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Skoda Octavia: Auf dem Weg zu Premium

Skoda als Billigmarke? Wird nie mehr funktionieren! Den Beweis dafür treten die Tschechen mit dem neuen Octavia an.

Der neue Octavia rückt abermals eine Stufe nach oben. | Foto: Skoda Auto
Der neue Octavia rückt abermals eine Stufe nach oben. | Foto: Skoda Auto
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Gregor Soller

Aktuell denkt VW wieder laut darüber nach, Skoda wieder zur Billigmarke zu machen. Denn über die Jahre entwickelten sich die Tschechen qualitativ und optisch immer stärker Richtung „Premium“ und erfüllten damit die Vorgabe des Ex-CEO Ferdinand Piech, der Skoda als Volvo-Konkurrent sah, während Seat gegen Alfa Romeo antreten soll. Was ebenfalls gelang. Problem für die Kernmarke: VW steht mittlerweile gefühlt nicht mehr über, sondern zwischen Seat und Skoda, was durch die Sparbemühungen im Innenraum von Polo, T-Roc und Co. noch verstärkt wird.

Kommt das Selbstverständnis der Tschechen: Vor dem Krieg stand Skoda in Böhmen neben Tatra und baute ebenso repräsentative und große Autos wie die Mährener, die übrigens auch noch existieren – allerdings nur noch Allrad-Lkw bauen. Und nachdem Tatra den Bau von Luxuslimousinen beendete, "musste" Skoda die Lücke mit dem Superb füllen. Der in der letzten Generation auch optisch gefährlich nah an Audi und Co. heranrückte. Trotzdem hält er in der Summe seiner Eigenschaften (und auch Detailqualitäten sowie beim Preis) immer noch einen Abstand zu Audi und Co, doch der schmilzt dezent dahin.

Das gilt auch für den neuen Octavia, der abermals eine ganze Stufe nach oben rückt und sich damit endgültig von der Golf-Basis verabschiedet. Eigentlich hätte er schon auf der IAA präsentiert werden sollen, hätte dann aber en Auftritt des VW ID.3 etwas geschmälert. In seiner gewachsenen Größe parkt der Octavia jetzt neben dem Passat, dessen „Zwilling“ Superb eigentlich neben dem Audi A 6 steht. Und auch der neue Octavia wird wieder mehr Platz bieten und dürfte sich bestens verkaufen: Denn er führt das messerscharfe Design weiter und kommt mit einer neu gestalteten Instrumententafel in verschiedenen Ebenen und mit großem zentralen Bildschirm. Ebenfalls neu und edel wirkend: Das Zweispeichenlenkrad mit Tasten und Rändelrädchen, welche die Bedienung erleichtern sollen. In der elegant und klar gestalteten Mittelkonsole ersetzt eine kleine Wippe den sonst üblichen Wählhebel. Über sie wird die Fahrstufenwahl bei Direktschaltgetrieben mittels Shift-by-Wire-Technologie elektronisch übertragen. Im neuen Octavia wird außerdem erstmals die Drei-Zonen-Klimaanlage Climatronic verfügbar sein.

Präsentiert wird die vierte Generation des Octavia am 11. November in Prag, ab Mitte 2020 wird er Octavia zudem als Plug-in-Hybrid lieferbar sein.

Was bedeutet das?

Lassen sie Skoda weiter aufsteigen, Herr Diess! So wie auch der Mensch immer nach Höherem strebt, gilt das auch für ehrgeizige Automarken. Und wenn man sich die Anstrengungen des Hyundai-Konzerns oder PSA ansieht, die ihre Produkte ebenfalls Richtung „Premium“ entwickeln, muss man den Böhmen gratulieren, hier ganz im Sinne der eigenen Tradition voranzuschreiten. Denn die Uhren mit Gewalt zurückzudrehen in die Zeit als Skoda notgedrungen sozialistische Billigmarke werden musste, das wird nicht klappen!

 

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