Rolls-Royce wird ab 2030 reine E-Marke

Warum sich mit dem Massenausgleich in einem teuer zu bauenden V12 beschäftigen, wenn ich elektrisch noch leiser fahren kann? Ab 2023 wird Rolls Royce sein erstes rein elektrisches Modell vorstellen, den „Spectre“.

Der "Spectre" wird ab 2023 der erste elektrische Rolls Royce. | Foto: Rolls Royce Motor Cars
Der "Spectre" wird ab 2023 der erste elektrische Rolls Royce. | Foto: Rolls Royce Motor Cars
Gregor Soller

Auch Rolls Royce wird elektrisch. Aktuell starten die ersten Prototypen des „Spectre“, der uns an einen elektrifiziertes Wraith-Coupé erinnert. Würde aus zwei Gründen passen, denn erstens lehnt man sich mit dem „Coupé“ inhaltlich weit aus dem Fenster und zweitens erklärte man, dass man die „Pläne für einen elektrischen Antriebsstrang in das ursprüngliche Design der Architektur integrieren“ konnte. Bei der Antriebstechnik wird man auf gemeinsame Komponenten mit dem 2022 startenden BMW i7 zurückgreifen können.

Technische Daten gibt es noch keine, aber das Elektro-Luxusauto wird auf der flexiblen Plattform des Phantom basieren. Die wurde von der BMW-Basis entkoppelt, nutzt aber viele Komponenten der Bayern. Man darf im Rolls mit mindestens zwei Elektromotoren rechnen, die „genug“ Leistung bieten werden – womit man mit Werten um die 400 kW nicht ganz falsch liegen dürfte. Konkrete technische Daten verrät man noch nicht. Die Luxuslimousine soll aktuell auf Straßenerprobungen vorbereitet werden. Rolls-Royce-CEO Torsten Müller-Ötvös betont aber, dass es sich um konkrete Vorserienmodelle drehe:

„Es handelt sich um ein echtes Fahrzeug, das in aller Öffentlichkeit getestet wird und das unsere Kunden im vierten Quartal 2023 erstmals in Empfang nehmen werden.“

Bis zum Serienstart soll der Spectre 2,5 Millionen Testkilometer zurücklegen. Der Spectre sein der erste Repräsentant einer neuen elektrischen Ära der Luxusmarke, die ab 2030 keine Verbrenner mehr verkaufen wird:

„Mit diesem neuen Produkt legen wir die Grundlage für die vollständige Elektrifizierung unseres gesamten Produktportfolios bis 2030. Bis dahin wird Rolls-Royce keine Produkte mit Verbrennungsmotoren mehr herstellen oder verkaufen.“

Was bedeutet das?

Dieser Schritt war abzusehen und logisch: Für flüsterleisen Fahrkomfort waren bei Rolls Royce immer mehrzylindrige großvolumige Motoren nötig. E-Antriebe können das aber viel besser, sparsamer und sind viel günstiger herzustellen. Und für genug Reichweite und die dafür nötigen Akkus bietet die große Karosse eines „Rollers“, wie er in seiner Heimat scherzhaft genannt wird, genug Platz. Man darf gespannt sein, ob Rolls auf 800-Volt-Technik und mehr als 100 kWh Kapazität setzen wird.

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