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Studie: Arval Mobility Observatory (AMO) Fuhrpark-Barometer sieht Wende in Flotten

Das Arval Mobility Observatory (AMO) Fuhrpark-Barometer 2019 ersetzt das CVO Fuhrpark-Barometer und bietet eine Bestandsaufnahme hinsichtlich Trends, Lösungen und Anwendungen gewerblicher Mobilität bieten, die nicht nur auf Dienstwagen begrenzt ist.

Hybride, Plug-In-Hybride und Stromer werden in Flotten immer relevanter. Gegenüber 2018 stieg der Zuspruch erheblich. | Foto: Volvo Cars
Hybride, Plug-In-Hybride und Stromer werden in Flotten immer relevanter. Gegenüber 2018 stieg der Zuspruch erheblich. | Foto: Volvo Cars
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Gregor Soller

Alle Jahre wieder sprechen wir Katharina Schmidt, Head of Consulting bei Arval und Sprecherin des Arval Mobility Observatory (AMO) Fuhrpark-Barometers. Und dieses Jahr gibt sie sich deutlich optimistischer als noch 2018, was die Umstellung der Fuhrparks auf alternative Antriebe angeht. 2019 wurde die Befragung im März in 12 europäischen Ländern sowie der Türkei durchgeführt. Dazu wurden insgesamt 3.930 Telefoninterviews mit Flottenmanagern geführt, davon 300 in Deutschland. Die gesamte Studie kann ab sofort kostenlos unter www.arval.de/de/amo angefordert werden.

Was Schmidt erfreut: man kann aus den erhobenen Daten einen geradezu drastischen Sinneswandel unter Fuhrparkmanagern wahrnehmen was alternative Antriebe – und auch Mobilitätsformen angeht. Womit man auch im Fuhrparkbarometer erstmals vom reinen Pkw-Einsatz abweicht und auch Sharing-oder Miet-Modelle Eingang finden. Ein großer Treiber war laut Schmidt sicher die Einführung der „0,5-Prozent-Regel“ in der Dienstwagenbesteuerung, welche viele Stromer und Plug-in-Hybride für die Nutzer deutlich bezahlbarer macht.

Mittlerweile haben deshalb auch viele deutsche Unternehmen neue Antriebsarten wie Elektro, Hybrid oder Plug-In-Hybrid auf der Liste: Während noch vor zwei Jahren lediglich 15 Prozent der Befragten angaben, Hybrid-Fahrzeuge zu nutzen oder deren Integration in die Flotte zu planen, liegt der Wert nun mit 35 Prozent deutlich höher. Im europäischen Vergleich der 13 Länder rückt Deutschland damit von Platz 10 auf Platz 5 vor.

Richtig zum Tragen kam 2019 jetzt auch die Einführung der neuen WLTP-Testbedingungen (Worldwide Harmonised Light Vehicle Test Procedure), welche zahlreiche Verbräuche von Verbrennern dramatisch verschlechterten. Der Anteil der Unternehmen, deren Car Policy von den Ergebnissen beeinflusst wird, steigt von 16 Prozent 2018 auf jetzt 47 Prozent.

29 Prozent der befragten Unternehmen glauben, dass es bedingt durch das neue WLTP-Testverfahren in den nächsten Jahren zu konkreten Veränderungen in ihrer Flottenstruktur kommen wird. Und auch die Dieseldebatte hinterließ ihre Spuren: Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (53 Prozent) gab an, dass ihre Flottenpolitik von der Dieseldebatte bereits beeinflusst wird oder innerhalb der nächsten drei Jahre beeinflusst werden wird. Dieser Wert lag 2018 noch bei lediglich 32 Prozent – obwohl das Thema mittlerweile wieder aus der Öffentlichkeit schwindet und sich die Diesel-Verkäufe wieder leicht erholen.

Ebenfalls mehr als die Hälfte (56 Prozent) der befragten Flottenmanager haben innerhalb ihrer Beschaffungsstrategie oder Car Policy bereits Maßnahmen ergriffen, um den CO2-Ausstoß ihres Fuhrparks zu reduzieren. Deutschland liegt damit 6 Punkte über dem europäischen Durchschnitt. Besonders bemerkenswert ist, dass der Anteil unabhängig von der Unternehmensgröße konstant hoch bleibt. Katharina Schmidt, welche die Studie immer wieder begeistert auswertet und anpasst, freut das:

„Die Studienergebnisse zeigen über mehrere Kategorien hinweg konstant auf, dass ein klares Umdenken in den Unternehmen stattfindet.“

Zumal Deutschland bis 2018 hier eher auf der Bremse zu stehen schien:

„In den vergangenen Jahren lag Deutschland hinsichtlich des Energiewandels im Fuhrpark bei den Studienergebnissen zumeist im hinteren Mittelfeld Europas. Hier haben wir deutlich aufgeholt. Das hat sicher auch damit zu tun, dass wir in Deutschland von den stattfindenden disruptiven Prozessen in der Automobilindustrie in besonderem Maße betroffen sind und das Thema in den Köpfen deshalb aktuell besonders präsent ist. Beim ‚grünen Fuhrpark‘ sind wir zwar noch nicht angelangt. Doch die Transformation dorthin wird für Unternehmen mehr und mehr von der Kür zur Pflicht – Stichwort Diesel-Fahrverbote und die Attraktivität der steuerlichen Begünstigung.“

Womit sie bei ihrem wichtigsten – quasi neuen – Punkt angelangt ist: Die Entwicklung hin zu Mobilitätsalternativen wie Fahrgemeinschaften oder Car Sharing, welche bisher nur dezent angegangen wurden. Insgesamt gaben 27 Prozent der deutschen Unternehmen an, dass sie Fahrgemeinschaften eingeführt haben oder starten wollen, bei Car Sharing liegt der Wert bei 24 Prozent. Schmidt vermutet auch die zögerlichen Auslieferungen als Treiber:

„Diese Entwicklung wird sicher auch durch verzögerte Fahrzeugauslieferungen und das Warten auf passende Modellalternativen wie Plug-in und Elektrofahrzeuge vorangetrieben.“

Neben dem Energiewandel betrachtet das Fuhrpark-Barometer weitere Fuhrpark-relevante Themen. So ist etwa der Indikator für das Flottenwachstumspotential (die Differenz zwischen dem Anteil der Unternehmen, die eine Zunahme der Flottengröße erwarten, und dem Anteil der Unternehmen, die einen Rückgang erwarten) in Deutschland signifikant gestiegen von plus 4 Punkten 2018 auf jetzt plus 13 Punkte. Die Zuversicht deutscher Unternehmen liegt damit nun knapp über dem europäischen Durchschnitt (plus 2 Punkte), bei großen Unternehmen (über 1.000 Mitarbeiter) liegt sie mit plus 29 sogar deutlich darüber. Zudem bestätigt die Studie weiter die Relevanz von Leasing mit Kilometervertrag als Finanzierungsform für deutsche Unternehmen.

Was bedeutet das?

Der Wandel in der Mobilität kommt und die Flotten arbeiten mittlerweile mit Hochdruck daran: „Wir glauben, dass in Zukunft verstärkt etablierte und alternative Mobilitätsformen gemeinsam genutzt werden“, sagt Alain Van Groenendael, CEO von Arval. „Das Arval Mobility Observatory hilft, diese Transformation zu begleiten. Damit wollen wir unseren Kunden in einer zunehmend vernetzten Welt einen besonderen Mehrwert bieten.“

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