Riesen-Revolution: Triton H

Triton Solar geht den umgekehrten Weg: Man will vom Solar- und Akku- zum Fahrzeuganbieter werden.

Der Stromer orientiert sich optisch an den schweren Leiterrahmen-SUV von GM, soll aber nut gut 2,4 Tonnen wiegen. | Foto: TritionEV
Der Stromer orientiert sich optisch an den schweren Leiterrahmen-SUV von GM, soll aber nut gut 2,4 Tonnen wiegen. | Foto: TritionEV
Gregor Soller

Mit Akkus kennt sich das in New Jersey ansässige Unternehmen Triton Solar aus: Bereits seit 2012 entwickelt und fertigt man Solarmodule und Akkus für stationäre Anwendungen und Baustellenwagen, an denen Schilder über lange Zeit beleuchtet werden müssen. Dieses Know-How soll jetzt in ein riesiges Elektro-SUV wandern, das „Model H“, das sich optisch an GMs „Riesen“ Chevrolet Suburban und GMC Yukon orientiert.

Und weil Amerikaner immer gerne klotzen statt kleckern, tun sie das auch hier: Das Model H soll über einen 200-kWh-Akku verfügen und bis zu 1.126 Kilometer Reichweite bieten.  Angetrieben wird der Riese von vier E-Maschinen, die zusammen bis zu 1.500 PS Systemleistung bieten sollen. So sollen 100 km/h in 2,9 Sekunden erreicht werden und bis zu 6.985 Kilogramm Anhängelast möglich sein. Gespart werden soll dagegen an Akkugröße und -gewicht: Mit den selbst entwickelten Akkus, die halb so große wie herkömmliche Batterien sein sollen, will Triton bei den großen Elektro-SUV ganz nach vorn fahren. Der Achtsitzer soll bei 2404 Kilogramm Leergewicht starten und läge damit rund 200 Kilogramm unter Audis e-tron 55. Auch die Garantie fällt üppig aus: Bis zu zehn Jahren oder 150.000 Meilen (das wären 240.000 Kilometer!) traut Firmengründer Himanshu Patel seinem Model H zu. Außerdem plant der ehrgeizige Himanshu Patel noch einen Elektro-Sportwagen, der dann in Indien entstehen soll.

Für die Serienproduktion will Triton nun mehrere internationale Kooperationen gestartet haben, um das E-SUV auf die Straße zu bringen. Vorbestellen kann man das Modell für 5.000 US-Dollar – wobei für die auf 100 Stück limitierte Founder’s Edition bald weitere 135.000 US-Dollar fällig werden. Laut Himanshu Patel soll sie einzigartige Ergänzungen zu den Standardspezifikationen bieten, die dann nie wieder hergestellt werden sollen.

Während die Akkus revolutionär sind, bleibt der Rest des bisher nur als Computeranimation gezeigten „H“ eher konservativ. Heißt: Adaptive Luftfederung sowie eine aktive, elektronisch gesteuerte Aerodynamik, welche das Fahrniveau absenken kann. Vorn und im Fond gibt es große Screens und jede Menge Platz im sehr amerikanisch ausgeschlagenen Innenraum.  Das maximale Ladevolumen soll bis zu 5.700 Liter betragen. Die Preise sollen bei den 140.000 Dollar für die Founders Edition bis zu 180.000 Dollar für eine Performance-Variante reichen.

Sicher kann man auch eine günstigere „Basisversion“ nachschieben, die mit weniger Akku- und Motorleistung vielleicht unter die magische 100.000-Dollar-Marke rutschen könnte. Gestartet werden soll jedoch mit den Power-Versionen – wobei es zum Produktionsstart noch keine Aussagen gibt.

Was bedeutet das?

Der Triton H ist ein klassisches US-Produkt für den dortigen Markt – auch eine Pickup-Version wäre sicher denk- und machbar. Viel interessanter als das Package und die gigantischen Fahrwerte sind jedoch die Akkus, die extrem leicht und kompakt bauen müssten. Auch bei der Garantie klotzt das Unternehmen. Weshalb wir uns jetzt für Europa einfach eine deutlich kompaktere Version wünschen würden, die theoretisch Audi Q7 und Co. einheizen könnte – sofern es die vollmundigen Ankündigungen von Triton Solar in die Serie schaffen.

 

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