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Symposium Erdgasantrieb:"Haben das Thema in Deutschland nicht im Herzen"

Europaweit ein Trend, in Deutschland mau: Damit sich Erdgasmobilität durchsetzen kann, fordern die Beteiligten auf dem Symposium des DVGW und Zukunft Erdgas den Ausbau der Tankinfrastruktur.

Eine gute Brücke: Bei einem Symposium wurden die Perspektiven der Erdgasmobilität aufgezeigt. | Foto: DVGW/Trenkel
Eine gute Brücke: Bei einem Symposium wurden die Perspektiven der Erdgasmobilität aufgezeigt. | Foto: DVGW/Trenkel
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Redaktion (allg.)

Wer zuerst, die die Henne oder das Ei? Wer muss bei der Erdgasmobilität den Anfang machen, die Tankstellenbetreiber oder die Fahrzeugbauer? Auf der Tagung „Zukunft Gas-Mobilität 2018“ am 11. und 12. März 2018 in Berlin, veranstaltet vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfachs (DVGW) und vom Verein Zukunft Erdgas, diskutierten Vertreter aus den Bereichen Logistik, Infrastruktur, Fahrzeug- und Motorenbau über alternative Kraftstoffstrategien, den Infrastrukturaufbau und den Einsatz von alternativen Antrieben. Die Teilnehmer der Veranstaltung forderten dazu auf, das Thema in der Politik zu verankern und klare politische Signale zu setzen. Regulatorische Rahmenbedingungen für den Einsatz von Erdgas müssten geschaffen werden. Es brauche mehr Förderung, etwa durch Besteuerung im Hinblick auf Klimafreundlichkeit oder eine Ermäßigung bei der Maut im Schwerlastverkehr und mehr Öffentlichkeitsarbeit.

Denn vor allem LNG als alternativer Antrieb sei in Deutschland noch zu unbekannt Die Klimaschutzziele der Bundesregierung seien allein mit Einsparungen im Nutzfahrzeugbereich nicht zu erreichen, sagte Joachim Damasky, beim VDA Geschäftsführer Technik und Umwelt. Ohne E-Fuels werde es nicht gehen. Beim französischen Mineralölunternehmen Total geht die Richtung immer mehr Richtung Gas. 20 Prozent des Umsatzes sollen in ein paar Jahren damit gemacht werden. Keine der existierenden Alternativen werde dieselbe Dominanz wie der Verbrennungsmotor haben, so Bruno Daude-Lagrave, Geschäftsführer von Total in Deutschland. Technik und Gesetze seien eine Voraussetzung, um alternative Antriebe voranzubringen. Am Ende aber hänge der Erfolg davon ab, ob der Kunde das Auto will. Das Thema Erdgasmobilität sei ein Trend in Europa, Deutschland allerdings tue sich schwer. „Wir haben das Thema in Deutschland nicht im Herzen“, so Timm Kehler, Geschäftsführer des Vereins Zukunft Erdgas. (asd)

Was bedeutet das?

Erdgas ist eine in Deutschland fast hoffnungslos unterschätzte Brücken- oder gar Schlüsseltechnologie, wenn es darum geht, Strom speicherbar zu machen. Es ist ein gewaltiges Versäumnis der Politik, die Potenziale nicht rechtzeitig erkannt zu haben. Timm Kehler von Zukunft Erdgas hat Recht, in Deutschland hat man kein Herz für den alternativen Energieträger. Aber noch viel mehr hatte man kein Ohr und kein Hirn dafür. Hätte man schon früh die Weichen gestellt für CNG, Biomethan, LNG & Co, es gäbe heute weder eine Dieselkrise noch Diskussionen um Luftreinhaltung und Einfahrverbote. Das traurige daran ist, dass die Vertreter der Branchenverbände seit Jahren gebetsmühlenartig die Vorzüge aufzählen, nur passiert ist de facto nicht viel. Jetzt wäre die Chance, da der größte Autohersteller der Welt die Chancen von CNG entdeckt und aus der selbst verschuldeten Diesel-Not eine Tugend macht. Es wird Zeit, dass sich was dreht, am besten schnell. (jr)

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