Seat: Neuer Leon auch als CNG- und Plug-in-Hybrid

Wie der Golf kommt auch der Leon mit neuem Infotainment und mehreren alternativen Antrieben. Doch im Gegensatz zum VW legt er bei den Abmessungen deutlich zu.

An der Ladeklappe im vorderen Kotflügel erkennt man den Plug-in-Hybrid.| Foto: Seat
An der Ladeklappe im vorderen Kotflügel erkennt man den Plug-in-Hybrid.| Foto: Seat
Gregor Soller

Der Leon ist das wichtigste Modell für Seat und wurde in der Vorgängerversion über zwei Millionen Mal gebaut. Der Neue wird just an dem Tag präsentiert, als der Seat-CEO Luca die Meo seinen Wechsel zu Renault bekanntgab. Deshalb muss Carsten Isensee, kommissarischer Vorstandsvorsitzender und Vorstand für Finanzen der SEAT S.A., die Präsentation übernehmen:

 „Der Seat Leon ist unser erfolgreichstes Modell. An seine Erfolgsgeschichte wollen wir mit der neuen Generation anknüpfen. Wir haben insgesamt über 1,1 Milliarden Euro in die Entwicklung und Fertigung der neuen Generation des SEAT Leon investiert.“

Optisch blieb der Leon dem seit 2012 gebauten erfolgreichen Vorgänger treu, wuchs aber in Radstand und Länge. Ersterer legte auf 2,69 Meter zu und entspricht dem neuen Skoda Octavia (Golf 8 misst 2,64 Meter). Das sorgt für merklich mehr Platz im Fond. Der Fünftürer misst jetzt 4,37 Meter (plus 86 Millimeter), der Kombi 4,64 Meter (plus 93 Millimeter), darunter steckt bei allen Konzernmodellen jetzt die MQB Evo-Plattform steht. Aber der Leon hat auch abgespeckt: In der Breite wurde er 17 Millimeter schlanker. Innen sitzt man vor allem im Fond viel großzügiger. Weniger großzügig sind die 380 Liter Kofferraumvolumen, die auch der Golf bietet. Der Leon ST wuchs hier dagegen auf riesige 617 Liter, 30 Liter mehr als vorher.

Konnektivität: Große Schritte, aber kein Head-Up-Display und Analoganzeigen in der Basis

Die Armaturentafel wurde wie beim Golf 8 digitalisiert – es gibt fast keine Knöpfe und Tasten mehr auch die Schnellwahltasten rund um den Warnblinker fehlen hier. Bekannt sind dagegen die Sensortasten für die Lichteinstellungen links neben dem Lenkrad. Das 8,25- respektive zehn Zoll große Zentraldisplay wanderte dafür nach oben und ist jetzt besser sichtbar. Ebenfalls vom Golf 8 übernahm man bei den DSG-Versionen den "Shift-by-Wire-Schaltknauf" in der Mittelkonsole. Den Unterschied zum Golf macht die Basisversion, die beim Leon noch mit analogen Rundinstrumenten kommt! Android Auto und Apple Carplay sind an Bord, Letzteres kabellos. Das System wurde vollständig von Seat entwickelt. Auch Sprachsteuerung hält jetzt Einzug, wobei man diese hier mit "Hola, hola!" aktiviert und ab Juni 2020 soll wie bei Lamborghini auch Amazon Alexa an Bord sein. Ein Head-up-Display wird es dagegen auch gegen Aufpreis nicht geben.  

Umfangreiche Motorenpalette inklusive CNG-Modell

Die Motorenpalette umfasst wie beim Golf TSI-, TDI- und CNG-Motoren, dazu Mildhybride und einen Plug-in-Hybriden. Gestartet wird mit den 90 oder 110 PS starken 1.0 TSI-Dreizylindern. Darüber kommen die 1,5-Liter-Vierzylinder-TSI mit 130 oder 150 PS. Der größte Benziner unterhalb des Cupra ist dann der 2.0 TSI mit 190 PS. Bei den Dieseln setzt auch Seat künftig ausschließlich auf den 2.0 TDI: Gestartet wird hier mit 115 und 150 PS, später könnte noch eine stärkere Topversion dazukommen. Alle Motoren erfüllen die Abgasnorm Euro 6d erfüllen sollen. Wichtiger sind aber die alternativen und elektrifizierten Antriebe: Die CNG-Variante hat 130 PS und soll bis zu 440 Kilometer Reichweite bieten. Der 1.0 TSI mit 110 PS und 1.5 TSI mit 150 PS kommen auch als Mildhybride inklusive 48-Volt-Bordnetz und DSG. Beim Plug-in-Hybrid setzt der Leon wie alle Konzernmodelle auf den 1.4 TSI. Das bedeutet hier mit 204 PS Systemleistung und bis zu 60 Kilometer rein elektrische Reichweite.

Keine Veränderungen gibt es bei den Ausstattungslinien: Es bleibt bei den Versionen Reference, Style, Xcellence und FR. So könnte auch der Startpreis unter 20.000 Euro liegen. Entworfen und entwickelt wurde der neue SEAT Leon in Barcelona. Am dortigen Hauptsitz von SEAT, dem Werk in Martorell, wird er auch produziert werden.

Was bedeutet das?

Mit dem neuen Leon legt sich Seat geschickt um den Golf herum: man startet einfach und billiger, wird aber mit den Cupra-Versionen gegen den Golf R antreten. Und bietet mehr Platz als beim Golf 8, was die Zukunft für diesen weiter erschweren dürfte. Doch wenn Seat weiter wachsen soll, müssen die Spanier digital und beim Antrieb das volle Programm spielen.

 

 

 

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