Stellantis übernimmt aiMotive und will mittelfristig autonome Plattform entwickeln

Technologie des ungarischen Jungunternehmens soll die "mittelfristige Entwicklung von STLA AutoDrive, Plattform für autonomes Fahren von Stellantis, unterstützen. Dennoch soll die Firma mit dem Spirit eines Start-ups weiterarbeiten und Gründer László Kishonti als CEO die Entwicklung vorantreiben.

Gemeinsam autonom: Stellantis übernimmt aiMotive und will mit dem Jungunternehmen von Gründer László Kishonti (re.) Schlüsseltechnologien für das automatisierte Fahren erschließen, das man ab 2024 in großem Stil über den Konzern ausrollen will. | Foto: Stellantis
Gemeinsam autonom: Stellantis übernimmt aiMotive und will mit dem Jungunternehmen von Gründer László Kishonti (re.) Schlüsseltechnologien für das automatisierte Fahren erschließen, das man ab 2024 in großem Stil über den Konzern ausrollen will. | Foto: Stellantis
Johannes Reichel

Der Stellantis-Konzern hat aiMotive, einen Softwareentwickler für künstliche Intelligenz und autonomes Fahren übernommen. Die Akquisition soll die Kerntechnologie der künstlichen Intelligenz und des autonomen Fahrens des Konzerns stärken, zudem Zugriff auf den "globalen Talentpool" der Firma eröffnen und damit die mittelfristige Entwicklung der komplett neuen Plattform STLA AutoDrive voranbringen.

„Die Übernahme der erstklassigen Technologien bei künstlicher Intelligenz und autonomem Fahren ist ein wichtiger Beitrag, um ein nachhaltiges Mobility-Tech-Unternehmen zu werden“, betonte Yves Bonnefont, Chief Software Officer von Stellantis.

Er sieht in der Akquisition einen entscheidenen Impuls für den Strategieplan "Dare Forward 2030" des Konzerns. Das Technologie-Produktportfolio von aiMotive konzentriert sich auf vier Schlüsselbereiche bei künstlicher Intelligenz und autonomen Fahrens:

  • aiDrive: Eingebetteter Software-Stack für autonomes Fahren
  • aiData: Prozesse mit künstlicher Intelligenz und Data-Tooling
  • aiWare: Know-how und geistiges Eigentum für Silizium-Mikrochips
  • aiSim: Software-Simulation für die Entwicklung des autonomen Fahrens

Die Softwareteams des Konzerns entwickelten bereits die drei brandneuen Technologieplattformen (STLA Brain, STLA SmartCockpit, STLA AutoDrive), die ab dem Jahr 2024 in großem Maßstab bei den vier neuen STLA-Fahrzeugplattformen (STLA Small, STLA Medium, STLA Large, STLA Frame) eingesetzt werden sollen. Mit der Softwarestrategie, die während des Software Days im November 2021 angekündigt wurde, soll im Rahmen des Strategieplans „Dare Forward“ 2030 bis zum Ende des Jahrzehnts ein zusätzlicher Jahresumsatz von etwa 20 Milliarden Euro generiert werden. Dieses ehrgeizige Ziel werde durch Investitionen von 30 Milliarden Euro in Elektrifizierung und Software gestützt.

aiMotive hat seinen Sitz in Budapest (Ungarn) mit Niederlassungen in Deutschland, den Vereinigten Staaten und Japan. Das Team besteht aus mehr als 200 hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit, darunter Ingenieure mit hohen Fachkenntnissen im Bereich künstliche Intelligenz und autonomes Fahren. aiMotive werde als Tochtergesellschaft von Stellantis agieren und weiterhin operativ unabhängig und mit der Mentalität eines Start-ups agieren, verspricht man. Gründer László Kishonti bleibe zudem CEO und das Unternehmen soll weiterhin drei Elemente seines aktuellen Technologieproduktportfolios, einschließlich aiData, aiSim und aiWare, an andere Partner verkaufen können. Der Konzern werde ein Board of Directors etablieren, das die Firma beaufsichtigt. Gleichzeitig sollen die Teams für autonomes Fahren und künstliche Intelligenz der beiden Unternehmen eng zusammenarbeiten.

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