Roboter-Kollegin Klara klebt Audi-Dächer

In der Audi A4 /A5-Montage arbeiten Mitarbeiter und Roboter ohne Schutzzaun Seite an Seite.

Neuerdings arbeiten Menschen und Roboter bei Audi Hand in Hand. | Foto: Audi
Neuerdings arbeiten Menschen und Roboter bei Audi Hand in Hand. | Foto: Audi
Gregor Soller

Mit dieser Mensch-Roboter-Kooperation (MRK) hält die Smart Factory bei Audi am Standort Ingolstadt weiter Einzug, in dem Fall an einer Klebestation. Heißt bei Audi „Klebstoffapplikation mit Roboter Assistenz“, kurz KLARA. Dabei unterstützt der Roboter den Einbau von großen CFK Dächern in das neue Audi RS 5 Coupé. Damit setzt Audi erstmals im Stammwerk einen MRK Leichtbauroboter zum Klebstoffauftrag in der Endmontage ein. Im Karosseriebau in Ingolstadt und Brüssel sowie in der Motorenmontage in Győr sind bereits ähnliche Roboter in die Produktion integriert.

Wie muss man sich das in der Praxis vorstellen? Im ersten Arbeitsschritt fixiert der Mitarbeiter das CFK Dach auf einem Drehtisch und bringt diesen in Schrägstellung. Per Knopfdruck lässt er seine „Kollegin Klara“ den Klebstoff auftragen. Ein Leuchtring signalisiert, wenn der mehr als fünf Meter langen Klebstoffstrang präzise aufgetragen wurde. Schließlich gibt der Roboter den Tisch zum Verbau des Daches wieder frei. Der Mitarbeiter entnimmt das Dach mit Hilfe eines Handhabungsgeräts und verbaut es im Auto. Das Dach aus Karbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK), eine Sonderausstattung im neuen Audi RS 5 Coupé, ist erheblich größer als vergleichbare Dachsysteme. Bei Mensch-Roboter-Kooperationen wie dieser ist bei Audi die Sicherheit des Mitarbeiters oberstes Gebot. Er behält die Kontrolle, erteilt die Freigabe für den Klebstoffauftrag und kann den Vorgang jederzeit stoppen. Sensoren im Roboterarm erkennen die Berührung eines Menschen und halten die Bewegung im Gefährdungsfall automatisch an. Auch Gefahren zeigt KLARA per Leuchtring an: Bei Störungen färbt er sich rot.

Was haben die Kunden davon?

Präzision und eine günstige Montage. Noch mehr profitiert aber Audi, denn: Ein Mensch könnte den Klebstoffauftrag nicht so prozesssicher und wiederholgenau leisten. Da die Arbeitsräume von Mensch und Maschine verschmelzen, spart das am Montageband Fläche und ermöglicht die einfache Integration in die Fließfertigung. Der Aufbau erfolgte ohne Eingriff in die bestehende Montagelinie. Eine alternative Lösung zum Verkleben der neuen Dächer hätte nur mit sehr großem Aufwand realisiert werden können.

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