Skoda Enyaq: Als Coupé mit etwas mehr Reichweite

Tschechische VW-Tochter liefert mit der Coupé-Version des E-SUV allen dynamischer orientierten Kunden eine MEB-Alternative, die mit 545 Kilometer ein bisschen weiter reichen soll - und schneller laden.

Á la Tesla X: Das Panoramaglasdach ist beim Coupé immer Serie, geht nahtlos ins Heck (mit großer Klappe) über und soll automatisch abdunkeln. | Foto: Skoda
Á la Tesla X: Das Panoramaglasdach ist beim Coupé immer Serie, geht nahtlos ins Heck (mit großer Klappe) über und soll automatisch abdunkeln. | Foto: Skoda
Johannes Reichel

ŠKODA erweitert seine erste rein batterieelektrische Baureihe auf Basis des Modularen Elektrifizierungsbaukastens (MEB) aus dem Volkswagen-Konzern und stellt dem laut Hersteller erfolgreich gestarteten Enyaq iV das neue Enqaq Coupé iV zur Seite. Dieses kommt auch als sportivere RS-Variante, die statt etwa 43.000 Euro mit 10.000 Euro mehr zu Buche schlägt, dafür schon im Frühsommer etwas vor der Standardversion anrollen soll. Die Weltpremiere der nach eigenem Dafürhalten emotionaler gestalteten Modellvariante, die analog zum VW ID.5 erscheint, erfolgte pandemiekonform als virtuelles Online-Format.

Die Coupé-Form, die das 4,65 Meter lange, 1,88 Meter breite und 1,62 Meter hohe Fahrzeug an einen Volvo C40, BMW X4/X6 oder Tesla Model X erinnern lässt, soll aber nicht nur optische Vorteile bieten, sondern dem Fahrzeug zu einem besseren cW-Wert verhelfen, den man mit 0,234 angibt, statt 0,267 beim Standard. Damit soll der Strom-SUV bis zu 545 Kilometer weit kommen, bei 536 offiziellen Kilometern des Standard-Stromers. Das Kofferraumvolumen schrumpft allerdings formbedingt auf 570 Liter im Normalzustand und relativ magere 1.070 Liter, wenn die asymetrisch klappbaren Sitze umgelegt sind.

Beim auch nicht höher bauenden Standardmodell sind es zwischen 585 und 1.710 Liter. Immerhin sollen die Passagiere mit dem serienmäßig verbauten, gegenüber dem Volldach dünneren Panoramaglasdach etwas mehr Kopffreiheit haben, die gegenüber dem Standardmodell zwar schrumpft, aber bis 1,85 Meter Größe noch gut ausreichen soll. Dafür beträgt die Anhängelast des wuchtigen 2,3-Tonners bis zu 1.400 Kilogramm gebremst bei 8 Prozent.

Schneller voll: Der Bordlader legt nach

Auch bei der Ladetechnik hat man nachgeschärft: Von 10 bis 80 Prozent sollen die Energiespeicher nun unter einer halben Stunde, in exakt 29 Minuten befüllt sein, dank einem auf 135 statt maximal 125 kW starken Lader. In AC bleibt es bei maximal 11 kW. Zur Wahl stehen die zwei Akkukapazitäten zu 58 und 77 kWh Netto (62/82 kWh Brutto) als Hecktriebler mit 132 und 150 kW Leistung (je 310 Nm Drehmoment) sowie eine Allradvariante mit dem größeren Akku sowie 195 kW Leistung (425 Nm). Das Höchsttempo ist auf 160 km/h limitiert, von 0 auf 100 km/h geht es nötigenfalls in 8,7 und 7,0 Sekunden. Die RS-Version verfügt neben diversen optischen Gimmicks auch stets über Allradantrieb und mehr Leistung von dann 220 kW sowie 460 Nm Drehmoment, was für einen Spurt 0-100 binnen 6,5 Sekunden genügen soll. Die Beschleunigung findet in der sportiveren Variante erst bei 180 km/h ein Ende. Allerdings liegt der RS in der Aerodynamik schlechter mit einem cW-Wert von 0,25.

Das neue Modell sei nur der Anfang, versicherte Skoda-Chef Thomas Schäfer bei der Präsentation und kündigte drei weitere vollelektrische Modelle für die nächsten Jahre an. Bis 2030 plant die Marke in Europa 50 bis 70 Prozent der Fahrzeuge vollelektrisch zu vertreiben, abhängig von der Nachfrage, wie Schäfer einschränkt. Allerdings sei klar: Die Zukunft der Mobilität in Europa sei elektrisch, bekräftigte Schäfer.

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