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StreetScooter baut Fuel-Cell-Van mit Ford

Die Deutsche-Post-Tochter StreetScooter glaubt an den Einsatz der Brennstoffzelle auch im Lieferverkehr und lanciert mit Ford einen H2-Transporter auf Transit-Basis. DHL Express ordert die ersten 100 Stück. Vorerst kein Vertrieb an externe Dienstleister.

Keine Angst: Dank Wasserstoff soll die Elektromobilität bei DHL künftig auch ohne Sorgen um die Reichweite funktionieren. | Foto: DPDHL
Keine Angst: Dank Wasserstoff soll die Elektromobilität bei DHL künftig auch ohne Sorgen um die Reichweite funktionieren. | Foto: DPDHL
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Johannes Reichel
von Johannes Reichel

Der KEP-Dienstleister DHL Express und der Elektronutzfahrzeughersteller StreetScooter, eine Deutsche Post-Tochter, haben am Rande des Green Tech Festivals in Berlin ihre Zusammenarbeit bei der Entwicklung eines neuen Elektrotransporters bekanntgegeben. Der neue "H2 Panel Van" werde der erste serienmäßige 4,25 Tonnen-Elektrotransporter sein, dessen Antrieb während der Fahrt von einer Brennstoffzelle mit zusätzlicher Energie versorgt wird und dadurch Reichweiten von bis zu 500 Kilometern erzielen kann, skizziert der Anbieter. Der Logistiker hat in einem ersten Schritt 100 dieser Brennstoffzellenfahrzeuge bestellt, deren Auslieferung bereits 2020 starten und 2021 abgeschlossen sein soll.

"Wir sind davon überzeugt, dass die Brennstoffzelle ein immer wichtigerer Bestandteil im Markt der Elektromobilität wird, ermöglicht sie doch höhere Reichweiten der Fahrzeuge, die für viele Kunden essentiell sind. Mit dem Panel Van schlägt StreetScooter ein weiteres Kapitel in seiner Innovationsgeschichte auf und tritt in eine neue Wachstumsphase ein", erklärte Fabian Schmitt, Chief Technical Officer der StreetScooter GmbH.

Der H2-Transporter basiert auf dem - von DHL Paket bereits eingesetzten - Pakettransporter StreetScooter Work XL, wird allerdings statt des Kofferaufbaus einen für die Expresszustellung typischen Kastenaufbau haben. Dieser ermöglicht ein Ladevolumen von über 10 Kubikmetern, gut für etwa 100 Expresspakete. Als Zuladung sind über 800 Kilogramm möglich, der E-Transporter erreicht somit ein zulässiges Gesamtgewicht von 4,25 Tonnen. Aufgrund der in Deutschland gültigen Ausnahmeregelung für batterieelektrische leichte Nutzfahrzeuge dürfen auch Inhaber eines Führerscheins der Klasse B dieses Fahrzeug fahren.

Der Logistiker wird den neuen Transporter vorerst exklusiv nutzen, ein Verkauf an Dritte außerhalb des Konzerns Deutsche Post DHL Group ist derzeit nicht geplant. Wie sein großer Bruder Work XL wird auch der H2 Panel Van in Zusammenarbeit mit Ford realisiert. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP II) gefördert.

"Wir brauchen weiterhin den technologieoffenen Ansatz. Deshalb fördern wir auch die Beschaffung des neuen E-Transporters mit Brennstoffzelle. Denn nur mit hohen Reichweiten und marktfähigen Preisen erreichen wir es, dass die Lieferverkehre künftig klimafreundlich mit alternativen Antrieben unterwegs sind", glaubt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).

Was bedeutet das?

Das kommt wahrlich überraschend: Normalerweise sagt einem im Moment jeder Experte, den man fragt, mit den Fortschritten bei der Akku-Technik und den prognostizierten Preissenkungen würde sich in der Stadt die Batterie-elektrische Mobilität durchsetzen. Gerade im Lieferverkehr braucht man ja selten mehr als 100 km Reichweite. Da fällt ein 10-Kubik-Van mit 500 km Reichweite schon fast wieder aus dem Rahmen und wirkt "overengineered" für die Anwendung, zumal die Technologie im Zweifel noch teurer ist als BEV. Als Anwendung für die Brennstoffzelle werden daher bisher eher schwere Lkw und Fernstrecken, gar in Zügen oder Schiffen gesehen, bei den Vans allenfalls ein Fall für den schnellen Nacht-Express als für eine Tages-Liefer-Tour. Wobei da Erdgas immer noch die deutlich günstigere Lösung wäre, die sofort verfügbar und mit Power-to-Gas- oder Biomethan auch noch nahezu klimaneutral zu realisieren wäre. Man wird sehen, ob sich das technisch enorm aufwändige Konzept bewährt und ob es StreetScooter schafft, ein System zu halbwegs marktfähigem Preis zu entwickeln.

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