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Schaeffler will Vitesco übernehmen und führender Zulieferer in E-Mobilität werden

Der Herzogenauracher Konzern plant die Übernahme der Conti-Ausgründung aus Regensburg und will damit der führende Technologieanbieter in Sachen Elektromobilität werden. Portfolio würde sich ergänzen.

Eine "Motion Technology Company" will Schaeffler-Chef Klaus Rosenfeld formen aus den beiden Zulieferern. | Foto: Vitesco
Eine "Motion Technology Company" will Schaeffler-Chef Klaus Rosenfeld formen aus den beiden Zulieferern. | Foto: Vitesco
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Johannes Reichel

Der Herzogenauracher Zulieferkonzern Schaeffler will den Regensburger E-Antriebsspezialisten Vitesco, eine 2019er-Ausgründung von Continental, übernehmen und damit einen führenden Technologieanbieter im Bereich Elektromobilität bilden. Schaeffler-Chef Klaus Rosenfeld hatte den Wettbewerber darüber informiert. Von Vitesco-Vorstand Andreas Wolf reagierte offenbar eher reserviert, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. "Der Vorstand und der Aufsichtsrat von Vitesco Technologies werden alle Informationen sorgfältig prüfen und über die nächsten Schritte entscheiden", so die Reaktion aus Regensburg. Schaeffler-Vorstand Rosenfeld erklärte, man wolle einen der "führenden deutschen Zulieferer in Sachenelektromobilität schaffen, und zwar auf Weltniveau". Er sprach von einer "führenden Motion Technology Company" und warb um die Vitesco-Aktionäre mit einem Angebot von 91 Euro pro Aktie. Das sei ein großzügiges Angebot.

Es gebe eine "strategische und technologische Logik", denn das Portfolio der beiden bayerischen Tech-Unternehmen würde sich ergänzen. Damit könne man mit einer "lückenlosen Produktpalette" auftreten, auch im Teile- und Komponentenbereich sowie Antriebs-, Industrie- und Ersatzteilgeschäft lägen große Synergien. "Schaeffler und Vitesco sind zusammen stärker", glaubt Rosenfeld und verspricht "deutliche Vorteile für Kunden, Beschäftigte, Aktionäre und Geschäftspartner". Die Kosten taxierte er auf 665 Millionen Euro, woraus sich spätestens 2029 jährliche Gewinne von 600 Millionen Euro (vor Steuern, ohne Zinsen) ergeben würden. Die Mittel für die Übernahme werden auf 1,8 Milliarden Euro geschätzt, was durch ein Konsortium geführt von der Bank of America gesichert sei, so Rosenfeld. Das gemeinsame Unternehmen stehe für einen Umsatz von 25 Milliarden Euro, bei 120.000 Beschäftigten mit über 100 Fabriken und 44 Forschungs- und Entwicklungszentren.

Kurioserweise ist der größte Aktionär bei Vitesco die Familie Schaeffler über die Mutter Maria-Elisabeth sowie den Sohn Georg Schaeffler, die über die Familienholdung mit 49,9 Prozent beteiligt sind. So wären nur mehr 25 Prozent der Aktien nötig für die 75-Prozent-Mehrheit bei der Hauptversammlung. Rosenfeld will den Deal schnell abschließen und das Angebot bis 15 November bei der Aufsicht Bafin genehmigt bekommen. Bis Ende 2024 könnten die Firmen, die Zustimmung bei den Hauptversammlungen vorausgesetzt, fusioniert werden.

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