Skoda Vision 7S: Studie mit Kindersitz auf der Mittelkonsole!

Skoda Auto plant einen Siebensitzer mit variablem Innenraum - und launcht damit eine neue Designsprache

Platz für fünf plus drei: das Baby thront sicher auf der Mittelkonsole. | Foto: Skoda Auto
Platz für fünf plus drei: das Baby thront sicher auf der Mittelkonsole. | Foto: Skoda Auto
Gregor Soller

Skoda Auto plant ein neues Modell mit einer neuen Designsprache und legt dabei mehr Wet denn je auf Praktikabilität und Variabilität – womit man auch dem Premium-Thema aus dem Weg geht: Denn mit Superb, Enyaq und Co. zog es die Tschechen zuletzt (zu) stark Richtung Audi und Co. Die Konzeptstudie Vision 7S zeigt ein geräumiges Fahrzeug mit einer völlig neuen, variablen Innenraumarchitektur und soll Platz für bis zu sieben Personen bieten, wobei im Fond nur Kinder sitzen. Weshalb man eher von einem SUV als einem echten Minivan ausgehen kann.

Das minimalistische Interieur prägen laut Skoda nachhaltige Materialien. Und optisch rudert man massiv zurück, was sich im Marketing-Sprech so anhört: „Die neue Designsprache ist authentisch und bietet eine hohe Funktionalität und intuitive Bedienbarkeit in der digitalen Welt.“ Könnte auch ein bisschen bieder wirken und bedeutet eher: Einfache Formen im Rohbau (Dacia legt hier größten Wert auf simpel zu formende Bleche ohne spezielle Sicken), keine Hinterschnitte oder harte Kanten. Dazu kommen natürlich viele typische Simply Clever-Features. Oliver Stefani, Leiter Skoda Design, wiederholt entsprechend:

„Unsere neue Designsprache ist minimalistisch, funktional und authentisch. Dabei setzen wir auch künftig konsequent auf klassische Skoda-Tugenden, etwa ein großzügiges Raumangebot, leichte Bedienbarkeit und ausgeprägte Funktionalität. Mit unserer neuen Designsprache gehen wir den nächsten Schritt und nehmen die Customer Experience noch stärker in den Blick. Die große Kreativität unserer Designer und Ingenieure unterstreichen variabel verschiebbare Interieurelemente und neu entwickelte Simply Clever-Features wie ein integrierter Kindersitz. Die bewusst minimalistisch gehaltenen Linien setzen das klare Exterieurdesign auch im Innenraum fort.“

Innen: Neue Detaillösungen mit sogenanntem „Wrap-around-Design“

Innen setzt Skoda nach eigenen Angaben auf ein symmetrisches „Wrap-around-Design“, dazu kommt ein breites, horizontales Armaturenbrett, das sich bis zu den Türen erstreckt und für ein noch besseres Raumgefühl sorgen soll. Eine optimal positionierte Handauflage macht die Interaktion mit dem Touchscreen und mit den haptischen Tasten besonders angenehm.

Lessons learned: Es bleibt auch bei haptischen Bedienelementen

Am neu gestalteten Lenkrad finden sich ebenfalls haptische Bedienelemente. Ein Ambientelicht illuminiert verschiedene Bereiche des Innenraums, sorgt für die passende Beleuchtung beim Ein- und Aussteigen und informiert unter anderem über den Ladestatus. Auch die Türverkleidungen sollen interaktive haptische und visuelle Bedienelemente tragen. Spannend: Der integrierte Kindersitz befindet sich in der Mittelkonsole – der sichersten Position in einem Fahrzeug. An den Rückenlehnen der Frontsitze befinden sich für Passagiere in der zweiten und dritten Sitzreihe Halter für Multimediageräte. Außerdem finden sich hier jeweils integrierte Backpacks.

Verschiebbare Bedienelemente für fahren und entspannen

Der Innenraum verfügt über zwei verschiedene Konfigurationen, die ein neues Raumerlebnis für verschiedene Situationen bieten sollen: ,Fahren‘ und ,Relaxen‘. Im Fahr-Modus befinden sich alle Bedienelemente in ihrer idealen Position und der zentrale Touchscreen ist vertikal ausgerichtet, um relevante Informationen während der Fahrt optimal anzuzeigen. Der Relax-Modus kann bei Lade- oder Zwischenstopps aktiviert werden: Dann schieben sich Lenkrad und Instrumententafel nach vorn und die Sitze der ersten und zweiten Reihe fahren für eine noch entspanntere Sitzposition nach hinten. Diese Option bietet Passagieren maximalen Platz und Komfort.

Was bedeutet das?

Skoda muss sich im VW-Konzern stärker differenzieren und wieder „günstiger“ aussehen: Bei der Jahrespressekonferenz im März 2022 haben die Tschechen ihre neue Designsprache bereits angekündigt. Sie basiert auf klassischen Markenwerten wie Solidität, Funktionalität und Authentizität. Die neue Designsprache kennzeichnen ein großzügiges Raumgefühl, widerstandsfähige, nachhaltige Materialien sowie eine aerodynamische, effiziente Form. Man darf gespannt sein, wie sich das Allen in der Vision 7S niederschlägt. Denn wenn Skoda günstiger aussehen muss, müssen auch die Preise wieder mehr Abstand zu den übrigen Konzernprodukten bieten – was wiederum der Marge schadet.

 

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