Roadfans: Per App zum Camper

Wie Carsharing-Technologie von Invers für kontaktlose Fahrzeug-Übergaben und ein digitalisierter Prozess ein Start-up für Wohnmobilvermietung befördern – und in Pandemie-Zeiten beflügeln.

Kontaktloses Camper-Sharing: Mit cleverer Technologie erleichtert das Start-up Roadfans den Zugang zur Wohnmobilwelt. | Foto: Roadfans
Kontaktloses Camper-Sharing: Mit cleverer Technologie erleichtert das Start-up Roadfans den Zugang zur Wohnmobilwelt. | Foto: Roadfans
Johannes Reichel

Mit vollständig digitalisiertem Geschäftsprozess will das Mönchengladbacher Start-up-Unternehmen Roadfans die Wohnmobilmiete deutlich vereinfachen. "Buchungen mit Vorlauf und nur für mindestens sieben Tage, Terminvereinbarungen für Übernahme und Rückgabe, Anfahrten zu Verleihstationen – das kennt jeder, der schon einmal ein Wohnmobil gemietet hat. Das muss auch anders gehen", dachten sich die Macher der App Roadfans. Joscha Stephan und Jan Philipp Harmes entwickelten seit 2017 die Idee einer digitalen Wohnmobilvermietung, die zu jeder Uhrzeit die kontaktlose Abholung und Rückgabe der Wohnmobile ermöglichen soll, die erste automatisierte Wohnmobilvermietung und eine Branchen-Innovation.

Wer bei dem Start-up ein Wohnmobil mietet, kann dies bequem von zuhause buchen, zahlen und sich bereits vor Beginn der Reise durch Erklärvideos mit seinem Camper vertraut machen. Zu verschiedenen Themen hat man kurze Filme gedreht, die viele Fragen schnell und einfach beantworten, wie zum Beispiel: „Wie funktioniert die Heizung oder die Küche?“. So könne der Mieter vorher oder von unterwegs aus der aktuellen Situation im Kundenkonto oder auf der Webseite relevanten Informationen abrufen.

„Reisen mit einem Wohnmobil bedeutet Freiheit und Flexibilität und genau das können wir unseren Kunden durch die integrierten digitalen Prozesse ermöglichen. Wir haben von Anfang an voll auf die digitale Schiene gesetzt“, wirbt Joscha Stephan, einer der beiden Geschäftsführer von Roadfans.

Drei Komponenten: Telematik, Software, Webplattform

Technisch ist dafür eine Cloud-basierte IT-Infrastruktur nötig. Bei Roadfans besteht sie im Wesentlichen aus drei Ebenen: der Telematik-Lösung CloudBoxx von Invers, die im Fahrzeug verbaut ist und es kontaktlos zugänglich macht, der Flottenmanagement-Software FleetControl von Invers, mit der die Roadfans die Camper- und Wohnmobilflotte verwaltet, und einer ansprechenden, webbasierten Eingabemaske für die Kunden. Die spezielle für die geteilte Nutzung von Fahrzeugen entwickelte IoT CloudBoxx stellt eine Komplettlösung dar, die zusätzlich zur voll vernetzten Telematik-Hardware eine starke Schnittstelle (API) enthält. Das ermögliche Interaktionen zwischen Fahrzeug, Nutzer und Betreiber-Backend in Echtzeit.

„Aus unzähligen Kundenprojekten wissen wir, dass ein erstklassiges Kundenerlebnis für Betreiber erfolgskritisch ist. Die Lösung muss auf Klick funktionieren“, skizziert Alexander Gmelin, CPO bei Invers.

Das wiederum setze einen technisch reibungslosen Nutzungsablauf voraus, der nur mit einer leistungsfähigen sharing-spezifischen IT-Infrastruktur möglich sei, die von der Telematik im Fahrzeug über das Back-End bis hin zum Kunden-Frontend einwandfrei zusammenspielt, meint Gmelin weiter. Mit CloudBoxx setze man auf eine erprobte Lösung, die 99,9-prozentige Zuverlässigkeit biete und bereits in tausenden Sharing-Fahrzeugen weltweit im Einsatz sei, begründet Gmelin die Entscheidung.

Nerv getroffen: Angebot wächst auf 500 Wohnmobile

Eine mittlere sechsstellige Summe haben die beiden Jung-Unternehmer in die digitale Infrastruktur ihrer Firma investiert und mit dem Online-Mietdienst anscheinend den Nerv der Zeit getroffen. Nach dem Start mit sieben Fahrzeugen ist das Angebot auf derzeit 500 Wohnmobile angewachsen, die sich deutschlandweit an insgesamt acht Roadfans-Stationen in Mönchengladbach, Duisburg, Essen, Köln, Monheim und Warendorf und seit letztem Jahr auch in München und Hamburg mieten lassen. Die weitere Expansion sei bereits geplant und macht eine weitere Anforderung an die IT deutlich: sie muss flexibel mitwachsen.

„Die Lösungen von Invers haben uns nicht nur mit einfachem Einbau und absolut zuverlässiger Funktion überzeugt. Sie sind darüber hinaus flexibel skalierbar. Die fahrzeugagnostische Telematik setzt uns bei der Auswahl der Modelle keine Grenzen und die Cloud-basierte Software geht mit, wenn wir weiterwachsen“, blickt Stephan nach vorn.

Die beiden Stationen in Nord- und Süddeutschland seien dabei bewusst als strategische Standorte gewählt. Wer ohnehin auf dem Weg nach Skandinavien oder Richtung Alpen und Südeuropa sei, könne einen Großteil der Strecke mit dem eigenen Pkw zurücklegen, um dann von Hamburg oder München aus mit unseren Fahrzeugen weiterzufahren, erklärt Joscha Stephan modellhaft.

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