Smart City Index 2020: Großstädte treiben die Mobilitätswende

Laut Branchenverband Bitkom ist jeder achte Bus (12 Prozent) bereits mit alternativem Antrieb wie Strom oder Bioerdgas unterwegs.

„Die Digitalisierung ist weder Spielerei noch Luxus, sondern ein Pflichtprogramm für den gesamten öffentlichen Sektor“, sagt Bitkom-Präsident, Achim Berg. (Foto: Bitkom)
„Die Digitalisierung ist weder Spielerei noch Luxus, sondern ein Pflichtprogramm für den gesamten öffentlichen Sektor“, sagt Bitkom-Präsident, Achim Berg. (Foto: Bitkom)
Johannes Reichel
von Martina Weyh

Welche Städte sind digitale Spitzenreiter, welche haben noch Nachholbe­darf? Antworten auf diese Fragen gibt der Smart City Index, den der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (Bitkom) jährlich aktualisiert. Der Smart City Index untersucht, bewertet und rankt alle 81 deutschen Großstädte (min. 100.000 Einwohner) nach dem jeweiligen Stand der Digitalisierung. Untersucht wurden The­menfelder wie E-Government, IT-Infrastruktur und vernetzte Mobilität.

Hamburg auch 2020 auf Platz eins

Spitzenreiter auch im Jahr 2020 ist die Elbmetropole Hamburg, die mit 79,2 von 100 erreichbaren Punkten ihren Titel als smarteste Stadt Deutschlands erfolgreich verteidigt hat. Auf Platz zwei folgt die bayerische Landeshauptstadt München mit 74,4 Punkten und dicht dahinter Köln mit 73 Zählern auf dem dritten Platz.

Zahlen zur Entwicklung der Mobilität

Die Zahl der Ladestationen für Elektroautos ist in Deutschlands Großstädten 2020 um 62 % auf 4.955 gestiegen. Bereits jeder achte Bus (12 %) fährt heute mit alternativen Antrieben wie Strom oder Bioerdgas. Knapp jede vierte Großstadt (23 %) bietet eine multimodale Verkehrsapp an, die die optimale Kombination aller Verkehrsmittel inklusive Sharing-Ange­bote ermöglicht. In 91 % der Großstädte können Bus- und Bahntickets in einer zentralen ÖPNV-App gekauft werden. Weitere 6 % bieten dies ausschließlich über eine Extra-App an. Lediglich in 2 der 81 Metropolen gibt es bislang keine Möglichkeit, ÖPNV-Tickets über das Smartphone zu kaufen.

Zukunftsthema im innerstädtischen Verkehr sind autonome elektrische Shuttles – aktuell testet jede vierte Großstadt (27%) die selbstfahrende Beförderungsalternative in Pilotprojekten.  

In Vorreiterstädten wie Hamburg, München oder Aachen profitiere die Bevölkerung außerdem schon heute von „smarter multimodaler Vernetzung und einem intelligenten Management von rollendem und ruhendem Verkehr“, so Bitkom-Präsident Achim Berg.

Weitere Ergebnisse der Studie

Jede zweite Großstadt testet mittlerweile intelligente Straßenbeleuchtungen, 2019 waren es erst 33 %. 47 % der Metropolen testen intelligente Ampelsysteme, um schnell auf Veränderungen des Verkehrsaufkommens zu reagieren. 2019 waren es erst 22 %. Und sechs von zehn Großstädten (57 %) nutzen inzwischen eine Open-Data-Plattform, um Informationen miteinander verknüpfen zu können. Kostenlose Geodaten stellen 86 % bereit, 11 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. E-Autos bleiben aber vorerst die Ausnahme. Lediglich 0,4 % des Fahrzeugbestands in Großstädten wird mit Strom betrieben.

Die komplette Studie hier

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