Stellantis: Positive Geschäftszahlen, Alfa Romeo wird ab 2027 elektrisch

Neben der Präsentation seiner Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2021 hat Stellantis auch seine Strategie zur Umstellung auf BEV-Modelle ausgerollt: DS wird ab 2024 nur noch reine E-Modelle bringen, Lancia ab 2026, Alfa Romeo ab 2027 und Opel ab 2028

Stellantis hat neben den Halbjahreszahlen auch den Elektrifizierungsfahrplan bis 2023 vorgelegt. | Foto: Stellantis
Stellantis hat neben den Halbjahreszahlen auch den Elektrifizierungsfahrplan bis 2023 vorgelegt. | Foto: Stellantis
Gregor Soller

Aktuell (muss) Stellantis noch viele Modelle als Plug-in-Hybrid anbieten, das soll sich aber ändern. Zumal die Zahlen fürs erste Halbjahr 2021 stimmen: Im ersten Halbjahr seines Bestehens kam der aus FCA und PSA fusionierte Konzern auf einen Umsatz von 75,3 Milliarden Euro (+46 Prozent) und erwirtschaftete einen operativen Gewinn von 8,6 Milliarden Euro – was eine operative Marge von 11,4 Prozent bedeutet     - ein guter Wert in der Branche, zumal Stellantis viel Volumen im Kompaktsegment macht.

DS macht ab 2024 den Anfang

Interessant war jetzt die Ankündigung, ab wann einzelne Marken nur noch batterieelktrische Autos vorstellen werden. Was nicht gleichzusetzen ist mit dem Auslaufen der Verbrenner. Den Anfang macht DS ab 2024. Damit dürfte der Nachfolger des DS 7 Crossback den Anfang machen und nur noch elektrisch kommen, womit man der Strategie von Porsche mit dem etwas gleich großen Macan folgt, der künftig auch nur noch als Stromer kommen soll. Noch kein Datum gibt es, wann der letzte Verbrenner oder Hybrid verkauft werden soll – wobei DS4 und DS9 gerade erst präsentiert wurden – womit man bei normalen Modellzyklen also mit 2027 bis 2029 rechnen kann.

Lancia wird ab 2026 nur noch neue Stromer bringen

Auch Lancia soll wieder zurückkommen: Der Y, der nur noch in Italien verkauft wird, erhielt zum Jahreswechsel ein weiteres Facelift und Mildhybride und führte in Italien trotz seines Alters auch im ersten Halbjahr 2021 wieder das B-Segment an! Ab 2024 sollen nur noch elektrifizierte Modelle kommen, ab 2026 sollen neue Lancias nur noch mir reinem Elektroantrieb auf den Markt kommen. Heißt aber auch hier, dass die Verbrenner bis 2030 oder gar darüber hinaus weiterlaufen könnten.

Aus Alfa wird e-Alfa - ab 2027

Bei Alfa Romeo soll die Umstellung auf reine Elektromodelle in Europa, Nordamerika und China bis 2027 abgeschlossen sein. Ab 2022 startet das Plug-in-Hybrid Tonale, ab 2023 soll das B-Segment SUV in Polen auf Basis der bekannten e-CMP gebaut werden soll –also mit dem bekannten 100-kW-Antrieb und dem 50 kWh-Akku. Der „Brennero“ soll allerdings auch noch als Mildhybrid kommen. Auf den Start der neuen Plattform STLA Small mit besseren Leistungswerten 2026 kann die Marke damit aber nicht mehr warten. Wenn die Nachfolger von Gulia und Stelvio erst 2027 kommen, wird das eine lange Durststrecke für die aktuellen Modelle, die gar nicht elektrifiziert angeboten werden und dann zehn Jahre alt wären.

Opel wird ab 2028 nur noch Stromer vorstellen - könnte auch für Citroen und Peugeot gelten

Auch Opel soll 2028 in Europa zur reinen Elektro-Marke werden, was mit dem Produktionsende des jetzt präsentierten neuen Astra zusammenfallen würde. Auch der nächste Corsa könnte schon rein elektrisch kommen, während die Grandland- und Insignia-Nachfolger nochmal als hybridisierte Verbrenner kommen dürften.

Etwas schwammiger blieb man bei Fiat: Die Marke soll „zwischen 2025 und 2030“ rein elektrisch werden. Hier ist der Preisdruck höher, denn die E-Autos müssen „zum Preis von Verbrennern verkauft werden können“. 2023 kommt der neue Punto, der die bekannte e-CMP-Basis nutzen wird.

Weniger klar gab man sich auch bei den französischen Marken Citroen und Peugeot, die aber analog zu Opel bis 2028 umgestellt sein könnten, da die Modellzyklen teils ähnlich laufen.

Auch die US-Marken werden elektrisch. Dodge denkt gar über eine E-Viper nach

Auch die US-Marken werden elektrisch: So kündigte Dodge-CEO bereits im März an, die uralten V8-Hellcat-Maschinen durch Stromer ersetzen zu wollen. Das könnte ab 2024 passieren, denn sowohl Charger als auch Challenger stehen noch auf der Basis des Mercedes-Benz W210 aus den 1990er Jahren! In dem Zuge könnte auch Chysler auf eine E-Basis umziehen. Allerdings: Bis 2023 kündigt Stellantis kein elektrifiziertes Modell für Chrysler an, ab 2022 soll es bei Dodge einen Plug-in geben und bei Jeep soll im ersten Halbjahr 2023 der erste reine Stromer ans Netz gehen. Interessant dabei: Auch Maserati soll bis 2023 nur noch elektrische Neuerscheinungen erhalten.

Die Modelle stehen dann auf vier Plattformen: Den Einstieg bildet STLA „small“, während Alfa, Maserati und die US-Marken die große Die STLA Large nutzen werden. Insgesamt planen die Stellantis-Marken bis 2023 elf BEV- und zehn neue PHEV-Modellen. Details findet man auch unter

https://www.stellantis.com/content/dam/stellantis-corporate/investors/events-and-presentations/presentations/Stellantis_H1_21_Results_Presentation.pdf

 

Was bedeutet das?

Stellantis ist gut in sein erstes Halbjahr gestartet. Setzt die reine Elektrifizierung aber eher dezent-realistisch um. Man darf gespannt sein, ob CEO Carlos Tavares die Ergebnisse und die Schlagzahl halten kann.   

Printer Friendly, PDF & Email