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Schaeffler stellt autonomen “Mover” mit innovativen Radmodulen vor

Auf dem 11. Schaeffler-Kolloquium präsentiert Schaeffler den “Mover“ und eine Cargo-Version des Bio-Hybriden.

Azútonomes Multitalent: Der Schaeffler "Mover" mit elektrischen Radnabenmotoren. | Foto: Schaeffler
Azútonomes Multitalent: Der Schaeffler "Mover" mit elektrischen Radnabenmotoren. | Foto: Schaeffler
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Gregor Soller

Dass Schaeffler mehr kann als Komponenten beweist das Unternehmen auf seinem 11. Kolloquium, bei dem man ganz weit in die Zukunft blickt. Und da warnt Prof. Dr. Peter Gutzmer, Technikvorstand des Konzerns vor den Grenzen, die wir uns mit der individuellen Mobilität selbst geschaffen haben. Es gibt Metropolen, da bewegen sich die Pkw im Schnitt noch mit zwei bis drei km/h vorwärts und auch das Ausweichen auf mehrere Ebenen bringt den Verkehr nicht mehr zum Laufen. Entsprechend hat man sich komplett neuen Mobilitätskonzepten zugewandt, von denen eines der Bio-Hybrid ist – ein zweispuriges “Fahrrad” mit E-Maschinenunterstützung und Wetterschutz, das bei Bedar auch als 45-km/h-Version ausgelegt warden kann.

Dazu kommt der für einen komplett autonomen Betrieb ausgelegte “Mover”, dessen Hauptunterscheidungsmerkmal gegenüber anderen derartigen Fahrzeugen der modulare Aufbau ist. Außerdem entwickelte Schaeffler ein kompaktes Radmodul, das Antriebs- und Fahrwerkskomponenten vereint. Mit dem Konzept will Schaeffler eine Antwort geben auf die Verdichtung der Lebensräume. Eine wichtige Rolle können dabei künftig autonome und elektrifizierte Fahrzeuge sein, speziell als Robo-Taxi oder People und Goods Mover, die den öffentlichen Nahverkehr in den Städten ergänzen oder womöglich sogar ablösen.

Der “Mover“ mit Radnabenantrieb und 90-Grad-Lenkung bietet eine Plattform für unterschiedlichste Fahrzeugkonzepte wie eben diese Robo-Taxis oder autonome Transportfahrzeuge. Die Antriebs- und Fahrwerkskomponenten sind im „Mover“ platzsparend in einer kompakten Baueinheit, dem „Schaeffler Intelligent Corner Module“, zusammengefasst. Dieses Modul, das in allen vier Rädern verbaut wird, umfasst den Radnabenmotor, die Radaufhängung inklusive Federung und den Aktor für die elektromechanische Lenkung. Die Lenkung des Radmoduls ist als elektromechanisches Steer-by-Wire-System ausgeführt. Die gewählte Form der Radaufhängung ermöglicht einen Radeinschlag von bis zu 90 Grad. So lässt sich das Fahrzeug in engen Gassen manövrieren und seitlich in kurze Parklücken einscheren, um die Fahrgäste ein- und aussteigen zu lassen. Der Wendekreis von weniger als fünf Metern macht das Fahrzeug im Stadtverkehr äußerst beweglich. Auch ein Wenden auf der Stelle ist möglich. Theoretisch könnte der Mover nachts auch in Supermärkte fahren und dort Regale befallen oder als “Lagerist” eingesetzt werden.

Der Traktionsmotor des Radmoduls – als permanent-magnetisierte Synchronmaschine ausgeführt – ist eine Variante des von Schaeffler bereits im Jahr 2013 in einem Forschungsprojekt entwickelten Radnabenmotors. In der aktuellen Auslegung für den „Schaeffler Mover“ liefert jeder der vier Elektromotoren bei 300 Volt Betriebsspannung eine Dauerleistung von 13 Kilowatt und eine zeitlich begrenzte Spitzenleistung von 25 Kilowatt. Das Nenndrehmoment von 250 Newtonmeter pro Motor kann kurzzeitig verdoppelt werden. Auch an die Fahrdynamik respektive den Komfort hat man gedacht: Eine eigens entwickelte Fahrdynamikregelung ermöglicht, jedes „Intelligent Corner Module“ individuell anzusteuern und die Funktionen der Fahrdynamikregelung (ESP), Drehmomentverteilung zwischen den angetriebenen Rädern (Torque Vectoring) und Allradlenkung zusammenzuführen. Seitliche Bewegungen lassen sich so annähernd ohne für die Passagiere spürbare Querkräfte umsetzen; sehr angenehm für beispielsweise lesende Fahrgäste. Zugleich gewährleistet dieses Antriebskonzept eine sehr hohe Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit.

Antrieb und Fahrwerk brauchen insgesamt weniger Bauraum – der dafür Passagieren oder Gütern zu Gute kommt. Der geschaffene Raum für die Batterie sowie Nebenaggregate ermöglicht kompakte Fahrzeugabmessungen. Diese wiederum lassen sich auch variieren. So kann der Mover auch als längere und breitere Variante umgesetzt werden, ohne Veränderungen an Antrieb und Fahrwerk vornehmen zu müssen. Der modulare Fahrzeugaufbau schafft die Voraussetzung, mit einem weitgehend einheitlichen Chassis vielzählige Aufgaben des Personen- und Warentransports umzusetzen. Der Aufbau – der für die jeweils gewünschte Anwendung umgerüstet werden kann – lässt sich rasch von der Plattform separieren, in der die gesamte für das Fahren benötigte Technik gebündelt ist. Lediglich ein Teil der für das autonome Fahren benötigten Sensorik ist zusätzlich im Aufbau integriert. Die komplette Software für die Antriebs- und Lenkungsregelung stammt von Schaeffler, inklusive eines umfassenden Sicherheitskonzepts.

Und wie fährt sich der “Mover”? Wohl sehr angenehm, wie Gutzmer unumwunden zugibt: Aus einer fünfminütigen “Abnahmefahrt” wurde eine einstündige Ausfahrt, bei der Gutzmer den Mover in allen seinen Facetten prüfte, im Hundegang fahren lies, quer einparkte und was sonst noch alles möglich ist.

Was bedeutet das?

Bio-Hybrid und Mover sind die bisher am konsequentesten entwickelten Fahrzeuge dieser Art und sind ein kleiner Hinweis auf die Innovationskraft Schaefflers.

 

 

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