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SustainEra: Stellantis weiht ersten Circular Economy Hub in Turin ein

Zentrum für Circular Economy im Mirafiori-Komplex startet mit der Wiederaufbereitung von Motoren, Getrieben und Hochspannungsbatterien für Elektrofahrzeuge sowie mit der Überholung bzw. Demontage von Fahrzeugen. Investition von 40 Millionen Euro, rund 550 Beschäftigte bis 2025. Man nutzt umfunktionierte Areale.

Im Beisein von Stellantis-CEO Carlos Tavares und Fiat-Chef John Elkann wurde das Areal in Betrieb genommen. | Foto: Stellantis
Im Beisein von Stellantis-CEO Carlos Tavares und Fiat-Chef John Elkann wurde das Areal in Betrieb genommen. | Foto: Stellantis
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Johannes Reichel

Der Stellantis Konzern hat seinen sogenannten SUSTAINera Circular Economy Hub (CE-Hub) im Mirafiori-Komplex in Turin offiziell eröffnet. Das Zentrum soll einen Mittelpunkt für Kreislaufwirtschaft bilden, auf Grundlage der 4R-Strategie: Reman, Repair, Reuse & Recycle (Wiederaufbereiten, Reparieren, Wiederverwenden und Recyceln). Ziel ist es, die Lebensdauer von Teilen und Fahrzeugen zu verlängern und sicherzustellen, dass sie so lange wie möglich halten. Sobald dies nicht mehr möglich ist, werde das Material aus der Wiederaufbereitung und der Demontage von Altfahrzeugen zu Recyclingzwecken gesammelt und dann in den Produktionskreislauf zurückgeführt, um neue Fahrzeuge und Teile herzustellen, wirbt der Konzern. Die Circular Economy Business Unit ist eine der sieben im Strategieplan Dare Forward 2030 angekündigten wachstumsstarken Geschäftseinheiten, die bis 2030 einen Umsatz von mehr als 2 Milliarden Euro erwirtschaften soll. Der CE-Hub beherbergt in der Anfangsphase vier Aktivitäten zur Umsetzung der 4R-Strategie, wobei der Umfang ständig erweitert werden soll:

  • Wiederaufbereitung (Reman): Gebrauchte, verschlissene oder defekte Komponenten wie Motoren, Getriebe und Elektrofahrzeugbatterien werden zerlegt, gereinigt und nach den ursprünglichen OEM-Spezifikationen wiederaufbereitet, ohne dass die Qualität beeinträchtigt wird. Ziel ist es, eine nachhaltige, erschwingliche Alternative anzubieten, die unter dem SUSTAINera-Label im Rahmen des Stellantis-Ersatzteilangebots erhältlich ist. Die Anlage soll bis 2025 mehr als 50.000 wiederaufbereitete Teile verwalten. Diese Zahl soll bis 2030 auf 150.000 steigen.
  • Sortierzentrum (Reman, Recycle): Schätzungsweise 2,5 Millionen Altteile sollen bis 2025 in die Wiederaufbereitungs- und Recyclingaktivitäten der Anlage einfließen. Bis 2030 wird diese Zahl auf 8 Millionen ansteigen.
  • Überholung von Fahrzeugen (Repair, Reman und Reuse): Fahrzeuge werden mit neuen, wiederaufbereiteten oder gebrauchten Teilen ästhetisch und mechanisch repariert und dann entweder über SPOTiCAR, das herstellerzertifizierte Gebrauchtwagenprogramm von Stellantis, oder über das Netzwerk „Stellantis & You, Sales and Services“ wieder in den Verkehr gebracht.
  • Demontage von Fahrzeugen (Recycling, Reman und Reuse): Am Ende ihres Lebenszyklus‘ werden Fahrzeuge zu einer wertvollen Ressource für Teile, die wiederaufbereitet, wiederverwendet oder als Material dem Recycling zugeführt werden. Konkret werden die vom CE-Hub verwalteten gebrauchten OEM-Teile in den Bestand unseres Partners B-Parts integriert, um das SUSTAINera Reuse-Angebot zu vervollständigen.

Bis 2038 will der Konzern auch mit diesem Baustein Netto-Null-CO2-Emissionen zu erreichen. John Elkann, Chairman von Stellantis, und Stellantis CEO Carlos Tavares wohnten der Einweihung bei und eröffneten das Zentrum.

„Wir industrialisieren die Rückgewinnung und nachhaltige Wiederverwendung von Materialien, bauen neue Technologien und fortschrittliche Fähigkeiten auf und wachsen in diesem Bereich. Wir wissen, dass unser Engagement für die Wiederaufbereitung, Reparatur, Wiederverwendung und das Recycling nicht nur unseren Planeten entlastet, sondern auch einen finanziellen Mehrwert für Stellantis bringt und unsere gemeinsame Zukunft sichert, indem wir unser Geschäftsmodell für Produktion und Verbrauch zügig umgestalten", erklärte Stellantis CEO Carlos Tavares.

Eine schnell entwickelnde Branche sieht auch John Elkann, Chairman von Stellantis. Es werde ein europäisches Modell für die Kreislaufwirtschaft im Automobilsektor sein, das Umweltschutz mit wirtschaftlicher Entwicklung verbindet, meint Elkann. Stellantis hat das Zentrum nach den Kriterien der Circular Economy dank einer Investition von 40 Millionen Euro ins Leben gerufen. Der CE-Hub nimmt eine Gesamtfläche von 73.000 m² ein, von denen 55.000 m² aus einer teilweise ungenutzten Anlage zurückgewonnen wurden. Dabei hat der Konzern mehr als 5.000 Tonnen Metall aus veralteten Installationen recycelt. Die Ausrüstung und die Maschinen für die Anlage wiederum wurden von anderen Standorten übernommen, was zu Einsparungen von 55 Prozent im Vergleich zum Kauf neuer Maschinen und Ausrüstung geführt hat. Der Standort beschäftigt derzeit 170 hochqualifizierte Mitarbeiter. Diese Zahl soll bis zum Jahr 2025 auf ca. 550 ansteigen.

    Diverse Aktivitäten für mehr Klimafreundlichkeit der Autobranche

    Der Circular Economy Hub soll die großen Ambitionen des Konzerns in Bezug auf das Ziel der Klimaneutralität stützen. Man führt hier insbesondere auf:

    • die Partnerschaft mit Orano für die Vorbehandlung im Recyclingprozess von EV-Batterien zur Rückgewinnung von Kobalt, Nickel und Lithium aus Altfahrzeugen und Abfällen aus Gigafactories
    • die Gründung des Joint Ventures SUSTAINera Valorauto SAS mit Galloo zur Entsorgung von Altfahrzeugen
    • die Zusammenarbeit mit Qinomic bei der elektrischen Nachrüstung von leichten Nutzfahrzeugen. Der Prototyp wird noch bis zum 25. November auf der Solutrans-Messe auf dem Euroexpo-Gelände in Lyon (Frankreich) vorgestellt
    • der Aufbau strategischer Partnerschaften zur Sicherung von Rohmaterialien für EV-Batterien und sechs geplante Gigafactories in Europa und Nordamerika; sowie die Eröffnung des ersten Batterie-Technologiezentrums im Mirafiori-Komplex für die interne Prüfung und Entwicklung von EV-Batterien.
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