Studie: Europa löst China als Leitmarkt der E-Mobilität ab

Neue Zahlen der Datenbank EV-Volumes zeigen, dass Europa China mittlerweile als Wachstumsmotor für die E-Mobilität abgelöst hat. Vor allem die Wachstumsraten sind groß. Offenbar hat die Pandemie hier sogar beschleunigend gewirkt.

Vor allem durch den ernsthaften Einstieg des VW-Konzerns in die Elektromobilität erhielten die Stückzahlen in Deutschland und Europa einen starken Schub. | Foto: VW
Vor allem durch den ernsthaften Einstieg des VW-Konzerns in die Elektromobilität erhielten die Stückzahlen in Deutschland und Europa einen starken Schub. | Foto: VW
Johannes Reichel

Fast 1,4 Millionen batterieelektrische Autos (BEV) und Plug-in-Hybride (PHEV) wurden 2020 in Europa zugelassen. Das geht aus den neuesten Zahlen von EV-Volumes, der Datenbank für Informationen rund um batterieelektrische Fahrzeuge, hervor und entspräche einem Wachstum von 137 Prozent zu 2019. Dabei war der Gesamtfahrzeugmarkt im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent rückläufig. Damit habe Europa China als Wachstumsmotor der E-Mobilität abgelöst, analysiert der Messeveranstalter Solar Promotion der E-Mobilitätsschau Power2Drive Europe, die vom 21. bis 23. Juli in München stattfinden soll und den Anspruch erhebt, das „Who-is-Who“ der Branche im Bereich E-Fahrzeuge und intelligente Ladelösungen zu versammeln.

"Die Geschichte der batterieelektrischen Fahrzeuge in Europa seit Anfang 2020 ist beispiellos: Was mit einem wirtschaftlichen Abschwung während der ersten Covid-19-Welle begann, wird zu einer Erfolgsgeschichte. Vor allem die Kombination aus neuen attraktiven und erschwinglichen Fahrzeugmodellen, einer höheren Reichweite, einer sich stetig entwickelnden Ladeinfrastruktur und staatlicher Förderung wie in Deutschland führte zum Aufschwung der Elektromobilität in Europa", schwärmt der Veranstalter.

 

Der Markt der Elektromobilität boome weltweit und in den meisten Ländern seien die Märkte für BEVs und PHEVs widerstandsfähiger gegenüber der Covid-19-Pandemie als die Automobilmärkte im Allgemeinen gewesen, so die weitere Analyse. Die weltweiten Auslieferungen von BEVs und PHEVs stiegen im Jahresvergleich um 43 Prozent, während der globale Markt für Leichtfahrzeuge um 14 Prozent zurückging, belegen die EV-Volumes. Mit fast 1,4 Millionen Neuzulassungen an BEVs und PHEVs 2020 hat Europa China als Führer des EV-Wachstums abgelöst und positioniert sich damit an der Spitze vor China mit einem Plus von 12 Prozent und den USA (Plus von 4 Prozent). Deutschland ist dabei wiederum führender Markt bei batterieelektrischen Fahrzeugen in Europa. So seien 2020 in Deutschland so viele Pkw mit reinem Elektroantrieb neu zugelassen wie nie zuvor: Mit rund 194.200 Zulassungen hat sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. Als Top-Innovator der Elektromobilitätsbranche sieht man – wenig überraschend – den amerikanischen Hersteller Tesla, zumindest nach einer Analyse des Electromobility Report 2020/21 des Center of Automotive Management (CAM) der Fachhochschule Bergisch Gladbach. Die Kalifornier sollen dem Vernehmen nach auch auf der Power2Drive präsent sein, daneben haben weitere Innovationstreiber, wie etwa Hyundai und Geely mit Polestar auf der Fachmesse für nachhaltige Mobilität ihr Kommen angekündigt.

„Wir freuen uns, dass The smarter E Europe bereits zu über 75 Prozent ausgebucht ist und wir die Top-Technologieträger aus den Bereichen Elektrofahrzeuge und intelligente Ladeinfrastruktur bis hin zu Mobilitätsdienstleistungen vor Ort zusammenbringen“, erklärt Joel Wenske, Projektleiter der Power2Drive Europe.

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