Städte-Ranking: Berlin gibt bei alternativer Mobilität Vollstrom

Kilometerlange Staus, kein Platz zum Parken - leidige Themen für Autofahrer, vor allem in Großstädten. Abhilfe sollen Car- und Bikesharing oder der Öffentliche Nahverkehr bieten. Aber welche Stadt hat die besten Mobilitätsalternativen? Die Eventagentur Spreefreunde hat die 30 größten Städte verglichen.

Scooter, Roller, Öffis: In Berlin sind die Alternativen zum eigenen Auto vielfältig. | Foto: Tier Mobility GmbH
Scooter, Roller, Öffis: In Berlin sind die Alternativen zum eigenen Auto vielfältig. | Foto: Tier Mobility GmbH
Nadine Bradl

Volle Straßen und überfüllte Verkehrsmittel sind in Großstädten immer wieder ein Thema. Abhilfe versprechen nicht nur die öffentlichen Nahverkehrsmittel, sondern auch Mobilitäts-Dienstleister mit einem vielfältigen, oft auf Sharing ausgelegten Angebot. Die Eventagentur Spreefreunde hat dazu ein deutschlandweites Mobility-Ranking erstellt. Das Berliner Unternehmen hat dafür die Breite des Mobilitätsangebots der 30 größten Städte Deutschlands untersucht – vom öffentlichen Nahverkehr, über Car- und Roller-Sharing, E-Scooter und Leih-Fahrräder bis hin zum Ridesharing- und Taxiangeboten.

Berlin top, Wuppertal flop
Deutschlands Hauptstadt bietet demnach mit insgesamt 46 verschiedenen Anbietern für Anwohner:innen und Tourist:innen die größte Auswahl an Transportmöglichkeiten. Dahinter folgt München mit 42 Anbieter:innen. Platz drei des Mobility-Rankings belegt Düsseldorf (39). Hamburg und Köln komplettieren mit 37 beziehungsweise 35 verschiedenen Optionen die Top Fünf.

Deutlich weniger Möglichkeiten haben die Bewohner:innen von Wuppertal und Chemnitz. Mit 13 beziehungsweise 14 verschiedenen Anbietern haben die Menschen hier die geringste Auswahl. In Münster, Mönchengladbach, Kiel und Aachen gibt es ein ähnlich eingeschränktes Angebot: Hier bieten etwa 15 verschiedene Unternehmen ihren Service an.

Carsharing: Nur drei Anbieter in Gelsenkirchen
In Berlin bieten 14 Carsharing Unternehmen ihren Service an. Somit ist die Hauptstadt auch in dieser Kategorie führend. Nur München (13), Hamburg, Düsseldorf (beide zwölf) und Nürnberg (elf) erreichen sonst noch einen zweistelligen Wert. Gelsenkirchen (drei) sowie Münster und Mönchengladbach (beide fünf) belegen die untersten Plätze im Ranking.

E-Scooter und E-Roller im Kommen
E-Motorroller können bisher in 19 Großstädten in Deutschland ausgeliehen werden. In Düsseldorf und Berlin haben die Nutzer:innen die größte Auswahl zwischen vier beziehungsweise drei Anbietern. Hamburg, München, Köln und Stuttgart stellen jeweils Roller von zwei Unternehmen zur Verfügung. In Frankfurt, Essen, Leipzig, Wiesbaden und Bielefeld ist jeweils nur ein Unternehmen, das E-Scooter anbietet, vertreten.

Weitaus verbreiteter sind die zahlreichen Anbieter von E-Scootern. Mindestens ein Unternehmen bietet seinen Service in jeweils einer der untersuchten deutschen Großstädte an. Mit acht Anbietern gibt es in München und Köln die meisten Möglichkeiten, einen E-Scooter zu leihen. Frankfurt am Main und Berlin liegen mit insgesamt sieben Unternehmen nur knapp dahinter.

Öffentlicher Nahverkehr: In Münster und Aachen fahren nur Busse
Beim öffentlichen Nahverkehr können mehrere Städte ein breites Angebot vorweisen. Berlin, Bochum und Duisburg verzeichnen mit Bus, S-Bahn, U-Bahn, Tram, Stadtbahn sowie Fähre die meisten öffentlichen Verkehrsmittel. Zehn weitere Großstädte, darunter Nürnberg und Hamburg, bieten mit vier öffentlichen Verkehrsmitteln ein ähnlich breites Angebot. Die Auswahl des Transportmittels fällt dagegen in Münster und Aachen deutlich geringer aus: Hier fahren ausschließlich Busse.

Tim Krannich, Managing Partner von Spreefreunde, kommentiert die Analyse: “Besonders mit Blick in die Zukunft ist Mobilität für die Gesellschaft ein wichtiges Thema. Der Raum in der Stadt wird immer knapper und so setzen die Menschen in Großstädten zunehmend auf Sharing-Angebote. Unsere Analyse zeigt deutlich auf, dass insbesondere in den deutschen Metropolen viele Anbieter vor Ort sind. Um Sharing-Modelle auch in kleineren Städten attraktiver zu machen, müssen Anbieter und Städte gemeinsam entsprechende Konzepte entwickeln.

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