Stellantis zieht sich aus Joint Venture zurück – keine E-Jeeps aus China mehr

Der Französische Konzern zieht die Reißleine und verkündete eine geordnete Beendigung der lokalen Jeep Produktion in China bei Partner GAC.

Elektrische Jeeps kommen für die chinesische Kundschaft in Zukunft aus dem Westen.| Foto: Stellantis
Elektrische Jeeps kommen für die chinesische Kundschaft in Zukunft aus dem Westen.| Foto: Stellantis
Thomas Kanzler

Aufgrund mangelnder Fortschritte bei dem zuvor angekündigten Plan, einen Mehrheitsanteil am Joint Venture GAC-Stellantis zu übernimmt, gab Stellantis N.V. heute ein Ende der Zusammenarbeit an. Zukünftig will sich der französische Konzern in China ausschließlich auf den Vertrieb importierter Fahrzeuge für die Marke Jeep konzentrieren. Dieser Asset-Light-Ansatz, also möglichst geringes Anlagevermögen in der Bilanz und somit Verzicht auf eigene Fertigungslagen vor Ort, soll laut Stellantis das Potential der Marke in China stärken.

Stellantis beabsichtigt, mit der GAC Group bei einer geordneten Beendigung des im März 2010 gegründeten Joint Ventures zusammenzuarbeiten. Das Joint Venture hatte in den letzten Jahren Verluste gemacht und wird in seinen Ergebnissen für das erste Halbjahr 2022 eine nicht zahlungswirksame Wertminderung in Höhe von etwa 297 Millionen Euro ausweisen.

Trotzdem will Stellantis die Marke Jeep das Produktangebot in China mit einer erweiterten elektrifizierten Palette importierter Fahrzeuge weiter stärken.

Was bedeutet das?

Bei chinesischen Unternehmen die Mehrheit zu übernehmen, dass gelingt nur in Ausnahmefällen. BMW konnte Anfang des Jahres seinen Anteil an Joint-Venture Partner Brilliance Automotive auf 75 Prozent erhöhen und somit die Führung übernehmen. Das gelang allerdings nur, weil der chinesische Konzern kurz vor der Insolvenz stand. Für viele andere westliche Unternehmen waren und sind die Erfahrungen mit chinesischen Partnern mitunter ernüchternd.

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