Stellantis investiert 30 Milliarden in Software und Elektrifizierung

Beim „Software Day“ präsentiert der Konzern seine Softwarestrategie für den Einsatz von Technologieplattformen nächster Generation. Bis 2030 will man einen zusätzlichen Umsatz von rund 20 Milliarden Euro erzielen.

Carlos Tavares stellt die Unternehmens-Strategie bei den "Stellantis Software Days" vor. | Foto: Stellantis
Carlos Tavares stellt die Unternehmens-Strategie bei den "Stellantis Software Days" vor. | Foto: Stellantis
Thomas Kanzler

Die Softwarestrategie des Stellantis-Konzerns geht Hand in Hand mit der Elektrifizierung des Fahrzeugportfolios des Unternehmens. Ziel ist es, bis 2030 mehr als 70 Prozent der Fahrzeugverkäufe in Europa und mehr als 40 Prozent der Fahrzeugverkäufe in den USA mit emissionsarmen Fahrzeugen zu erzielen.

„Unsere Elektrifizierungs- und Softwarestrategien werden unseren Wandel hin zu einem führenden nachhaltigen Mobilitäts-Technologieunternehmen unterstützen“, sagte Stellantis-CEO Carlos Tavares.

STLA-Brain als neue Elektrik/Elektronik- und Softwarearchitektur

Die KI-basierte Technologieplattform kommt 2024 auf den auf den vier batterieelektrischen Plattformen von Stellantis – STLA Small, Medium, Large und Frame auf den Markt. Bei STLA Brain handelt es sich um eine Architektur, die vollständig in die Cloud integriert ist und elektronische Steuergeräte im Fahrzeug über einen Hochgeschwindigkeits-Datenbus mit dem zentralen Computer des Fahrzeugs verbindet. Over-the-Air-Updates sollen die Fahrzeuge noch Jahre nach ihrer Herstellung auf dem neuesten Stand halten.  So will Stellantis die Kosten sowohl für die Kunden als auch für das Unternehmen reduzieren.

Technologische Partnerschaften mit BMW, Waymo und Foxconn

Schon jetzt arbeitet Stellantis beim autonomen Fahren der Stufen 2, 2+ und 3 mit BMW zusammen. Gleichzeitig hat Stellantis in USA Chrysler Pacifica Hybrids mit dem Waymo Diver ausgestattet und vollständig autonome Fahrten in den USA unternommen. Mit dem neuen Partner Foxconn sollen nun vier neue Chipfamilien entstehen. Die Komplexität der Komponenten soll dabei vereinfacht werden. Stellantis erhofft sich von der Kooperation, Lieferkettenengpässe in Zukunft zu vermeiden und die Software-Definition der Stellantis-Fahrzeuge flexibler anpassen zu können.

„Wir freuen uns darauf, dieses Know-how mit Stellantis zu teilen und gemeinsam die langfristigen Engpässe in der Lieferkette anzugehen, während wir die Expansion in den Elektrofahrzeugmarkt fortsetzen“, sagte Young Liu, Chairman & CEO der Foxconn Technology Group.

Schnell wachsendes, softwaregestütztes Geschäft

Stellantis will sein Software- und Connected-Services-Geschäft aufbauen. Das Unternehmen verfügt heute über 12 Millionen vernetzte Autos weltweit. Bis 2026 soll dieser auf 26 Millionen Fahrzeuge anwachsen und rund 4 Milliarden Euro Umsatz generieren. Bis 2030 ist -bei geplanten 34 Millionen Fahrzeugen- ein Jahresumsatz von etwa 20 Milliarden Euro anvisiert. Zudem wird Stellantis 2022 seine Datenerfassungskapazitäten nutzen und ein nutzungsbasiertes Versicherungsprogramm einführen. Dies soll zuerst in Europa und Nordamerika angeboten werden, mit der Absicht, weltweit zu expandieren.

Was bedeutet das?

Stellantis fühlt sich gerüstet für den Umbau und holt sich starke Partner ins Boot. Das Schlusswort hat Carlos Tavares: „In Future the Software is the Core“.

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