Siemens und Nexii präsentieren einfaches und nachhaltiges E-Auto-Ladeinfrastrukturkonzept

Das Ladelösungskonzept ermöglicht schnelle großflächige Installation sowie leichte Erweiterung und Wartung, um die wachsende Nachfrage nach Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge zu decken

Siemens und Nexii präsentieren ein Ladeinfrastruktur-Konzept, dass oberirdisch installiert wird.| Foto: Siemens
Siemens und Nexii präsentieren ein Ladeinfrastruktur-Konzept, dass oberirdisch installiert wird.| Foto: Siemens
Thomas Kanzler

Siemens Smart Infrastructure hat in den USA ein neues nachhaltiges Ladekonzept für Elektrofahrzeuge vorgestellt, das für die Umstellung auf E-Autoflotten und Ladeanwendungen mit hohem Bedarf konzipiert wurde. Das neue VersiCharge XL-Konzept ermöglicht die schnelle und effiziente Elektrifizierung neuer oder bestehender Parkplätze und Gebäudestrukturen anhand eines modularen, skalierbaren Designs. Es wurde in Partnerschaft mit Nexii Building Solutions entwickelt und basiert auf dem proprietären nachhaltigen Baumaterial von Nexii, das in den USA hergestellt wird und sich durch eine wesentlich bessere Ökobilanz auszeichnet. Die Lösung, die einer modernen Tankstelle ähnelt, wurde Ende 2021 entwickelt. Der Prototyp wurde innerhalb von nur drei Tagen auf dem Gelände des Siemens-Forschungs- und -Entwicklungszentrums für elektrische Produkte und eMobility-Lösungen in Peachtree Corners im US-Bundesstaat Georgia installiert.

Oberirdische Insatallation

Dieses Produkt wurde in Zusammenarbeit mit Nexii, einem Unternehmen für umweltfreundliche Bautechnologie, entwickelt und patentiert. Es ist branchenweit das erste Ladesystem für Elektrofahrzeuge (EV), bei dem alle erforderlichen elektrischen Infrastrukturkomponenten für die Stromversorgung von EV-Ladegeräten oberirdisch in einer geschlossenen, kohlenstoffarmen Struktur untergebracht sind. Dadurch ergibt sich eine nur minimale Beeinflussung auf bestehenden Parkflächen, kostspielige und zeitaufwändige Bauarbeiten erübrigen sich, und Bauabfall und Umweltbelastung vor Ort werden weitgehend reduziert.

„Das enorme Wachstum der Elektromobilität erfordert den einfachen und schnellen Ausbau einer zuverlässigen und nachhaltigen Ladeinfrastruktur. Dieses spezielle Konzept zeigt, wie Siemens und seine Partner an neuen, innovativen Ideen arbeiten, um dieses Wachstum auf dem US-Markt zu unterstützen. Für uns ist es sehr wichtig, eng mit Partnern auf der ganzen Welt zusammenzuarbeiten, um lokale Anforderungen zu erfüllen, und das stellen wir mit diesem Projekt unter Beweis“, sagte Markus Mildner, CEO eMobility bei Siemens Smart Infrastructure.

Skalierbar und Vielseitig

Das VersiCharge XL-Konzept baut auf bewährte Stromverteilungstechnologien, die zum Beispiel in Rechenzentren und Industrieanlagen zum Einsatz kommen, und nutzt sie in wetterfesten Gehäusen für die ebenerdige Aufstellung im Freien. Dank ihrer Skalierbarkeit und Vielseitigkeit kann diese Lösung zum Laden zahlreicher Elektrofahrzeuge mit Level-2- oder Level-3-Ladegeräten in Außenbereichen installiert werden – von Parkplätzen kleinerer Bürogebäude über Logistikknotenpunkte für die letzte Meile bis hin zu Parkplätzen in Sportstadien.

„Bau und Verkehr sind zwei der größten Quellen von CO2-Emissionen, die sich heute auf den Klimawandel auswirken“, sagt Stephen Sidwell, Mitbegründer und CEO von Nexii. „Die Zusammenarbeit zwischen Siemens und Nexii zeigt, dass es möglich ist, schnell Ideen und Lösungen für einige der schwierigsten Probleme der Welt zu entwickeln. Wir sind stolz, diesen ersten Prototyp für eine EV-Ladelösung vorzustellen, und freuen uns auf weitere Innovationen, die wir gemeinsam erarbeiten können.“

Der Prototyp wurde mit dem von Nexii entwickelten Baumaterial Nexiite erstellt, das vergleichbare Eigenschaften wie Beton aufweist, sich aber durch deutlich weniger eingesetzten Kohlenstoff auszeichnet. In der vertikalen Struktur sind die Sentron-Busway-Systeme von Siemens untergebracht, die zur Stromversorgung der Ladegeräte dienen.

Was bedeutet das?

Die Ladeinfrastruktur muss weiter ausgebaut werden. Sofern das noch nachhaltiger und einfach erfolgen kann – umso besser.

 
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