Skoda Fabia: Erwachsener geworden

Die aktuelle Fabia-Generation des Typs NJ existiert seit 2014, basiert aber eigentlich noch auf ihrem Vorgänger, der schon 2007 kam. Jetzt wird es Zeit für ein ganz neues Modell.

Der neue Fabia wächst in Länge und Breite, kommt aber nur als Benziner. | Foto: Skoda Auto
Der neue Fabia wächst in Länge und Breite, kommt aber nur als Benziner. | Foto: Skoda Auto
Gregor Soller

Der Skoda Fabia hat sich im Kompaktsegment zur wichtigen Größe entwickelt und wird in Generation vier wieder als Kombi, aber nicht mehr als Diesel kommen. Leider auch nicht elektrifiziert. Und auch das Streben gen „Premium“, dessen der Fabia noch am wenigsten verdächtig war, soll aufhören, da gehorcht der neue Skoda-Boss Thomas Schäfer auf seinen Chef Herbert Diess. Entsprechend soll der neue Fabia zwar optisch und inhaltlich wachsen, sich aber weiter auf das günstige Einstiegssegment fokussieren. Dabei will man sich auf die koreanischen, japanischen und französischen Hersteller konzentrieren, wie Schäfer erklärt:

„Das ist unser Kernwettbewerb, da greifen wir an und werden das volle Potenzial von Skoda ausschöpfen."

Endlich auch der Umzug auf MQB

Der Fabia ist der letzte Kompakte im Konzern, der auf den Modularen Querbaukasten (MQB)A0 des VW-Konzerns umzieht. Bisher nutzte er eine modifizierte Basis, die Teile des MQB mit der alten PQ26-Architektur des Vorvorgängers kombinierte. Die neue Basis stellt auch die Motoren: Das sind in der Regel 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 1,0 Liter Hubraum sowie 95 und 115 PS Leistung. Gekoppelt ist der Motor je nach Ausführung mit manueller Fünf- oder Sechsgang-Schaltung oder einem Siebengang-Dopelkupplungsgetriebe. Das Top-Modell dürfte den 1,5 Liter-Vierzylinder-TSI und rund 150 PS Leistung bieten. Den Zweiliter aus dem VW Polo GTI gibt es nicht, ebenso wenig wie eine RS-Version und Diesel, dafür wieder einen Kombi: er ist dann ein Alleinstellungsmerkmal. Nicht verfügbar ist eine Elektrifizierung als Plug-in-Hybrid. Stattdessen könnte von Beginn an mit Mildhybrid-Technik gearbeitet werden, auch eine Erdgas-Version wird es wohl nicht mehr geben.

Optisch viel erwachsener – der Fabia wird größer

Leider wächst auch der Fabia wieder und wird in der Länge erstmals die Vier-Meter-Marke reißen. Auch die Breite legt leider wieder zu. Was beim Parken und Stirnfläche negativ wirkt, bringt innen merklich mehr Platz: Das Kofferraumvolumen soll um 50 Liter auf 380 Liter zulegen, im Fond gibt es mehr Beinfreiheit.

Die neuen Maße nutzten die Designer geschickt, um das Auto viel dynamischer wirken zu lassen. Die Breite und zusätzliche Länge helfen hier. Innen gibt es ein modernes Cockpit nach Art von Octavia und Co., außerdem nutzt Skoda jetzt auch den Modularen Infotainmentbaukasten MIB 3.0. mit Touchscreens von 6,5 bis 9,2 Zoll Größe und rüstet bei Sicherheits- und Assistenzsystemen auf.

Was bedeutet das?

Der nächste Fabia wird viel erwachsener als der Vorgänger und dürfte sich im Konkurrenzumfeld gut behaupten. So lange dort die Verbrenner noch gefragt sind, denn in Sachen Elektrifizierung bietet er keine Perspektiven.

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