Spielwarenmesse 2020: Modelle unter Strom

Auch im Modellbereich fährt die Elektromobilität weiter nach vorn. Überraschende Erkenntnisse aus Nürnberg.

Der EQC war Messemodell bei Herpa - wo man mit dessen Absatz sehr zufrieden ist. | Foto: L. Leeb
Der EQC war Messemodell bei Herpa - wo man mit dessen Absatz sehr zufrieden ist. | Foto: L. Leeb
Gregor Soller

Ein Rundgang über die Spielwarenmesse zeigte: Auch hier kommt die Elektromobilität voll an. Am augenfälligsten war das bei Rietze, wo man mit dem Streetscooter in diversen Varianten und den Elektrostadtbussen von Mercedes-Benz, MAN und Solaris mittlerweile eine ganze Elektrovitrine bestücken kann. „Die hat außer uns wohl keiner“, freut sich Inhaber und Geschäftsführer Christian Rietze, zumal man in dieser Vitrine nur einen „Teil“ aller bisher erschienenen Varianten zeige.  Gerade beim Streetscooter folgten derzeit in der Praxis viele weitere Aufbauten. Ganz klein machten sich die Streetscooter bei Lemke: Dort bietet man die Stromer im Mini-maßstab 1:160 an – damit auch N-Modellbahner ihre Pakte zeitgemäß ausliefern lassen können.

Elektrisch auch das Messemodell von Herpa, ebenfalls im Maßstab 1:87: Man wählte den Mercedes-Benz EQC aus, der sich laut Herpa-Pressesprecher Oliver Kaschel extrem gut nachgefragt wurde und sich – was mittlerweile selten wurde in dem Business – zumindest 2019 bei Herpa besser verkauft hat als bei Daimler selbst. Weshalb Herpa mittlerweile die zweiten Farbvarianten in uni- und Metalliclack auflegt.

Der EQC war auch Messestar bei NZG, allerdings im Maßstab 1:18, in dem die Franken auch Lkw fertigen und der am NZG-Stand immer populärer wird. Mit Beleuchtung in silber kostet er 169 Euro, ohne 109 Euro.

Bei den Briten war natürlich der Jaguar I-Pace, vor allem in der Rennversion im Fokus des Interesses: So kommt das Modell sowohl bei Airfix als „Easy Kit“, das wie ein Lego-Modell zusammengesteckt wird, als auch bei Scalextric, wo der I-Pace standesgemäß auf die Slotrennbahn kommt. A propos Briten: bei Oxford stellte man am Freitag, den 31.1. fest, dass man ja den letzten Tag in der EU sei. Und dann? Lächelndes Schulterzucken. So oder so treibt man das LEVC TX-taxi in diversen Versionen voran: Im Maßstab 1:43 stellt man der schwarzen bald noch eine rote Version zur Seite und auch in 1:76, dem britischen Bahnmaßstab ist das neue London-Taxi gesetzt.

Aber auch bei Tayumo macht der I-Pace als Rennversion Karriere – in en ungewöhnlichen Maßstäben 1:32 und 1:36, wobei Letzterer eher in China populär ist. Henry Mom, Direktor von Tayumo freut sich jedenfalls über das Roll-Out der schnellen Briten, zumal sich bei der 1:32-Version alle Klappen und Türen öffnen lassen. Sein Ziel ist klar: „Wir wollen die hochwertigsten bespielbaren Modelle im Segment anbieten.“ Was unserer Ansicht nach gelungen ist.

Interessant auch der Besuch bei Hoeco, dem Vertrieb der Traxxas-RC-Modelle. Dort erzählt Produktmanager Michael Selner von lautlosen RC-Offroadtreffen, bei denen es über Stock und Stein geht – ohne der Natur zu schaden. Denn die RC-Boliden werden elektrisch über Stock und Stein gesteuert, ohne tiefe Furchen im Gras zu hinterlassen. Womit sogar ein Mercedes-Benz G 6x6 zum umweltfreundlichen Spaßmobil wird, dass dank Portalachsen, funktionsfähigen Sperren und Winden zum Allesüberwinder im kleinen Maßstab wird.

Aber auch bei den Lkw geht es rasch weiter: so konnte Elisa Moret, ihres Zeichens Vertriebsassistentin schon den neuen Iveco S-Way NP vorstellen, der sich vom Diesel durch die Gastanks unterscheidet.

Was bedeutet das?

Alternative Antriebe kommen in Deutschland nur langsam in Fahrt. Dafür fahren die Modellhersteller dann teilweise schon mal voran!

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