Stellantis: Neue (elektrische) Zukunft für Lancia?

Eigentlich sollte die Marke Lancia in Italien sanft entschlafen. Es gibt nur noch ein Modell, den Y, doch der war 2020 wieder das zweitbestverkaufte Modell in Italien und machte noch rund 43.000 Einheiten. In der neuen Stellantis-Ausrichtung wird die Marke zusammen mit DS und Alfa Romeo in einen neuen Premium-Verbund gestellt – und nicht aufgegeben.

Der Lancia Y erhielt für 2021 jetzt erneut ein Facelift. | Foto: Lancia
Der Lancia Y erhielt für 2021 jetzt erneut ein Facelift. | Foto: Lancia
Gregor Soller

Schon bei der Präsentation der neuen Mildhybrid-Dreizylinder 2020 spitzten einige Journalisten die Ohren: Der komme in Fiat 500, Panda und im Lancia Y zum Einsatz. Rückfrage an die FCA-Presse: Lancia? „Ja, natürlich“, war die Antwort. Und als man dann weiterbohrte, ob die 500-Elektroplattform auch für künftige Lancias genutzt werden konnte, herrschte lächelndes Schweigen.

Es scheint also weiterzugehen mit der Marke, den spätestens in der neuen Stellantis-Struktur hätte Stellantis-CEO Carlos Tavares die Gelegenheit gehabt, aufzuräumen und „untote“ Marken wie Lancia endgültig entschlafen zu lassen. Allein der italienische Heimatmarkt hätte dann ein Problem. Also könnte es weitergehen, was dann wieder zumindest EU-weit passieren müsste, weshalb man den Y zum Modelljahr 2021 abermals dezent liftete.

Neue LED-Tagfahrstreifen schminken die Augen respektive Scheinwerfer eleganter, dazu kommt ein Grill mit jetzt wieder senkrecht verlaufenden Streben und satiniertem Chrom. All das lässt den Y edler wirken. Innen gibt es ein neues Infotainment-System mit Sieben-Zoll-Touchscreen, Apple Carplay und Android Auto. Am wichtigsten: die neuen Motoren, die jetzt die Abgasnorm Euro 6D-Final erfüllen. Antriebsseitig stehen ein 1,2-Liter Benzin/LPG-Motor mit 69 PS, ein 0,9 Liter Twinair-Benzin/CNG-Motor mit 70 PS sowie der neue Einliter-Dreizylinder Benzin-Mildhybrid mit 70 PS zur Wahl.

Die erweiterte Farbpalette bietet den neuen Ton Elegant Blue. Innen stattet man den Y wie einst Delta und Co. in „Gold“ oder „Silber“ aus, erkennbar an der Wertigkeit der Bezugsstoffe und Verkleidungen sowie an Ausstattungsdetails. „Platino“ verkniff man sich.

Und wie bei Fiat 500 und Panda soll mehr Recycling-Material verwendet werden. Angeboten wird der aufgefrischte Lancia Ypsilon in Italien, und nur dort, ab Ende Februar zu Preisen ab 9.500 Euro.

Was bedeutet das?

In Italien ist Lancia wichtig für FCA. Und wenn die Marke nun doch eine (elektrische) Zukunft haben soll, muss der Y durchhalten, bis ein eventueller Nachfolger fertig ist, der dann vielleicht doch wieder europaweit verkauft wird. Deshalb musste der Y geliftet und immerhin mildhybridisiert werden. Man darf gespannt sein, was Tavares mit der Marke vorhat.

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