Stellantis: CEO Tavares organisiert die Führungsetage neu

15 Monate nach der Gründung des Stellantis Konzerns hat Carlos Tavares tiefgreifende Veränderungen der Führungspositionen bekannt gegeben. Unter anderem wird der erst vor acht Monaten angetretene Opel Chef Uwe Hochgeschurtz den deutschen Autobauer wieder verlassen und in Zukunft das Europa Geschäft des Stellantis Konzerns verantworten.

Uwe Hochgeschurtz verlässt Opel und verantwortet zukünftig für das operative Geschäft in Europa bei Stellantis.| Foto: Stellantis
Uwe Hochgeschurtz verlässt Opel und verantwortet zukünftig für das operative Geschäft in Europa bei Stellantis.| Foto: Stellantis
Thomas Kanzler

Als Teil der Umsetzung seines im März 2022 angekündigten Strategieplans „Dare Forward 2030“ hat Stellantis heute personelle Änderungen mit Wirkung zum 1. Juni 2022 bekannt gegeben.

„Die täglichen Herausforderungen und der anhaltende tiefgreifende Wandel der Automobilindustrie erfordern in unserem Unternehmen organisatorische Agilität und Talent am richtigen Ort zum richtigen Zeitpunkt. Nach dem erfolgreichen Start der Geschäftstätigkeit von Stellantis spiegeln diese Ernennungen die ehrgeizigen Ambitionen unseres strategischen Plans ‚Dare Forward 2030‘ wider. Sie werden zu der Transformation beitragen, die wir bereits begonnen haben, als Stellantis im Januar 2021 gegründet wurde“, erklärte Stellantis CEO Carlos Tavares das Stühlerücken.

Kostendruck auf die Zulieferer wird sich erhöhen

Maxime Picat wird zum Chief Purchasing and Supply Chain Officer ernannt und folgt dort auf Michelle Wen, die sich persönlichen Projekten widmen wird. Picat soll vertrauensvolle Beziehungen zu Lieferanten aufzubauen und die kurz- und mittelfristige Leistung von Stellantis in diesem strategischen Tätigkeitsfeld verbessern. Dabei soll Picat die Kosten von Elektrofahrzeugen um 40 Prozent senken, um die Erschwinglichkeit der Mobilität sicherzustellen.

Vom Opel Chef zum Stellantis Europa Chef, Ex – Renault Manager übernimmt Opel und Vauxhall

Uwe Hochgeschurtz wird zum Chief Operating Officer der Region Enlarged Europe ernannt und folgt auf Maxime Picat. Hochgeschurtz verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Automobilindustrie in mehreren Ländern, insbesondere im internationalen Vertrieb. Seine Aufgabe wird es sein, Stellantis bis 2030 zur Nummer eins der Fahrzeughersteller in Europa zu machen. CEO Tavares erwarte von Hochgeschurtz laut Insider-Informationen prozentual zweistelligen Renditen.

Auf Uwe Hochgeschurtz folgt Florian Huettl als CEO von Opel und Vauxhall. Er kam erst im März 2021 von Renault zu Stellantis und bekleidet heute die Position des Opel-Vertriebs- und Marketingchefs für die Region erweitertes Europa. Nach nur drei Monaten im Amt wird er ab Juni den deutschen Traditions-Autobauer Opel leiten.

Kreislaufwirtschaft ein Zentrales Projekt

Alison Jones, derzeit für den britischen Markt zuständig, wird auf globaler Ebene die Position Senior Vice President of Circular Economy einnehmen und berichtet zukünftig an Philippe de Rovira, Chief Affiliates Officer von Stellantis. Sie soll dem Bereich Kreislaufwirtschaft neue Impulse geben, der laut Konzernchef Tavares eine der Hauptsäulen des Strategieplans „Dare Forward 2030“ sei. Zudem soll bis 2030 einen Umsatz von 2 Milliarden Euro erreicht werden, wobei die Einnahmen aus der verlängerten Lebensdauer vervierfacht und die Einnahmen aus dem Recycling verzehnfacht werden sollen. Paul Willcox, derzeit verantwortlich für die Marke Vauxhall in Großbritannien, wird die bisherige Position von Alison Jones einnehmen. Er soll für Opel-CEO Huettl die Organisationsstruktur in Großbritannien vereinfachen.

Was bedeutet das?

40 Prozent weniger Kosten bei der Herstellung der Elektro-Fahrzeuge, zweistellige Renditen in Europa – Stellantis CEO Carlos Tavares gibt den neuen Chefs gewaltige Aufgaben mit auf den Weg.

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