Die Umweltdachorganisation appelliert an das Verkehrsministerium, die Infrastrukturplanung einem Klima-Check zu unterziehen. Die Klimaziele liegen mit den aktuellen fossilen Emissionen in weiter Ferne. Fossilfahrten müssten um 55 Prozent sinken, selbst inklusive E-Autos müssten die Fahrzeugkilometer bis 2030 um ein Viertel schrumpfen.

Runter vom Sprit: Die fossil betriebenen Autofahrten müssten laut einer T&E-Studie drastisch sinken, sollen die Klimaziele in Deutschland noch eingehalten werden. | Foto: AdobeStock
Runter vom Sprit: Die fossil betriebenen Autofahrten müssten laut einer T&E-Studie drastisch sinken, sollen die Klimaziele in Deutschland noch eingehalten werden. | Foto: AdobeStock
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Johannes Reichel

Nach neuen Berechnungen der europäischen Umweltdachorganisation Transport & Environment (T&E) müsste Deutschland die mit fossilen Brennstoffen gefahrenen Fahrzeugkilometer drastisch reduzieren, um die Klimaziele der Bundesregierung im Verkehrssektor noch zu erreichen. Dass im aktuellen Haushaltsplan die Investitionen in die Autobahn Gmbh im Vergleich zum Vorjahr um fast 500 Millionen Euro auf mehr als 6 Milliarden Euro steigen, während sonst ein strenger Sparkurs gilt, konterkariere die Klimaziele im Verkehrssektor, kritisiert die NGO. Die mit Verbrennungsmotoren gefahrenen Fahrzeugkilometer müssen laut den Berechnungen bis 2030 im Vergleich zu 2018 um 55 Prozent zurückgehen, um die Klimaziele noch zu erreichen. Selbst eine ambitionierte Elektrifizierung der Fahrzeugflotte könne diesen Rückgang nicht vollständig kompensieren. Auch inklusive Elektrofahrzeugen müssten die Fahrzeugkilometer bis 2030 um 24 Prozent reduziert werden. Würde die Straßenverkehrsleistung im Vergleich zu 2018 unverändert bleiben, wäre das “Budget” der im Klimaschutzgesetz bis 2023 definierten Kilometern bereits im Laufe des Jahres 2027 ausgeschöpft.

 

„Entweder wir erreichen unsere Klimaziele oder wir lassen den Straßenverkehr weiterhin anwachsen. Der Versuch, beides miteinander zu vereinen, ist unmöglich. Für den Ausbau von Autobahnen ist weiter Geld da, während die Anschlussfinanzierung des 49-Euro-Tickets in der Schwebe hängt", kritisierte T&E-Analyst Benedikt Heyl.

Die NGO fordere daher, dass Investitionen primär in kurze Wege sowie in bezahlbaren und sicheren Nah- und Fernverkehr fließen sollten. Das politische Ziel müsse ein effizientes Verkehrssystem sein, welches Teilhabe an Mobilität für alle gewährleistet und nicht einseitig Individualmobilität im Auto auf Kosten der Steuerzahler:innen fördert. Der Straßenverkehr mache den Großteil der Emissionen aus, die das Klimaschutzgesetz im Sektorziel Verkehr zusammenfasst. 2021 wurden im Sektor Verkehr 148 Millionen Tonnen CO2e emittiert, so die T&E-Analyse. Davon entfielen nur drei Millionen Tonnen auf den Schienen-, Luft- und Seeverkehr, der Rest auf den Straßenverkehr.

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