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Stellantis und Saft präsentieren intelligentere und effizientere Batterie

Der französische Autokonzern und TotalEnergies Tochter Saft stellen eine neue Batterie-Technologie vor. Das gemeinsame Forschungsprojekt IBIS von Wissenschaft und Unternehmen in Frankreich entwickelte einen effizienteren und weniger kostenintensiven Energiespeicher.

Energiespeicher mit integrierter Wechselrichter und Ladefunktion - vier Jahre Forschung in Frankreich wollen den Durchbruch gebracht haben.| Foto: Stellantis
Energiespeicher mit integrierter Wechselrichter und Ladefunktion - vier Jahre Forschung in Frankreich wollen den Durchbruch gebracht haben.| Foto: Stellantis
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Thomas Kanzler

Nach vier Jahren Entwicklung, Modellierung und Simulation hat ein 25-köpfiges Team, bestehend aus Wissenschaftlern des CNRS (Centre National de la Recherche Scientifique), Ingenieuren von Stellantis und Saft sowie Forschern, den innovativen Prototypen einer Energiespeicherbatterie mit integrierten Wechselrichter- und Ladefunktionen vorgestellt. Diese Integration der Wechselrichter- und Ladefunktionen ermöglicht eine effizientere, zuverlässigere und kostengünstigere Batterie, die zum einen die Reichweite batterieelektrischer Fahrzeuge steigert und zum anderen weniger Platz im Fahrzeug benötigt.

Dieses gemeinsame Forschungsprojekt ist unter der Bezeichnung „Intelligent Battery Integrated System“ (IBIS) bekannt. Dabei integriert IBIS Funktionen des elektrischen Ladegeräts und des Wechselrichters in Lithium-Ionen-Batteriemodulen und ersetzt sie durch elektronische Konverter-Platinen. Das spart Platz im Fahrzeug und senkt die Kosten des Systems. Laut Stellantis-Ingenieuren bedeute das den Durchbruch für mobile und stationäre Energiespeicher.

Zahlreiche Patente

Ein Demo-Modell, seit Sommer 2022 in Betrieb, ist Gegenstand zahlreicher Patente und steht für eine entscheidende Abkehr von derzeit üblichen elektrischen Konverter-Systemen. Im Rahmen des Projekts konnten eine Vielzahl neuer technischer Konzepte erprobt und praxistaugliche Steuerungs- und Betriebsfunktionen realisiert werden – dies alles in Vorbereitung auf den Einsatz in Autos oder für stationäre Anwendungen.

Das IBIS-Projekt verspricht auf dem Gebiet der Elektromobilität einen echten Paradigmenwechsel in der Konzeption von elektrischen Antrieben. Beim IBIS-Konzept sind die elektronischen Konverter-Platinen für die Wechselrichter- und Ladefunktionen so nah wie möglich an den Lithium-Ionen Batteriezellen montiert. Ein hochentwickeltes Steuersystem ermöglicht die Erzeugung von Wechselstrom für einen Elektromotor direkt aus der Batterie. Die Partner des IBIS-Projekts arbeiten derzeit mit Hochdruck an einem voll funktionsfähigen Fahrzeugprototyp, der auf den Testständen und -strecken von Stellantis sowie auf öffentlichen Straßen getestet werden soll. Geplant ist, diese Technologie noch in diesem Jahrzehnt in Fahrzeugen der Marken des Stellantis Konzerns auf den Markt zu bringen.

„Unser Weg zur Elektrifizierung führt über Innovationen und exzellente Forschungsleistungen – unter Einsatz modernster Technologien. So wollen wir die konkreten Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden unserer E-Fahrzeuge – wie Reichweite, Platzangebot und Erschwinglichkeit – erfüllen und gleichzeitig den CO2-Fußabdruck durch eine verbesserte Effizienz reduzieren“, sagt Stellantis-Entwicklungschef Ned Curic. „Dieses revolutionäre Batteriesystem könnte ein entscheidender Schritt bei der Erreichung des Ziels von Stellantis sein, eine praxistaugliche, nutzerfreundliche und fortschrittliche Technologie für alle anzubieten.“

Geringeres Gewicht, geringere Kosten

Durch die Entwicklung einer effizienten und wirtschaftlich wettbewerbsfähigen Technologie erschließt das IBIS-Projekt Möglichkeiten, das Fahrzeuggewicht sowie die Kosten des Elektroantriebs und der Fahrzeugfertigung zu senken. Gleichzeitig wird eine Vielzahl neuer Produkteigenschaften ermöglicht.

Im Bereich der stationären Energiespeicherung und der Integration erneuerbarer Energien wird Projektpartner Saft helfen, einsatzfertige Installationen mit verbesserter Batterieverfügbarkeit, optimierter Nutzung der installierten Energie und geringerem Platzbedarf anzubieten. Die inhärente Architektur der IBIS-Batterie wird die Wartung und Modernisierung des Systems vereinfachen und den CO2-Fußabdruck verringern.

TotalEnergies Tochter Saft arbeitet an stationären Speicherlösungen

Die Kombination von Batterielösungen für Elektrofahrzeuge und die stationäre Speicherung erhöht die Wettbewerbsfähigkeit der beiden Angebote aufgrund von Volumeneffekten auf wachsenden Märkten.

„Saft steht schon seit über 100 Jahren im Zentrum der Innovations-Entwicklung für industrielle Batterien. Als Pioniere auf diesem zukunftsweisenden Gebiet können unsere Entwickler auch langfristige Forschungsprogramme wie IBIS durchführen. Wir freuen uns über diese Kooperation mit anderen renommierten Partnern dieses Spezialgebiets an einem Innovationsprojekt, das sowohl Elektromobilität als auch stationäre Energiespeicherung revolutionieren soll“, erläutert Cedric Duclos, Chief Executive Officer von Saft.

Was bedeutet das?

Das IBIS-Projekt wird vom „Future Investment Plan“ der ADEME (Französische Agentur für Umwelt und Energie) gefördert und von Stellantis koordiniert. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt der Industriepartner Saft (TotalEnergies-Konzern), E2CAD und Sherpa Engineering sowie der Forschungslabore des französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung und des Institut Lafayette. Das IBIS-Projektteam plant Markteinführung in Stellantis-Fahrzeugen noch in diesem Jahrzehnt, wir dürfen gespannt sein, ob den Franzosen da in der Batterieentwicklung ein Coup gelungen ist.

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