Smart stoppt EQ-Bestellungen

Aktuell werden keine weiteren Aufträge für die Smart EQ-Modelle angenommen.

Vorläufig ausverkauft: Smart kann keine Modelle mehr liefern. | Foto: Daimler
Vorläufig ausverkauft: Smart kann keine Modelle mehr liefern. | Foto: Daimler
Gregor Soller

Daimler stoppt die Bestellungen für den Smart EQ. Das bestätigte ein Sprecher auf Nachfrage. Auch beim A250 E hat Daimler aktuell Lieferprobleme, wie electrive.net berichtet. Doch während es bei der A-Klasse vor allem um das Sondermodell „Edition 2020“ gehen soll, ist beim Smart EQ aktuell gar keine Version mehr bestellbar. Was etwas verwundert, denn die Smart-Verkäufe gaben nach der Streichung der Benziner merklich nach. Nachdem der Sprecher auf Nachfrage bestätigte, dass man durch den Umweltbonus von der Nachfrage regelrecht „überrollt“ wurde, muss man folgern, dass der E-Antriebsstrang und/oder der Akku das Nadelöhr ist. Die offizielle Bestätigung, die Daimler uns zukommen ließ lautet:

"Wir freuen uns über das große Interesse an unseren neuen elektrischen Modellen von smart, das unsere Planungen weit übertrifft und durch die Ankündigung der Innovationsprämie der Bundesregierung noch verstärkt wurde.Da wir derzeit weitere Möglichkeiten bezüglich der Verfügbarkeit prüfen, nehmen wir aktuell keine weiteren Aufträge für den smart EQ fortwo und forfour an."

Man plant aber nach einer Prüfung der Verfügbarkeiten "kurzfristig die Wiederaufnahme der Bestellprogramme ab Juli 2020". Grundsätzlich variieren Lieferzeiten laut Daimler je nach Baureihe und Ausstattung der einzelnen Modelle. Die Preise starten bei 21.940 Euro vor Umweltbonus, der Forfour beginnt bei 22.600 Euro, die Cabrio-Variante des Fortwo startet bei 25.200 Euro. Mit der Förderung und einigen (gewerblichen) Leasing-Angeboten war der Smart EQ zuletzt deutlich günstiger zu haben.

Was bedeutet das?

Daimler macht beim Hochfahren der Elektromobilität derzeit einen unprofessionellen Eindruck: Der EQC bleibt nach wie vor selten, der GLC F-Cell verschwindet schon wieder in der Versenkung und Smart kann derzeit kein Auto liefern…weil man die Kapazitäten anscheinend viel zu niedrig eingeplant hat? Einzig die Plug-in-Hybride scheinen reibungslos zu laufen. Es wird allerhöchste Zeit, dass der Konzern hier schnell an mehreren Fronten nachlegt – was wegen Sparkurs und Corona zur Herkulesaufgabe wird. Ein Grund könnte aber auch eine geplante Punktlandung bei der 95-Gramm-CO2-Regel sein, die daimler 2020 erreichen will. Denn von diesem Flottenert aus muss man sich in den künftigen Jahren weiter verbessern. Wenn man diesen Wert jetzt schon dramatisch unterböte, würde das den Druck ab 2021 massiv erhöhen. Das dürfte auch ein Grund sein, weshalb der VW-Konzern den Absatz des Einstiegstrios um den VE e-Up so stark gedrosselt hat: Auch der Seat Mii ist für 2021 ausverkauft und der Skoda Citigo iV wird aktuell nur noch als teures Topmodell angeboten. Schade, den kaufwillige Kunden werden so vergrault.

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