Stellantis sichert sich Lithiumversorgung für Elektrofahrzeug-Produktion in Nordamerika

Stellantis und Controlled Thermal Resources Ltd. (CTR) haben die Unterzeichnung einer verbindlichen Abnahmevereinbarung zur Lieferung von Lithiumhydroxid in Batteriequalität durch CTR zur Verwendung in der nordamerikanischen Elektrofahrzeug-Produktion von Stellantis bekanntgegeben.

CTR will Lithium aus geothermischen Solen gewinnen - und das mit nachhaltiger Energie.| Foto: CTR
CTR will Lithium aus geothermischen Solen gewinnen - und das mit nachhaltiger Energie.| Foto: CTR
Thomas Kanzler

Akku-Rohstoff aus der „Höllen-Küche

Das „Hell's Kitchen-Projekt“ von CTR im kalifornischen Imperial County wird Lithium aus geothermischen Solen gewinnen. Dabei werden erneuerbare Energie und Dampf verwendet, um Lithiumprodukte in Batteriequalität in einem integrierten, geschlossenen Prozess herzustellen, wodurch die Notwendigkeit von Verdampfungssoleteichen, Tagebauminen und der Verarbeitung fossiler Brennstoffe entfällt.

„Im Kampf gegen die globale Erderwärmung ist die Stärkung unserer Lieferkette für batteriebetriebene Elektrofahrzeuge zur Unterstützung unserer ehrgeizigen Elektrifizierungsziele absolut entscheidend“, sagte Stellantis CEO Carlos Tavares. „Indem wir sicherstellen, dass wir durch verschiedene Partnerschaften auf der ganzen Welt über eine robuste, wettbewerbsfähige und kohlenstoffarme Lithiumversorgung verfügen, können wir unsere ambitionierten Produktionspläne für Elektrofahrzeuge auf verantwortungsvolle Weise erfüllen.“

„Diese verbindliche Abnahmevereinbarung mit Stellantis setzt einen neuen Maßstab für die Automobilindustrie in den Vereinigten Staaten“, sagte Rod Colwell, CEO von CTR. „Die Sicherung von sauberem Lithium, das mit Energie aus erneuerbaren Ressourcen hergestellt wird, trägt dazu bei, die Batterielieferkette weiter zu dekarbonisieren. Dies führt wiederum zu noch saubereren Autos, die die Umwelt noch weniger belasten. Wir freuen uns auf eine starke und erfolgreiche Zusammenarbeit mit Stellantis.“

Fünf Millionen Stellantis-Stromer brauchen Akkus

CTR wird Stellantis während der Vertragslaufzeit von 10 Jahren mit bis zu 25.000 Tonnen Lithiumhydroxid pro Jahr beliefern. Stellantis hatte Ende 2021 bereits einen ähnlichen Liefervertrag zur Unterstützung seiner europäischen Fahrzeugproduktion angekündigt.

Als Teil des Strategieplans Dare Forward 2030 kündigte Stellantis an, bis 2030 weltweit jährlich fünf Millionen batteriebetriebene Elektrofahrzeuge verkaufen zu wollen. Das entspräche 100 Pozent des Pkw-BEV-Verkaufsmix in Europa und 50 Prozent des Pkw- und leichten Nutzfahrzeug-Absatzes in Nordamerika. Stellantis kündigte in diesem Zuge auch die geplante Erhöhung der Batteriekapazität um 140 GWh auf etwa 400 GWh an, die von fünf Werken in Europa und Nordamerika sowie durch zusätzliche Lieferverträge sichergestellt werden soll.

CTR wird Lithiumhydroxid und Lithiumcarbonat in Batteriequalität zusammen mit geothermischer Energie in Imperial County, Kalifornien, mit einer Ressourcenproduktionskapazität von über 300.000 Tonnen pro Jahr produzieren.

Was bedeutet das?

Ohne Lithium keine Akkus, ohne Akkus keine Stellantis-BEV-Marktoffensive (natürlich gibt es auch andere Akkus-momentan ist allerdings in fast allen E-Fahrzeug Batterien Lithium enthalten). Der so wichtige Batterie-Rohstoff ist auf dem Weltmarkt heiß umkämpft.

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