Stellantis und Toyota bestätigen schwere Brennstoffzellenvans

Auf einer Van-of-the-Year-Veranstaltung bestätigte der Konzern, die Brennstoffzellentechnik auch bei den großen Vans bis 2024 einführen zu wollen. Auch Toyota veröffentlichte ein Projekt.

Erst der Anfang: Auf einer Van-of-the-year-Veranstaltung in Rüsselsheim bekannte sich Stellantis-Führungsmitglied Uwe Hochgeschurtz zur Brennstoffzellentechnik - nicht nur im Vivaro, sondern ab 2024 auch in Movano und Co. | Foto: Opel
Erst der Anfang: Auf einer Van-of-the-year-Veranstaltung in Rüsselsheim bekannte sich Stellantis-Führungsmitglied Uwe Hochgeschurtz zur Brennstoffzellentechnik - nicht nur im Vivaro, sondern ab 2024 auch in Movano und Co. | Foto: Opel
Gregor Soller

Man startet zwar mit Opel Vivaro und Co, doch auch die „schweren“ Vans – Movano, Ducato und Co. werden ab 2024 optional Brennstoffzellentechnik nutzen. Das dürfte vor allem für Langstreckenkuriere und Wohnmobile interessant sein, an denen die Stellantis-Tochter Fiat mit dem Ducato einen großen Anteil hält.

Außerdem hat Toyota zuletzt mit den japanischen Städten Futaba und Namie sowie dem Einzelhandelskonzern Aeon Tohoku eine Grundsatzvereinbarung über die Einrichtung eines mobilen Einzelhandelsgeschäfts getroffen, bei denen Brennstoffzelllenvans eine entscheidende Rolle spielen: Die beteiligten Unternehmen wollen das weltweit erste Brennstoffzellenfahrzeug für mobiles Einkaufen in Betrieb nehmen und damit den Wiederaufbau in Regionen fördern, die von den Folgen der Tsunami- und Nuklearkatastrophe 2011 betroffen sind. Das Projekt soll die Bewohner unterstützen, die nach wie vor Schwierigkeiten bei den Besorgungen alltäglicher Dinge haben. Darüber hinaus wollen die beteiligten Partner mit dem Projekt einen Beitrag zur regionalen Nachhaltigkeit und zum Aufbau einer CO2-neutralen Gesellschaft leisten.

Toyota arbeitet in der Präfektur Fukushima nach eigenen Angaben bereits mit verschiedenen Partnern zusammen – unter anderem dem Fukushima Hydrogen Energy Research Field in Namie – und erforscht, wie wasserstoffbasierte Technologien implementiert werden können, um mit dem in Fukushima erzeugten Wasserstoff die Städte der Zukunft zu bauen. Der Automobilhersteller strebt eine immer bessere Mobilität durch innovative und sichere Technologien an.

Opel startet mit Miele

Nach ersten erfolgreichen Tests mit batteriegetriebenen Kundendienst-Transportern setzt Miele jetzt auch auf Fahrzeuge mit Brennstoffzelle. Der Vivaro-e HYDROGEN mit Brennstoffzelle besitzt ein Ladevolumen von bis zu 6,1 Kubikmetern und 960 Kilogramm Nutzlast. Nach der Testphase wird der Transporter an die individuellen Anforderungen des Miele-Kundendienstes angepasst, um im Anschluss Servicefahrten im Rhein-Main-Gebiet zu übernehmen. Das erste Fahrzeug wird aktuell an die individuellen Anforderungen des Miele-Kundenservices angepasst. Dazu gehört unter anderem der Einbau eines Regalsystems von Sortimo für die Ersatzteile und Werkzeuge, um Reparaturen an Miele-Geräten direkt vor Ort durchführen zu können. Milan Dajic, Director Vehicle Fleet Management bei Miele, der auch am VOY-Termin anwesend war, erklärte:

„Durch die drei am Unterboden installierten Wasserstofftanks ist der Laderaum hinsichtlich des Volumens vollständig erhalten geblieben“.

Vollgetankt soll der Vivaro-e HYDROGEN eine Reichweite von mehr als 400 Kilometer (WLTP) bieten – wobei das Nachtanken vom Zeitaufwand ungefähr dem eines herkömmlichen Fahrzeuges mit Verbrenners entspricht. Darüber hinaus lässt sich der Transporter nahezu geräuschlos bewegen – und das mit einer Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h. Dajic resümiert:

„Wir haben den Vivaro mittlerweile mehr als 2.000 Kilometer getestet und sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Nach der Testphase in Gütersloh und dem Einbau des Regalsystems werden wir ihn an einen unserer Kundendienst-Servicetechniker übergeben und im täglichen Praxiseinsatz testen“.

Das beflügelt Stellantis, wo man künftig plant, zum Vanhersteller Nummer eins weltweit aufzusteigen, was mit Toyota in Asien und Ram in Amerika gelingen könnte. Weshalb man sich in diesem Segment sehr technologieoffen gibt.

Was bedeutet das?

Stellantis und Topyota treiben das Thema Brennstoffzelle im Van massiv voran – gemeinsam und teils auch getrennt auf regionalen Pfaden. Doch gerade im Segment ab 3,5 Tonnen und auf Langstrecken kann das durchaus ein Thema werden, sofern die Infrastruktur und der Handel mitgezogen werden.

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