Sony testet Vision S in Graz

Ab in die Alpen: Der Vision S, den Sony 2020 auf der CES präsentiert hat, scheint doch mehr als eine „Fingerübung“ des Unterhaltungsgiganten zu sein.

Mittlerweile wurde der Vision S zum fahrfähigen Prototypen weiterentwickelt. | Foto: Sony
Mittlerweile wurde der Vision S zum fahrfähigen Prototypen weiterentwickelt. | Foto: Sony
Gregor Soller

CES 2020: Sony zeigt – ein Auto! Diese Meldung gehörte letztes Jahr zu den Breaking News aus Las Vegas. Doch Sony ruderte sofort zurück und blieb japanisch zurückhaltend: Man wolle mit dem Pkw fortschrittliche Technologien des Unternehmens demonstrieren, ließ man offiziell verlautbaren. Das aber mit einem ganz hervorragend gemachten Prototypen, der auf den ersten Blick sehr seriennah aussah für eine „Demostudie“. Mittlerweile wurde er erste fahrfähige Prototyp in Graz beim Zulieferer magna Steyr zugelassen und absolviert erste Testfahrten auf dem Magna—Gelände und in den österreichischen Alpen. Offiziell stapelte Sony weiter sehr tief: Man wolle „zur Evolution der Mobilität“ beitragen, und ja, man habe mit ersten Probefahrten in Österreich und: man werde die Arbeiten am Vision-S fortführen und ihn auch in anderen Ländern testen. Das Video zeigt den mittlerweile weit fortgeschrittenen Stand der Dinge.

Die Plattform des knapp 4,9 Meter langen Vision-S ist laut Sony auf hohe Sicherheit, Konnektivität und Flexibilität ausgelegt. Und natürlich kann das „Skateboard“ auch hier als Basis für diverse Fahrzeugtypen dienen: Angefangen bei von Coupés, über Limousinen und SUV bis zu Minivans. An der Entwicklung waren mehrere Unternehmen mit Automobil-Kompetenz beteiligt, darunter die Zulieferer Benteler, Bosch, Magna und ZF. Hier wird es jetzt spannend, denn sowohl Magna hat ein derartiges „Skateboard“ für dritte entwickelt als auch Bosch mit Benteler. Doch hier hüllen sich die Japaner weiter in Schweigen. Auf Elektro-Auto-News soll Marco Kollmeier, Vice President der Business Unit Electro-Mobility bei Benteler Automotive erklärt haben, dass man als einer von elf Partnern zwar einzelne Module zur Verfügung gestellt hat, aber eben nicht die eigene Benteler-Bosch-Plattform. 

Immerhin wurde verraten, dass der Vision S mit zwei E-Motoren 400 kW (544 PS) Gesamtleistung bietet, um so in 4,8 Sekunden auf hundert km/h und weiter bis 240 km/h zu beschleunigen. Angaben zur Größe der Akkus und der Reichweite wurden nicht gemacht. 

Sony-seitig liefert man Bild- und Sensortechnologien sowie Software aus den Bereichen künstliche Intelligenz, Telekommunikation und Cloud-Dienste. Der Funktionsumfang lasse sich laut Sony kontinuierlich aktualisieren und weiterentwickeln. Das gelte insbesondere für die Technik zum Autonomen Fahren.

Was bedeutet das?

Sonys Vision S bleibt geheimnisvoll: Denn für eine „Studie zum Ausloten von Möglichkeiten“ war schon der Prototyp auf der CES 2020 zu weit gediehen und dass das Auto jetzt mit Hilfe von magna zum fahr- und zulassungsfähigen Prototypen heranreifte, macht eine Serienfertigung als japanischer Tesla eher sehr wahrscheinlich. Zumal der Vision S in der Heimat aktuell praktisch (noch) keine Konkurrenz hätte – und sicher auch weltweit seine Fans fände.

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