SKIM-Studie zur E-Auto-Prämie: Geld ist nicht alles - Laden ist wichtiger

Weniger als 15 Prozent der Deutschen lassen sich durch staatliche Bezuschussung zum Kauf von Elektrofahrzeugen motivieren. Die Mehrheit der Verbraucher  von 57 Prozent bevorzugt Förderungen für Heimlader statt Preisnachlass beim Auto. Die Ladeinfrastruktur bleibt überhaupt der wichtigste Faktor beim Kauf.

Lader schlägt Auto: Nach Erkenntnissen des Beraters SKIM ist E-Fahrzeuginteressenten die Förderung heimischer Ladeinfrastruktur oder kostenloses Laden wichtiger als ein Auto-Incentive. | Foto: Renault
Lader schlägt Auto: Nach Erkenntnissen des Beraters SKIM ist E-Fahrzeuginteressenten die Förderung heimischer Ladeinfrastruktur oder kostenloses Laden wichtiger als ein Auto-Incentive. | Foto: Renault
Johannes Reichel

Das Beratungsunternehmen SKIM hat eine umfangreiche globale Studie über die Einstellungen und das Verständnis von deutschen Autokäufern gegenüber Elektrofahrzeugen durchgeführt, die die Bedeutung der Umweltprämie bei der Anschaffung eines E-Autos stark relativiert. Die Studie zeigt interessante Standpunkte zu den Anreizen auf, die mehr Verbraucher ermutigen sollten, sich für Elektrofahrzeuge statt für Verbrenner-PKWs zu entscheiden. Ab Januar 2023 fährt die deutsche Regierung ihre Förderung stufenweise zurück. Vor diesem Hintergrund ergab die SKIM-Studie, dass nur jeder sechste Deutsche (15 %), der ein Elektroauto als nächstes Fahrzeug in Erwägung zieht, eine staatliche Förderung des Kaufpreises als Hauptanreiz für den Umstieg betrachtet. Die Studie zeigt auf, dass dagegen die kostenlose Installation einer Heimladestation der größte Anreiz für den Kauf eines Elektrofahrzeugs wäre. 57 Prozent der Befragten gaben dies als ihre oberste Priorität an.

Kostenloses Laden wäre wichtiger als eine E-Auto-Prämie

Neben dem Aufladen zu Hause wurde auch das kostenlose Aufladen an öffentlichen Parkplätzen als wichtigerer Anreiz angesehen als ein Zuschuss oder eine Ermäßigung auf den Anschaffungspreis. Die Hälfte (49 %) bezeichnen kostenloses öffentliches Aufladen als wünschenswerte Option. Tatsächlich gaben in der SKIM-Umfrage mehr Befragte an, dass ein Rabatt von 10 % auf den heimischen Stromverbrauch (31 %) oder eine Befreiung von der Kfz-Steuer (39 %) für sie ein Anreiz wäre, als sich Befragte einen Zuschuss beim Kauf wünschten. Die fortgesetzten staatlichen Investitionen in die öffentliche Ladeinfrastruktur werden begrüßt, und so zeigen auch die Daten der Umfrage, dass das Laden eines der größten Hindernisse für die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen bleibt. Das deutet darauf hin, dass mehr Anreize für die Installation von Heimladestationen dazu beitragen würden, den Verbraucher zu bestärken, weil so die emotionalen Barrieren gegenüber Elektrofahrzeugen gesenkt werden könnten – insbesondere solange der Markt für die Installation von Heimladestationen in Deutschland mit zahlreichen Anbietern und unterschiedlichen Angeboten nach wie vor komplex ist und geschulte Elektriker oft knapp sind.

Soll der Hochlauf weitergehen, müssen Förderungen präziser werden

Die Rekordzahl neu zugelassener Elektroautos vor der Reduzierung der finanziellen Anreize sei zwar eine vielversprechende Entwicklung, aber wenn die deutsche Regierung und die Automobilhersteller möchten, dass die Akzeptanz im Jahr 2023 weiterhin schnell wächst, sollten die Förderungen optimiert werden, so die weiteren Erkenntnisse. Es liegt auf der Hand, dass die Steuergelder besser auf die Bedürfnisse der Kunden abgestimmt und somit kosteneffizienter eingesetzt werden könnten.

Die erste SKIM-Studie zu diesem Thema zeigt auf, wie unterschiedlich das Verständnis dafür ist, was Neuwagenkäufern als Anreiz angeboten wird und welche Anreize ihren Bedürfnissen beim Umstieg von fossilen Kraftstoffen auf Elektroantrieb am besten entsprechen würden. Dies führt dazu, dass die Akzeptanz von Elektroautos zögerlicher ist, als sie sein könnte, so die Analysten. Viele potenzielle Elektroautofahrer entscheiden sich aufgrund von Hindernissen gegen ein Elektrofahrzeug, die sich – oft ohne zusätzliche Kosten für die Regierung – beseitigen ließen, plädieren die Autoren. Diese Studie wurde von dem Beratungsunternehmen 2022 im Rahmen einer globalen Online-Umfrage durchgeführt. Die Stichprobengröße betrug n = 2.373 Befragte, die sich für den Kauf eines neuen Autos interessierten.

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