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Skoda: Felicia und Octavia feiern Geburtstag

Octavia und Felicia feierten ihre Weltpremiere auf dem Genfer Autosalon im März 1959, kurz darauf wurden sie auch in Leipzig vorgestellt. Die 1996 erschienene Neuauflage des Skoda Octavia gilt als Startpunkt für das große Comeback er Marke.

Die Felicia war ein elegantes Cabrio, das 1959 mit dem Octavia präsentiert wurde. | Foto: Skoda Auto
Die Felicia war ein elegantes Cabrio, das 1959 mit dem Octavia präsentiert wurde. | Foto: Skoda Auto
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Gregor Soller

Der Octavia ist nach wie vor Skodas Topseller: Mit den bislang vier Modellgenerationen wurden bis heute mehr als sieben Millionen Einheiten in über 60 Märkten verkauft.

Octavia: 1959 neu, heute in der achten Generation Fleet- und Familienmanager


Im März 1959 enthüllte Skoda auf dem Genfer Autosalon zwei umfassend modernisierte Modelle: die zweitürige Stufenhecklimousine Octavia und das Cabriolet Felicia. Neben vielen weiteren Neuerungen gegenüber ihren Vorgängern zeichneten sich beide durch die neu konstruierte Vorderachse aus. Statt der traditionellen Blattfedern übernahmen nun moderne Spiralfedern mit Teleskopdämpfern die Führung der Vorderräder. Bei den Modellbezeichnungen hatte sich der Hersteller von der bisher angewandten Nummerierung verabschiedet und sich für ansprechende Namen entschieden.

Für die zuvor als S 440/445 bekannte Limousine wählte Skoda den Namen Octavia, der auf das lateinische Wort ‚octava‘ für ‚die Achte‘ zurückgeht – und das gleich mit doppeltem Bezug: Der Octavia war das achte Modell des Herstellers aus Mladá Boleslav nach 1945 und aus technischer Sicht zugleich das achte auf der berühmten Plattform mit Zentralrohrrahmen, Einzelradaufhängung vorn und Vierzylindermotor in der vorderen Gabelung des Rahmenrohrs. In der Octavia-Basisversion lieferte dieses Aggregat 29,4 kW (40 PS) aus 1,1 Liter Hubraum. Die Leistung wurde über ein Vierganggetriebe an die Hinterräder weitergegeben und ermöglichte 110 km/h Höchstgeschwindigkeit. Der stärkere Octavia Super kam mit seiner 1,2-Liter-Maschine und 33 kW (45 PS) auf 115 km/h.

Felicia: Raus aus dem eisernen Vorhang – ab auf die New York Autoshow!

Parallel zu den viersitzigen geschlossenen Octavia-Limousinen erschien im Frühjahr 1959 auch ein attraktives Cabrio namens Felicia. Unter der Fronthaube erzeugte ein Vierzylinder mit 1.089 ccm Hubraum und zwei Vergasern eine Leistung von 37 kW (50 PS). Auch hier war die Modellbezeichnung aus dem Lateinischen abgeleitet: ‚Felicitas‘ bedeutet Glück oder Fröhlichkeit. Der Felicia folgte dem ebenfalls offenen Skoda 450 und zielte vorrangig auf Exportmärkte ab. Zwischen 1958 und 1959 entstanden zwar nur rund tausend Einheiten des 450, der Hersteller war dennoch vom Potenzial der neuen Felicia überzeugt. Deshalb verschiffte Skoda kurz nach den Frühjahrspremieren in Genf und Leipzig drei der neuen Cabriolets über den großen Teich und präsentierte sie im April 1959 auf der New York Auto Show.

Fast 70.000 Besucher aus aller Welt strömten ins Coliseum – und viele davon interessierten sich stark für das tschechische Cabrio. Was zum Teil wohl auch auf die Werbung mit Charlotte Sheffield, der Miss USA 1957, zurückging. Auch wenn die Felicia nur eine relativ kurze Modelkariere erlebte, erwies sie sich als außergewöhnlich erfolgreich. Bis zu ihrem Produktionsende 1964 entstanden fast 15.000 Einheiten für Märkte in Europa, Süd- und Zentralamerika und sogar Afrika.

Mehr als eine neue Vorderachse: eine Fülle technischer Neuerungen
Sowohl Octavia als auch Felicia gingen auf eine tiefgreifende Überarbeitung des als ‚Spartak‘ bekannten Skoda 440 zurück. Ihre moderne Vorderachse war die herausragende Innovation, stand aber auch stellvertretend für viele weitere Neuerungen. So hatten die Ingenieure umfassend daran gearbeitet, Vibrationen des Antriebsstrangs zu verringern, den Fahrkomfort zu verbessern und Schmierung sowie Kühlung der Motoren zu optimieren.

 

Wiederkehr der legendären Namen in den 1990er Jahren

In den 1990er-Jahren nutzte Skoda den hohen symbolischen und realen Wert dieser Modellbezeichnungen für seinen Neustart. Am 26. Oktober 1994 präsentierte der Hersteller im Prager Hotel Atrium eine neue Schräghecklimousine mit dem Namen Skoda Felicia. Der Nachfolger des Skoda Favorit wies zahlreiche Sicherheitsmerkmale auf, beispielsweise Airbags und ABS. Im Juni 1995 erweiterte die Kombivariante Felicia Combi die Modellpalette, erstmals vorgestellt auf der Automesse im tschechischen Brünn.

Die erste neuzeitliche Generation des Octavia debütierte 1996 und markierte mit ihrem Erscheinen einen Meilenstein in der jüngeren Geschichte des Automobilherstellers. Rasch entwickelte sich das Modell zum meistverkauften Skoda. 2004 folgte die zweite Generation, die dritte ging 2012 an den Start.

Die aktuelle vierte Octavia-Generation der Neuzeit kam 2019 auf den Markt und wurde erst im Februar 2024 umfassend aufgewertet. Mit mehr als sieben Millionen verkauften Exemplaren aller vier Generationen rangiert der Octavia in den Top-Ten der beliebtesten Autos in Europa und bleibt eine tragende Säule der Skoda Modellpalette.

Was bedeutet das?

Skoda pflegt seine Historie. Felicia und Octavia gehören zu den Säulen der Nachkriegsmodelle. Doch während der Name Felicia vom Fabia abgelöst wurde, blieb der Octavia erhalten. 
 

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