Renault Zoe bleibt in Deutschland Nummer eins bei E-Autos

In Deutschland kam Renault glimpflich durch das Pandemiejahr 2020: In einem stark rückläufigen Markt stieg der Marktanteil der Gruppe (Renault, Dacia und Alpine) auf 6,35 Prozent (2019: 6,21 Prozent). Das ist der beste Marktanteil seit 2003.

Renault-Deutschland-Chef Uwe Hochgeschurtz ist mit 2020 zufrieden: Der Zoe (rechts) war erneut Topseller der deutschen E-Autos und erhält jetzt Verstärkung vom elktrischen Twingo (li.). | Foto: Renault
Renault-Deutschland-Chef Uwe Hochgeschurtz ist mit 2020 zufrieden: Der Zoe (rechts) war erneut Topseller der deutschen E-Autos und erhält jetzt Verstärkung vom elktrischen Twingo (li.). | Foto: Renault
Gregor Soller

Renault-Deutschland-Chef Uwe Hochgeschurtz war zufrieden mit 2020, obwohl natürlich auch renault Stückzahlen verlor. 2020 erreichte die Zahl der Neuzulassungen 202.500 Einheiten (2019: 243.300; minus 16,8 Prozent). Damit ist die Renault-Gruppe weiter stärkster Importeur auf dem deutschen Markt. Neue Verkaufsrekorde erreichte erneut der rein elektrische Renault Zoe. Hier verdreifachten sich die Zulassungen auf 30.400 Einheiten. Zum sechsten Mal in Folge war der ZOE damit Deutschlands meistverkauftes Elektroauto.

Uwe Hochgeschurtz, Vorstandsvorsitzender der Renault Deutschland AG, erklärt im Rahmen der digitalen Renault Jahres-Pressekonferenz:

„Mit 202.500 Neuzulassungen haben wir den besten Marktanteil seit 2003 erzielt und lagen zum vierten Mal in Folge bei über 6 Prozent. Besonders erfreulich ist unsere führende Position im Bereich Elektromobilität. Zum ersten Mal überhaupt war unser bestverkauftes Modell ein Elektroauto: Der Renault ZOE konnte mit 30.400 Zulassungen die Verkäufe verdreifachen. Damit haben wir 2020 mehr ZOE verkauft als in den sechs Jahren davor insgesamt. 2021 werden wir unsere Elektro-Offensive mit Nachdruck fortsetzen. Ich bin zuversichtlich, dass wir, sobald sich die Corona-Situation verbessern wird, einen Run auf die Autohäuser erleben werden. Dafür ist die Renault Gruppe bestens gerüstet.“

Weniger Autos verkauft, aber Marktanteile gewonnen

Mit den Marken Renault, Dacia und Alpine verkaufte die Renault Gruppe 2020 in Deutschland 202.500 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge (2019: 243.300; minus 16,8 Prozent). Der Marktanteil wuchs auf 6,35 Prozent nach 6,21 Prozent im Jahr 2019. Die Pkw-Zulassungen der Gruppe erreichten 177.000 Einheiten (2019: 211.600; minus 16,3 Prozent), bei den leichten Nutzfahrzeugen lag die Zulassungszahl bei 25.500 Einheiten (2019: 31.700; minus 19,8 Prozent).

Die Renault Pkw-Zulassungen erreichten 126.100 Einheiten gegenüber 131.200 verkauften Fahrzeugen im Jahr 2019. Mit dem Renault Zoe (30.400 Zulassungen) war 2020 erstmals ein Elektroauto das meistverkaufte Renault Modell in Deutschland.  

Auf Platz zwei lag der Clio mit 24.700 Zulassungen, den dritten Platz belegt der Captur mit 22.800 neu zugelassenen Fahrzeugen. Viertstärkstes Renault Modell war 2020 der Twingo (17.700 Zulassungen), gefolgt vom Kadjar mit 8.500 Zulassungen. Starke Einbußen hatten dagegen die Vans Scenic (4523 statt 9431) und Espace (553 statt 1615) und auch der Mégane musste mit 8000 statt 15855 Einheiten Federn lassen. Das gilt auch für den Pick-up Alaskan, der nur noch 69 statt 265 Käufer fand. Positiv dagegen: Beim Master Pkw/Camper stiegen die Zulassungen von 321 auf 1115 Einheiten.

Renault Zoe bleibt Nummer eins bei Elektrofahrzeugen und wird für Renault immer wichtiger

Mit einer Verdreifachung der Zulassungszahlen war der Zoe 2020 zum sechsten Mal in Folge Deutschlands meistgekauftes Elektroauto. Mit insgesamt 30.400 Einheiten verkaufte Renault mehr Zoe als in den sechs Jahren davor insgesamt (2013-2019: 27.200 Zulassungen). Als erstes Elektroauto überhaupt schaffte es der Zoe im Oktober 2020 unter die Top Ten der meistverkauften Autos in Deutschland – und macht mittlerweile fast ein viertel aller Renault-Zulassungen in deutschland aus.

Ordentliche Zahlen bei den leichten Nutzfahrzeugen

Erneut Importeur Nummer eins war Renault bei den leichten Nutzfahrzeugen. Mit 25.500 Zulassungen (2019: 31.700 Zulassungen; minus 19,8 Prozent) erreichte die Gruppe einen Marktanteil von 9,4 Prozent. Damit behauptet sich Renault in der Klasse der leichten Nutzfahrzeuge auf Rang vier unter allen Anbietern.

Dacia: Rückgang durch Modellwechsel, Alpine bleibt erhalten und wird zur Sportmarke

Die Zulassungen der Marke Dacia erreichten 2020 rund 52.300 Neuzulassungen (2019: 83.500 Zulassungen; minus 37,4 Prozent). Das entspricht einem Marktanteil von 1,64 Prozent. Der Rückgang gegenüber 2019 ist insbesondere durch den Modellwechsel beim Dacia Sandero sowie die im Privatkundenmarkt sichtbare Kaufzurückhaltung begründet. Die Marke Alpine erreichte 2020 mit der A 110 im Jahr 2020 noch 166 statt 324 Mal Verkäufe. Ab 2021 bündelt die Renault Gruppe unter der Marke ihre motorsportlichen Aktivitäten.

Ausblick 2021 – Vorsichtiger Optimismus, neue Modelle und E-Offensive

Uwe Hochgeschurtz gibt sich für 2021 vorsichtig optimistisch:

„Auch 2021 wird zumindest teilweise noch ein Corona-Jahr sein. Aber ich bin zuversichtlich, dass sich die Situation in wenigen Wochen deutlich verbessern wird und wir dann einen Run auf die Autohäuser erleben werden. Und dafür sind wir mit neuen Modellen bestens gerüstet. Dabei erhöhen wir die Schlagzahl in Sachen Elektromobilität.“

In der Corona-Krise habe sich das Bedürfnis nach individueller Mobilität verstärkt und diese Mobilität wird immer mehr elektrisch. Hochgeschurtz erklärt dazu:

„2020 markiert einen Paradigmenwechsel. Die Elektromobilität hat die Nische endgültig verlassen. Die Renault Gruppe spielt hier ganz vorne mit und wird ihre Elektro-Offensive mit Nachdruck fortsetzen.“

Mit dem neuen Renault Twingo Electric startet das Jahr bei Renault elektrisch. Dazu kommt im Frühjahr der neue Renault Kangoo in den Handel, er auch rein elektrisch zu haben sein wird. Wie bisher gibt es den Kangoo als Pkw und als Nutzfahrzeug. Das Nutzfahrzeug ist erstmals in zwei Versionen im Angebot: als Renault Kangoo Rapid und als Renault Express.

Ein für die Marke neues Segment erschließt Renault im Sommer mit dem neuen Renault Arkana. Das erste SUV-Coupé eines Volumenherstellers wird auch als Hybridvariante erhältlich sein. Mit dem Arkana Hybrid wird Renault 2021 dann insgesamt sechs Hybrid-/Plug-in-Hybrid Modelle im Angebot haben.

Bei Dacia bleibt der Sandero Deutschlands günstigster Neuwagen mit einem Einstiegspreis von nur 8.490 Euro. Viel spannender wird jedoch der neue Dacia Spring Electric – das erste vollelektrische Dacia Modell. Der neue Kleinwagen soll neue Maßstäbe setzen in Sachen erschwingliche Elektromobilität. Ebenso wichtig und interessant: Das Serienmodell des Concept Car Renault Mégane eVision. Es bildet den Auftakt zu einer komplett neuen Generation von Renault Elektromodellen soll über innovative Antriebs-, Batterie- und Ladetechnik sowie hohe Reichweiten verfügen. Das Modell steht wie der Nissan Ariya auf der neuen CMF-EV-Plattform des Renault-Nissan-Verbundes.

Was bedeutet das?

Auch bei Renault verschieben sich die Anteile der Baureihen massiv: Der Stromer Zoe ist das absolut wichtigste Modell, während vor allem die Vans und der Pick-up Alaskan massiv an Boden verloren. Entsprechend baut Renault das Programm um: 2021 kommen mehr Stromer – erstmals auch bei Dacia – und man startet mit dem ersten Modell auf der neuen CMF-EV-Plattform, das dem Mégane zur Seite gestellt wird, der wie der Golf bei VW absatzseitig stark unter Beschuss geraten ist.

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