Shanghai Auto 2021: VW zeigt ID.6 - aber nur für China

China erhält sein erstes eigenständiges ID-SUV: Der ID.6 ist ein 4,88 Meter langes SUV und bietet Platz für eine dritte Sitzreihe – wird aber so (leider) nicht nach Europa kommen.

Der ID.6 wird nur in China geliefert werden. | Foto: VW
Der ID.6 wird nur in China geliefert werden. | Foto: VW
Gregor Soller

Der ID.6 krönt vorläufig das das elektrische SUV-Programm von VW. Er soll bis zu 588 Kilometer Reichweite im chinesischen Messzyklus bieten und in der Allradversion 225 kW (305 PS) leisten. Damit sprintet er bei Bedarf binnen 6,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 160 km/h abgeregelt. Mit einer kleineren 58-kWh-Batterie soll der ID 6 bis zu 436 Kilometer weit kommen. Ralf Brandstätter, CEO der Marke Volkswagen, erklärt dazu:

„Mit dem neuen ID.6 bereiten wir die Basis dafür, dass bis 2030 mindestens 50 Prozent unseres Absatzes in China elektrisch fahren werden.“

Auch in China will und muss VW künftig mehr Fahrzeuge rein elektrisch verkaufen, um die CO2-Ziele zu erreichen. Deshalb erklärt Brandstätter:

„Wir halten das Tempo hoch und erweitern sukzessive unser Angebot an MEB-Fahrzeugen: Bis 2023 wird Volkswagen insgesamt acht ID. Modelle und damit auch den MEB flächendeckend nach China bringen. Mit den erreichten Skaleneffekten können wir modernste Technologie erschwinglich anbieten – und so unsere Elektrooffensive weiter in die Breite tragen.“

Neue Maßstäbe im Innenraum – allerdings vorerst nur für China

Der ID.6 soll in Sachen Raumangebot, Funktionalität, Design und insbesondere User Experience speziell auf die Bedürfnisse und Wünsche der chinesischen Kunden zugeschnitten sein – für Europa steht ein großes ID-SUV oberhalb des ID.4 noch aus. Auch der ID.6 kommt ohne physische Tasten und Schalter aus. Das Bedienkonzept stützt sich auf ein Display mit 12 Zoll Diagonale und Touch-Funktion – und auf die natürliche Sprachbedienung „Hallo ID.“ Das neuartige ID. Light – ein schmales Lichtband unter der Windschutzscheibe – unterstützt den Fahrer auf intuitive Weise. Optional gibt es ein Augmented-Reality-Head-Up-Display, das einige Anzeigen mit der Realität fusioniert – Abbiegepfeile der Navigation beispielsweise werden spurgenau auf die Straße projiziert. Die Assistenzsysteme von IQ.Drive machen das Fahren noch gelassener, das gilt besonders für den Travel Assist. Software und Hardware des ID.6 sind in einer völlig neuen Architektur konzipiert, dadurch kann der Kunde nach dem Kauf Updates ins Auto holen.

Der ID.6 wird in den beiden Werken Anting und Foshang in China gebaut und in seinen zwei Varianten ausschließlich auf dem chinesischen Markt verkauft. Im Rahmen der Markenstrategie Accelerate beschleunigt Volkswagen die Elektrifizierungsoffensive auf dem Weg zum Weltmarktführer für E-Mobilität. Grundlage dafür ist die Vorstellung eines neuen MEB-Fahrzeugs jährlich, mit dem Ziel große Stückzahlen zu erreichen und alle Segmente abzudecken. Damit unterstreicht die Marke nach eigenen Angaben ihren Anspruch, dass bis 2030 mindestens 70 Prozent des Absatzes in Europa elektrisch fahren wird; in Nordamerika und China mindestens 50 Prozent.

Was bedeutet das?

Der ID.6 rundet das chinesische ID-Programm raumgreifend nach oben ab. Man darf gespannt sein, welches Modell VW hier in Europa vorsieht. Denn der ID.6 kann mit drei Sitzreihen auch Minivan.

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